Coronavirus in Bayern
Erste Tendenz? Söder lehnt zeitnahe Schulöffnungen wie in NRW ab
Stand 15.04.20 - 08:26 Uhr
0
Kurz vor der Konferenz von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise zeichnet sich eine erste Konfliktlinie ab: NRW will die Schulen schnell wieder öffnen, Bayern lehnt dies klar ab.
CSU-Chef Markus Söder ist bei Schulöffnungen zögerlich. Foto: Peter Kneffel/dpa
Wie geht es weiter in der Corona-Krise?
München (dpa) – Anders als Nordrhein-Westfalen lehnt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine zeitnahe Öffnung der Schulen nach den Osterferien wegen der andauernden Corona-Pandemie ab. «Ich bin sehr zurückhaltend bei Schulen», sagte der CSU-Chef im «heute-journal» des ZDF.
- Anzeige -Skeptisch sehe er auch, dass Grundschulen als Erstes geöffnet werden sollen. «Da habe ich eine grundlegend andere Auffassung.»
«Bei den Abschlussprüfungen, glaube ich, kann man großzügig sein, denn die Schülerinnen und Schüler brauchen ja einen Abschluss auch für den weiteren Berufsweg», sagte Söder in den ARD-«Tagesthemen». Hier ließen sich auch Schutzmaßnahmen deutlich besser organisieren. Generell sei die Politik hier gut beraten, auf die Warnungen der Pädagogen vor zu frühen Schulöffnungen zu hören. «Weniger Hektik, ein bisschen mehr Geduld und Besonnenheit könnte allen helfen.»
NRW will Schulen wieder öffnen
Söder distanziert sich damit von der Ankündigung aus Nordrhein-Westfalen, schon nach dem Ende der Osterferien am 19. April die Schulen schrittweise öffnen zu wollen, und von einer Empfehlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Grundschulen mit als Erstes wieder zu öffnen. Baden-Württemberg will, dass die Schulen frühestens am 27. April wieder sukzessive ihren Betrieb aufnehmen.
[MD_Portal_Script ScriptID="9217250" location="leftALone"]Bayern wird vorerst wohl keine Schule öffnen
«Man muss über Abschlussklassen reden, ja auch nicht zu schnell. Grundschulen sind meiner Meinung nach erst als Letztes dran, denn die Kleinen können sich nicht so an Hygiene-Konzepte halten», betonte Söder. Zur Wiederöffnung der Schulen nach der Corona-Zwangspause brauche es ohnehin ein längerfristiges Konzept. «Die Lehrerverbände sind ja sehr zurückhaltend mit vorschnellen Schulöffnungen, weil sie sagen, es muss auch eine Schule organisiert werden». Als Beispiele nannte er Lehr- und Zeitpläne, die neu definiert, und Abstandsregeln, die organisiert werden müssten.
«Und deswegen glaube ich einfach, dass da ein Überbietungswettbewerb in der Geschwindigkeit am Ende wenig Effektivität für die Bildung bringt, aber möglicherweise einen Schaden für die Gesundheit verursachen kann», sagte Söder. Zwar könne es in den kommenden zwei, drei Wochen manche Erleichterungen geben, etwa im Handel, aber immer verbunden mit klaren Auflagen wie Hygiene-Konzepten, Abstandsgeboten, Obergrenzen für Personenzahlen pro Quadratmeter und Schutzmasken.
- Anzeige -Mundschutz in Bayern?
Söder forderte mit Blick auf den Einzelhandel «mindestens ein Maskengebot, ein Mundschutzgebot». Das gleiche gelte am Ende auch für den öffentlichen Nahverkehr. Auf die «Tagesthemen»-Frage, ob er für ein Gebot oder für eine Pflicht zum Tragen von Masken sei, sagte der CSU-Chef: «Darüber werden wir diskutieren. Ich bin schon sehr dafür, dass wir das strenger handhaben sollten.» Eins sei doch klar: «Wenn wir erleichtern, muss es gleichzeitig mehr Schutz geben.»
