Krawalle in der Innenstadt
Nach der Chaos-Nacht in Stuttgart beginnt die Ursachensuche
Stand 22.06.20 - 10:31 Uhr
0
In einer für Stuttgart beispiellosen Gewaltorgie ziehen junge Leute in der Nacht zum Sonntag marodierend durch die Stadt. Warum sie das tun und wie solche Aktionen künftig verhindert werden können, darauf wollen viele Bürger jetzt Antworten.
Einsatzkräfte der Polizei stehen am Abend nach den Ausschreitungen auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Foto: Marijan Murat/dpa
Stuttgarter Polizei bittet Zeugen um Mithilfe
Stuttgart (dpa) – Die Glasscherben der zerstörten Schaufenster dürften weggekehrt sein, doch damit ist der Schaden nicht behoben: Die Aufarbeitung der Chaos-Nacht in Stuttgart vom Wochenende fängt jetzt erst an.
- Anzeige -24 Menschen wurden im Zuge der Ausschreitungen in der Nacht zum Sonntag festgenommen, mindestens 19 Polizisten verletzt. Insgesamt sollen 400 bis 500 Menschen an den Krawallen teilgenommen haben. Vielfach wurde die Frage gestellt, wie es dazu kommen konnte – von Bürgern, Geschäftsinhabern, aber auch von Politik und Polizei.
Randale waren nicht politisch motiviert
Festzustehen scheint für die Polizei, dass die Randale nicht politisch motiviert war. Es seien vielmehr Menschen aus der Party- und Eventszene gewesen, die sich in den vergangenen Wochen immer wieder in der Öffentlichkeit getroffen und sich in den sozialen Medien mit ihrem Handeln inszeniert hätten. Allerdings noch nie in diesem Ausmaß. Die Polizei hat Zeugen um Mithilfe bei den Ermittlungen gebeten – zur Aufklärung benötige man Bilder und Videos von den Straftaten und mutmaßlichen Tatverdächtigen.
- Anzeige -Zeugen werden gesucht
«Wir werden mit allem, was uns der Rechtsstaat zur Verfügung stellt, diese Randalierer verfolgen und sie zur Rechenschaft ziehen», sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Sonntagabend. Er sah in den Ereignissen eine Herausforderung für den Rechtsstaat.
Schlossgarten als bekannter Treffpunkt der Szene
Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) machte unter anderem Geltungsbewusstsein in den sozialen Medien als Grund für die Ausschreitungen aus – neben Alkoholkonsum. Nach den Worten von Innenminister Strobl hat sich «die Szene im Schlossgarten» dort schon seit Längerem festgesetzt. Er forderte ein Gesamtkonzept für die Stadt Stuttgart und ein Maßnahmenbündel. «Das muss die Stadt Stuttgart lösen», betonte der Minister.
- Anzeige -Sven Hahn, Geschäftsführer der City-Initiative Stuttgart, einem Verbund aus Händlern, Gastronomen, Hoteliers und Kulturbetrieben, plädierte für eine umfassende Analyse. «Wir müssen genau schauen, was passiert ist, wie es dazu kam und ob es dazu Aufrufe gab», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dann gelte es, sich mit Polizei und Politik sinnvoll abzustimmen, um Lösungen zu finden. «Man tut nichts Gutes, wenn man vorschnell den Finger auf jemanden richtet».
Polizei will verstärkt Präsenz zeigen
Gelegenheit zur Aufarbeitung soll eine Sondersitzung des Innenausschusses am Mittwoch im Landtag geben. Dort will die Opposition Innenminister Thomas Strobl (CDU) ausführlich zur kriminellen Gewalt und zu Maßnahmen zum Schutz von Gesellschaft und Polizei befragen. Die Polizei hat angekündigt, in den kommenden Wochen mit verstärkten Kräften in Stuttgart unterwegs zu sein.
