Trump warnt vor Biden
Donald Trump: Erster Auftritt seit Covid-Erkrankung
Stand 12.10.20 - 11:21 Uhr
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Vor einer Woche lag er noch im Krankenhaus, jetzt macht er wieder Wahlkampf: Trump wirbt mit düsteren Warnungen vor der Politik seines Herausforderers um Zustimmung. Den Kampf gegen die tückische Pandemie hingegen stellt er als so gut wie gewonnen dar.
Zahlreiche Trump-Anhänger verfolgen die Rede des US-Präsidenten vor dem Weißen Haus. Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Trump gegen Biden: Im US-Wahlkampf geht es heiß her
Washington (dpa / 95.5 Charivari) – Beim ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Covid-19-Erkrankung hat US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Sieg seines Herausforderers Joe Biden gewarnt. Der Demokrat sei nicht fähig, das Land zu regieren, sagte der Republikaner Trump bei einem Auftritt im Weißen Haus.
Bidens Programm sei «sozialistisch» oder gar «kommunistisch» und würde das Land in die Krise stürzen, behauptete Trump vor Hunderten jubelnden Anhängern. Trump liegt gut drei Wochen vor der Wahl am 3. November in Umfragen hinter Biden, einem früheren Senator und Ex-Vizepräsidenten.
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Trump sprach bei dem Auftritt von einem Balkon des Weißen Hauses. Seine Anhänger, die zumeist Masken trugen, befanden sich auf dem Südrasen des Geländes. Trump hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und erkrankte an Covid-19. Er wurde deswegen drei Tage im Krankenhaus behandelt und war am Montag ins Weiße Haus zurückgekehrt. Bei seinem Auftritt schien Trump fit zu sein. «Ich fühle mich toll», sagte er. Trumps Rede blieb mit weniger als 20 Minuten aber ungewöhnlich kurz. Zudem blieb weiter unklar, ob der Präsident noch ansteckend war.
Trump hatte in einem am Freitagabend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview gesagt, er sei getestet worden, habe die Werte aber noch nicht bekommen. Er sei aber virusfrei oder «am unteren Ende der Skala», behauptete Trump. Er bekomme auch keine Medikamente mehr, «vermutlich seit acht Stunden oder so ähnlich», sagte Trump. Es war Trumps erster längerer TV-Auftritt seit der Erkrankung gewesen. Zuvor hatte er bereits telefonische Interviews gegeben.
- Anzeige -Donald Trump steigt wieder aktiv in den Wahlkampf ein
Trumps Leibarzt Sean Conley hatte am Donnerstag mitgeteilt, der Präsident werde ab Samstag wieder öffentliche Termine absolvieren dürfen. Er war nach offiziellen Angaben am 1. Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trumps Wahlkampfteam kündigte unterdessen für Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils einen großen Wahlkampfauftritt des Präsidenten in den bei der Wahl wichtigen Bundesstaaten Florida, Pennsylvania und Iowa an.
Trump versprach bei dem Auftritt im Weißen Haus auch erneut, dass die Pandemie bald überstanden sein werde. «Sie verschwindet und die Impfstoffe werden helfen und die Mittel zur Behandlung werden sehr viel helfen», sagte Trump. Das «China-Virus» werde «ein für allemal besiegt» werden, versprach er. Viele Experten halten Trumps Prognosen zur Pandemie aber für viel zu rosig und werfen ihm Versagen vor.
Knapp 8 Millionen Infizierte in den USA
Daten der Universität Johns Hopkins zufolge haben sich in dem Land mit 330 Millionen Einwohnern bislang rund 7,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 214 000 Menschen starben nach einer Infektion.
Der Streit um ein weiteres billionenschweres Corona-Konjunkturpaket ging unterdessen in die nächste Runde: Die Demokraten im Repräsentantenhaus lehnten einen Kompromissvorschlag der Regierung ab. Das Angebot biete keinen schlüssigen Plan, die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Es ziele offenbar darauf ab, Präsident Donald Trump vor der Wahl möglichst viel Geld zu verschaffen, über das er nach Gutdünken verfügen könne, kritisierte die Vorsitzende der Parlamentskammer, Nancy Pelosi.
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Der Vorschlag der Regierung soll US-Medienberichten zufolge ein Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar (1,5 Billionen Euro) haben. Die Demokraten hatten zuletzt ein Paket in Höhe von mehr als 2 Billionen Dollar vorgelegt. Trumps Republikaner wollen Arbeitgebern zudem weitgehend Immunität für mögliche Corona-Klagen einräumen, was die Demokraten vehement ablehnen. Der Kongress hat seit März bereits Konjunkturpakete in Höhe von rund drei Billionen Dollar auf den Weg gebracht, was gut zehn Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht.
TV-Duell abgesagt
Das für nächste Woche geplante zweite TV-Duell zwischen Trump und Biden wurde derweil am Freitagabend (Ortszeit) offiziell abgesagt. Trump wollte keine Online-Debatte, sondern bestand auf einem persönlichen Zusammentreffen mit Biden. Die Organisatoren hatten das Format aus Furcht vor Corona-Ansteckungen geändert. Die Kontrahenten sollen aber wie geplant am 22. Oktober aufeinandertreffen, hieß es. Beide Seiten hätten für das letzte TV-Duell vor der Wahl zugesagt.
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