Generell sei noch nicht die Zeit gekommen, die strengen Auflagen zur Eindämmung der Krise zu lockern. «Wir müssen es natürlich fortsetzen. Wir werden das Thema Ausgangsbeschränkung, Kontaktsperren natürlich fortsetzen müssen. Da kann es auch keine grundlegende Erleichterung geben», sagte Söder. Es müsse allen klar sein, dass Erleichterung das Risiko einer erhöhten Ansteckung berge.
«Wir müssen noch wesentlich länger als zwei, drei Wochen über Distanz reden, über den Abstand», sagte Söder. So sei für ihn klar, dass Gastronomie und Hotellerie auf absehbare Zeit genauso wie große Feste einfach nicht möglich seien.
[MD_Portal_Script ScriptID="9108554" location="leftALone"]Bund und Länder beraten Heute
Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Mit Spannung erwartet wird, ob und welche Art von Fahrplan es geben wird, um die einschneidenden Maßnahmen wie Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen langsam zu lockern.
Söder geht nach eigener Aussage davon aus, dass bei den Beratungen «gewisse Richtlinien» auf den Weg gebracht würden, die aber auch regionale Besonderheiten berücksichtigen könnten. Ohne gemeinsame Grundregeln für den weiteren Ablauf «wird es keine sehr starke Situation werden für das Land. Und die größte Sorge besteht einfach, dass wir einen Rückfall riskieren», sagte Söder.
Mehr Beiträge und Themen
Was bringt der Oktober 2026? Wir zeigen euch, was sich beim Tanken, im Alltag, bei digitalen Behördengängen und an Bahnhöfen ändert.
Die Wiesn ist zur Hälfte rum - die Stadt zieht Bilanz
München geht für Deutschland ins Olympia-Rennen. Nun richtet sich der Blick auf die internationale Vergabe.
Der Bundestag stimmt für den Tankrabatt. Was ab Oktober für Benzin und Diesel geplant ist.
VW und Audi rufen fast eine Million Autos zurück. Prüft, ob euer Wagen wegen der Lenkung in die Werkstatt muss.
Krank nach der Wiesn? Die LMU erforscht die Wiesngrippe. So helft ihr mit und schützt euch vor Infekten.
Uli Hoeneß darf seine zwei Linden behalten. Doch der Nachbarstreit ist möglicherweise noch nicht vorbei.
Zwei Kellnerinnen handeln bei einem Notfall auf der Wiesn sofort - und helfen, einen 78-Jährigen wiederzubeleben.
München führt bei der Olympia-Bewerbung. Am 26. September fällt die Entscheidung des DOSB.
The Kolors bringen Italo-Pop und große Gefühle nach München - jetzt Tickets sichern!
DESK
MünchenBudget 2026: Stimmt bis 1. November über Projekte für eure Stadt ab. Eine Million Euro stehen bereit.
Kein Alkohol mehr am Bahnsteig: Was an DB-Bahnhöfen verboten ist - und was ihr weiter dürft.
München plant einen Mietenmonitor. Er soll zu teure Wohnungsanzeigen erkennen - doch die CSU übt Kritik.
Nur wenige Kilometer vom Münchner Flughafen entfernt wurde in der Nacht offenbar eine freilaufende Raubkatze gesichtet. Nach erster Einschätzung der Behörden könnte es sich um einen Puma handeln. Das Landratsamt Erding mahnt zu höchster Wachsamkeit: Hunde sollten angeleint und Kinder nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.
Nach der Wiesn sind noch zahlreiche Marken für Maßen und Hendl übriggeblieben? Das könnt ihr damit jetzt anstellen
Historischer Rekord auf dem Oktoberfest 2026: 7,4 Millionen Gäste feierten auf einer friedlichen Wiesn. Alle Infos, Zahlen & kuriose Fundstücke im Überblick!
Ayana auf dem Cover, zwölf Tierbilder im Kalender: Hier bekommt ihr den Hellabrunn-Kalender 2027 für zehn Euro.











