Regierungsbildung
Sondierungspapier: Diese Punkte will die Ampel für Deutschland umsetzen
Stand 18.10.21 - 13:41 Uhr
0
Eine Ampel-Regierung rückt näher - SPD, FDP und Grüne möchten in Koalitionsverhandlungen treten. Die Parteispitzen haben sich auf ein gemeinsames Papier geeinigt. Das sind die Punkte, die die Parteien für Deutschland planen.
Foto: Shutterstock
SPD, Grüne und FDP steuern auf Koalitionsverhandlungen zu
Berlin (dpa) – SPD, Grüne und FDP steuern knapp drei Wochen nach der Bundestagswahl auf Koalitionsverhandlungen für eine Ampel-Regierung zu. «Wir sind davon überzeugt, dass wir einen ambitionierten und tragfähigen Koalitionsvertrag schließen können», erklärten die drei Parteien am Freitag in einem gemeinsamen Papier zum Ergebnis ihrer bisherigen Sondierungsgespräche.
- Anzeige -Der Start förmlicher Koalitionsverhandlungen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Regierung. In den bisherigen Sondierungsgesprächen loteten SPD, Grüne und FDP unverbindlich Differenzen und Gemeinsamkeiten aus. Wer Koalitionsverhandlungen aufnimmt, tut das hingegen mit der klaren Absicht, eine Regierung zu bilden. Ein Scheitern ist aber auch weiterhin nicht ausgeschlossen.
Das steht im Sonderungspapier
In einem Ergebnispapier der Sondierungen listeten SPD, Grüne und FDP «Vorfestlegungen» auf. Folgende Punkte werden darin aufgelistet:
Steuern
Wohl mit Rücksicht auf die Wahlversprechen der FDP heißt es etwa: «Wir werden keine neuen Substanzsteuern einführen und Steuern wie zum Beispiel die Einkommen-, Unternehmens- oder Mehrwertsteuer nicht erhöhen.» Die notwendigen Zukunftsinvestitionen würden «im Rahmen der grundgesetzlichen Schuldenbremse» gewährleistet.
Klimaschutz
In dem Papier von SPD, Grünen und FDP heißt es zudem: «Zur Einhaltung der Klimaschutzziele ist auch ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohleverstromung nötig. Idealerweise gelingt das schon bis 2030.» Bisher ist der Kohleausstieg bis spätestens 2038 geplant.
- Anzeige -Tempolimits
Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, wie von den Grünen gefordert, soll hingegen nicht kommen.
Mindestlohn
Falls es zu einer Ampel-Regierung kommt, soll der gesetzliche Mindestlohn im ersten Jahr auf zwölf Euro pro Stunde erhöht werden. Dies ist ein zentrales Wahlversprechen der SPD. Dieser Punkt soll außerdem sofort im ersten Jahr einer Regierung passieren. Ein Bürgergeld soll zudem das bestehende Hartz-IV-System ersetzen.
Rente
Die Rente soll gestärkt werden – Rentenkürzungen oder ein höheres Renteneintrittsalter sind ausgeschlossen
Die Aufteilung in gesetzliche und private Krankenversicherung bleibt erhalten. Außerdem planen die Parteien eine Pflege-Offensive.
Wahlalter
Das Wahlalter für die Bundestagswahl und die Europawahl soll auf 16 Jahre gesenkt werden.
Migration
Zum Thema Migration hielten die Sondierer fest: «Asylverfahren, die Verfahren zur Familienzusammenführung und die Rückführungen wollen wir beschleunigen». Geschaffen werden sollen legale Zugangswege.
Wohnen
Die Parteien sind sich einig über eine Offensive für bezahlbaren Wohnraum: geplant sind rund 400.000 neue Wohnungen pro Jahr in Deutschland, ein Viertel davon staatlich gefördert.
- Anzeige -Welche Pläne gibt es für die Zusammensetzung des Kabinetts?
Die SPD hatte die Wahl am 26. September mit 25,7 Prozent vor der Union (24,1 Prozent) gewonnen. Darüber, wer möglicherweise welche Kabinettsposten besetzen könnte, habe man bei den Sondierungen nicht gesprochen, antwortete FDP-Chef Christian Lindner auf die Frage eines Journalisten. Er beschrieb die Gespräche als diskret und sehr ernsthaft. Sie hätten bei allen Beteiligten «den Möglichkeitsraum erweitert» und «neue politische Fantasie möglich gemacht». Allein dieser neue Stil markiere bereits eine Zäsur in der politischen Kultur Deutschlands.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Trotz Insolvenz gibt es für 1860-Fans Hoffnung: Der Spielbetrieb läuft weiter - und auch das Löwen-Wappen ist zurück.
Neue Regeln im September 2026: Das ändert sich bei Steuer, Bahn, Warntag und Einkaufen.
Der Münchner Wohnungsmarkt ist für viele der Endgegner. Grund genug, endlich groß darauf aufmerksam zu machen, dachte sich unser Moderator Thommy Berglmeir.
Wende im Münchner Univiertel: Kioskbetreiber ziehen ihre Klagen zurück. Ab dem 4. September 2026 gilt ab 22 Uhr wieder ein striktes Bierverkaufsverbot.
Dekolleté-Eklat auf dem Oktoberfest: Auf Druck der Stadt München mussten die traditionellen Pappmaché-Figuren am Teufelsrad züchtig übermalt werden - aus Sorge vor einem Wiesn-Verbot
Waymo plant fahrerlose Taxis in München: Erste Testfahrten starten bald, der öffentliche Robotaxi-Dienst soll Ende 2027 folgen.
Freibier in der Bräurosl: Das Festzelt sorgt auf der Wiesn 2026 für das gewisse Extra.
Mondfinsternis über Bayern: Warum sich frühes Aufstehen diesmal lohnt
Im Tierpark Hellabrunn leben jetzt Kirk-Dikdiks. Die Mini-Antilopen sind am Isar-Eingang zu sehen.
Italien plant 75 Euro Strafe für Fußgänger mit Smartphone auf der Straße. Noch ist die Regel nicht beschlossen.
DESK
Neue Wirte, neue Fahrgeschäfte, neue Ideen: Auf der Wiesn 2026 tut sich einiges. Beim Presserundgang der Stadt München wurde schon vor dem Start klar: Dieses Jahr gibt’s auf dem Oktoberfest viel Vertrautes - aber auch einige spannende Neuerungen.
Heute wird es in Bayern laut: Anlass ist der bundesweite Warntag.
Pendlerinnen und Pendler in München müssen sich in der zweiten Septemberwoche auf deutliche Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr einstellen
Im Landkreis Augsburg startet ein Test: Essen und Medikamente kommen bald per Drohne.
Ein Mittelamerikanischer Tapir ist neu in Hellabrunn. Der seltene Bewohner lebt jetzt im Nashornhaus und wird dort aktuell an seine neue Umgebung gewöhnt.
Explosion in Augsburg: Zwei Verletzte, Bahnhof zeitweise gesperrt, Züge fahren inzwischen wieder.






