Corona-Pandemie
Einreise in USA künftig wohl nur für Geimpfte
Stand 05.08.21 - 16:17 Uhr
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Die EU hat Corona-Beschränkungen für Einreisen aus den Vereinigten Staaten gelockert. Die USA lassen sich damit noch Zeit. Nun sollen die US-Behörden an einem Plan arbeiten. Zumindest Geimpfte sollen schon bald wieder einreisen dürfen. Mehr Infos hier.
Foto: Paul Sancya/AP/dpa
Personen mit Impfschutz sollen wieder ins Land dürfen
Washington (dpa) – Die USA wollen Medienberichten zufolge bei der Einreise künftig von fast allen Ausländern den Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung verlangen. Zugleich sollten dann allerdings auch die aktuellen Einreisebeschränkungen für Menschen aus Europa und anderen Staaten aufgehoben werden, berichtete unter anderem die «New York Times» unter Berufung auf Kreise des Weißen Hauses.
- Anzeige -Offiziell gab es zunächst keine Stellungnahme. Offen blieb auch, wann die geänderten Regelungen in Kraft treten könnten. Die USA hatten erst vergangene Woche angekündigt, an den wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen festzuhalten. Als Grund gab die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, die steigenden Corona-Fallzahlen als Folge der ansteckenderen Delta-Variante an. Von der weitgehenden Einreisesperre ist neben der Geschäftswelt auch der Tourismus betroffen. Auch die deutsche Wirtschaft macht bei diesem Thema seit längerer Zeit Druck.
Viele Punkte der neuen Reisestrategie noch offen
US-Präsident Joe Biden hatte beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel Mitte Juli eine baldige Entscheidung zum Thema Einreisebeschränkungen angekündigt. Bei vielen hatte das Hoffnungen auf eine Lockerung geweckt – die dann aber erst einmal wieder enttäuscht wurden. In den Berichten hieß es nun, die Behörden arbeiteten an einem Plan für eine beständige und sichere internationale Reisestrategie. Ziel sei, ein neues System für den Zeitpunkt parat zu haben, wenn das Reisen wieder aufgenommen werden könne.
Die praktische Umsetzung soll noch relativ unklar sein – einschließlich der Frage, welche Impfnachweise dann anerkannt werden. Auch soll noch nicht entschieden sein, ob die US-Behörden nur Impfungen mit Präparaten akzeptieren würden, die auch in den USA zugelassen sind. Möglich wäre auch, die Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Maßstab zu machen.
In den USA sind bislang nur die Impfstoffe der Hersteller Moderna, Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson erlaubt – Astrazeneca zum Beispiel aber nicht. Offen ist somit auch, wie die Regelung aussieht, wenn jemand verschiedene Präparate gespritzt bekommen hat – zum Beispiel Biontech/Pfizer und Astrazeneca.
- Anzeige -Noch gilt ein strenges Einreiseverbot für Europäer
Seit vergangenem Jahr gilt in den USA wegen der Pandemie ein weitreichendes Einreiseverbot für Europäer. Ausgenommen sind Besitzer von US-Pässen und einige andere Personengruppen, wie zum Beispiel enge Verwandte von US-Amerikanern, Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Organisationen. Auch Einreisen aus China, Südafrika und Brasilien sind auf Ausnahmen begrenzt. Alle Fluggäste müssen bei der Einreise in die USA einen negativen Corona-Test vorweisen können.
Die Europäische Union hatte die Vereinigten Staaten bereits im Juni auf die Liste jener Drittstaaten gesetzt, für die im Normalfall keine strengen Einreisebeschränkungen mehr gelten sollen. Die EU fordert von Washington daher ebenfalls eine zügige Aufhebung der Beschränkungen. «Wir pochen darauf, dass für Einreisende in beiden Richtungen vergleichbare Regeln gelten», sagte etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Das darf sich nicht noch wochenlang ziehen.»
Dass die USA bisher im Gegenzug ihre Einschränkungen für Reisende aus Europa nicht lockerten, sorgte für Kritik unter anderem aus der deutschen Wirtschaft. Vor Merkels Treffen mit Biden hatten sich Industrie und Tourismusbranche, aber auch Urlauber Bewegung bei dem Thema erhofft. Biden war auf der gemeinsamen Pressekonferenz wenig konkret geworden – hatte aber zumindest eine baldige Ankündigung in Aussicht gestellt.
Inzwischen hat sich die Lage angesichts von fortschreitenden Impfkampagnen auf beiden Seiten des Atlantiks zwar deutlich gebessert. Wegen der Delta-Variante steigen die Fallzahlen sowohl in den USA als auch in Europa aber wieder deutlich an. Die USA kommen mittlerweile beim Impfen nicht mehr so schnell voran wie erhofft. Bislang sind fast 50 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen.
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