- Anzeige -Aus der Bundespolitik kommen derweil Forderungen nach Konsequenzen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg, sagte: «Das Entstehen rechtsfreier Räume dürfen wir nicht zulassen.» Die innenpolitische Sprecherin der grünen Bundestags-Fraktion, Irene Mihalic, sagte: «Nun müssen akribisch alle Erkenntnisse zusammengetragen werden, damit zügig geklärt werden kann, wer dahintersteckt und wie es überhaupt dazu kommen konnte.»
Mehr Beiträge und Themen
Hörer Harald ist schwer krank – und hat einen letzten Wunsch: Mut schenken mit Musik. Jetzt läuft sein Song „Weihnacht in München“ bei 95.5 Charivari.
Weihnachten rückt immer näher. Damit Geschenke für deine Liebsten rechtzeitig ankommen, solltest du ein paar Deadlines beachten.
Gerade vor Weihnachten ist Zeit zum Shoppen oft knapp – gut, dass München mit verlängerten Öffnungszeiten entgegenkommt. Wir zeigen dir, wann du abends oder sogar sonntags einkaufen kannst – in der Stadt und im Umland.
Die Krampusse sind wieder los in München und auf der Suche nach unartigen Kindern und Erwachsenen... Wann und wo du dich in Acht nehmen solltest, erfährst du hier.
Deutschland startet in die Sparwoche des Jahres. Zahlreiche Einzelhändler und Online-Shops locken im Rahmen des Black Friday 2025 mit Schnäppchen-Aktionen. Wir verraten dir, wo die besten Angebote, Deals und Rabatte auf dich warten.
Die Skisaison nimmt so langsam Fahrt auf. Wir zeigen dir, wo du jetzt schon Skifahren kannst und welche Gebiete wann aufmachen.
Die Christkindlmarkt-Saison in München Stadt und Land läuft bald an. Auf welche du dich freuen kannst, sowie eine Karte mit allen Märkten in und um München zeigen wir dir hier.
Für die Wiesn 2026 wird ab sofort wieder das offizielle Oktoberfest-Plakat gesucht. Alle Infos zum Wettbewerb gibt's hier.
Weihnachtsbaum in München oder Umland kaufen? Finde hier die besten Tipps zu Pflege, Preisen und Entsorgungsmöglichkeiten für 2025
Vom Bachelor bis zum Dschungelcamp, alles geht wieder los. Damit du deine liebste Trash-Show nicht verpasst, haben wir alle Termine für dich!
DESK
Die Münchner Glühweinpreise sind bekannterweise nicht die günstigsten und werden trotzdem noch immer teurer. Wo gibt es dieses Jahr den günstigsten Glühwein?
Es ist Weihnachten in München, das heißt die MVG-Christkindltram ist wieder unterwegs. Wie, wann und wo sie fährt, sowie alles, was ihr wissen müsst findet ihr hier.
Münchens Juristen erklären das Bürgerbegehren „Hochhaus-Stop“ für unzulässig. Der Stadtrat entscheidet bald über das weitere Vorgehen.
Um in Österreich auf Autobahnen und Schnellstraßen fahren zu dürfen, muss eine Mautgebühr bezahlt werden. Diese wird teurer. Die Schweiz und Slowenien werden hingegen nicht teurer.
Darf man im Englischen Garten kiffen? Der Bayerische Verlwatungsgerichtshof (VGH) sagt: ja - und kippt damit das Cannabiskonsumverbot.
Weihnachten steht vor der Tür und damit auch der alljährliche Christbaumkauf. Um keine Enttäuschungen beim Tannen-Kauf zu erleben, kannst du den Baum dieses Jahr einfach selbst schlagen. Wir sagen dir, wo!
Gerade zur Weihnachtszeit möchten viele Menschen ihrem Postboten, der Müllabfuhr oder dem Zeitungszusteller für ihre Arbeiten danken. Allerdings stellt sich hier die Frage: Ist ein Weihnachtstrinkgeld oder ein kleines Geschenk überhaupt erlaubt?