Nach Bachauskehr
Surfer in Sorge: Eisbachwelle in München ist verschwunden
Stand 04.11.25 - 08:33 Uhr
Der Eisbach in München ohne Surfer - ein seltener Anblick. Aber die Eisbachwelle ist keine Welle mehr. Und die Surfer rätseln, was passiert sein könnte.
©Peter Kneffel/dpa
Was ist mit der Eisbachwelle passiert?
München (dpa/lby) – Die berühmte Eisbachwelle in München ist verschwunden. Kaputt. Surfen ist momentan nicht möglich. Was ist passiert? Nach der jährlichen Bachauskehr sollte der Surfbetrieb am Freitagabend wieder starten – zudem mit neuer Beleuchtung. «Die Welle baut sich aber nicht auf», sagt Mathias Schmidt von der Interessengemeinschaft Surfen in München. Die Ursache sei unklar.
- Anzeige -«Wir sind ratlos», sagt auch Freizeitsurfer Klaus Rudolf. «Ich stand am Freitagabend mit meinem Board an der Kante und konnte es nicht fassen.» Die Bachauskehr könnte mit dem Verschwinden der Welle zu tun haben, sagen die Surfer. Möglicherweise liege es auch an der Ausleitung der Isar in den Eisbach, so Schmidt. Der Wasserstand habe sich am Montag zwar mit 144 bis 145 Zentimeter wieder eingepegelt gehabt. Allerdings ohne Welle. Die Surfer stünden in Kontakt mit der Stadt.
Wassertiefe wieder regulär
Auch das Baureferat steht vor einem Rätsel: «Heute weist der Eisbach wieder den gewöhnlichen Pegelstand auf. Aber eine Surfwelle ist leider bisher nicht vorhanden», teilte eine Sprecherin mit. Normalerweise könne man bei der Wassertiefe bereits wieder surfen, ideal sei eine Wassertiefe von 150 Zentimetern. «Das ist ein ganz fragiles Konstrukt», sagt sei über die Welle.
Am Dienstag wollen sich Vertreter der Interessengemeinschaft mit Vertretern der Stadt besprechen und nach Ursache und Lösung suchen. Bisher habe sich die Welle nach der Bachauskehr immer wieder aufgebaut.
Bei der Bachauskehr werde das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit, die sich am Grund ablagern, erläutert das Baureferat. Bei abgesenktem Wasserspiegel würden die Gewässer begangen, Böschungen und Bauwerke untersucht und erforderliche Reparaturen ausgeführt. «Dies ist notwendig, weil durch mitgerissenes Treibgut Schäden an Böschungen, Dämmen und Brücken entstehen können.»
Bauliche Veränderungen an der Eisbachwelle oder ihrer Seitenbereiche seien bei der Bachauskehr nicht vorgenommen worden. Auch bei einer Überprüfung am Montagvormittag seien keine Beschädigungen festgestellt worden.
Die Surfer gehen auch nicht davon aus, dass an der Welle etwas absichtlich beschädigt worden sei, sagt Schmidt. Er setzt darauf, dass der Fehler gefunden und behoben werden kann. Und auch das Baureferat versichert, alles dafür tun zu wollen, «damit sich möglichst schnell wieder eine stabile Welle einstellt».
Neue Beleuchtung soll für Sicherheit sorgen
Im Zuge der Bachauskehr war am Freitag auch eine neue Beleuchtung an der Eisbachwelle in Betrieb genommen worden. Diese soll für mehr Sicherheit sorgen. Von 5.30 Uhr bis 22.00 Uhr ist das Surfen erlaubt. Nachts bleibt der Freizeitsport verboten.
Im April war eine 33-jährige Surferin im Eisbach tödlich verunglückt – damals habe die Dunkelheit die Rettungsarbeiten erschwert. Nun könne die Feuerwehr bei Bedarf helleres Licht zuschalten, hieß es von der Stadt.
Nach dem tödlichen Unfall, bei dem sich die Fangleine der Surferin im Untergrund des Eisbachs verhakt hatte, war die Eisbachwelle vorübergehend gesperrt worden. Ermittlungen zur Unfallursache brachten kein eindeutiges Ergebnis. Einige Wochen später wurde das Surfen wieder erlaubt.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Am 28. Januar 2026 rollt eine Schlepperkolonne durch die Innenstadt – Bauern fordern politische Hilfe in der Milchmarktkrise
Kampfmittel am Friedhof Lochhausen: Am Montag Sprengung. Wichtige Hinweise für Anwohner und Besucher.
Das Mathäser-Kino in München könnte einem Neubau weichen. Was bedeutet das für die Innenstadt und die deutsche Kinolandschaft?
Isar Aerospace plant den zweiten Start seiner Spectrum-Rakete vom norwegischen Raumhafen Andøya. Der Start ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem unabhängigen europäischen Zugang zum Weltraum.
Der Tierpark Hellabrunn bekommt Zuwachs aus China. Zwei Riesen-Pandas kommen im Rahmen der Panda-Diplomatie nach München.
Es hat ein Ende mit der Gerüchteküche und Spekulationen: Mit den Tokio-Hotel-Stars wagt das ZDF einen Generationenwechsel. Das Experiment ist als einmaliges Event geplant.
Zwei bis zu 155 Meter hohe Türme sollen Münchens Skyline verändern – trotz Protesten. Die Gegner setzten ihre Hoffnung zuletzt auf ein Gerichtsverfahren. Warum sie scheiterten.
Der Ratskeller in München ist Geschichte – doch bevor das traditionsreiche Lokal endgültig schließt, wird ausgeräumt: Beim großen Flohmarkt ab 20. Januar kannst du dir Möbel, Geschirr und echte Stücke Münchner Geschichte sichern.
Der Tierpark Hellabrunn bekommt Zuwachs aus China. Zwei Riesen-Pandas kommen im Rahmen der Panda-Diplomatie nach München.
Für die Wiesn 2026 wird ab sofort wieder das offizielle Oktoberfest-Plakat gesucht. Alle Infos zum Wettbewerb gibt's hier.
DESK
Luxus-Sanierungen, Abriss und leerstehende Häuser: Warum Münchner Mieter jetzt lautstark protestieren und was das Bündnis als «Schlag ins Gesicht» empfindet.
Ein Linienbus prallt in München gegen eine Hauswand – die Folgen sind schwer. Ein Mädchen stirbt, mehrere Menschen werden schwer verletzt. Wie es zu dem Unfall gekommen ist, ist noch unklar.
Ab sofort könnt Ihr bei einigen großen Festzelten auf dem Oktoberfest 2026 Tische reservieren. Wie Ihr am besten an Tische kommt, erfahrt Ihr hier.
München muss sich auf Warnstreiks im Nahverkehr einstellen. Verdi fordert höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten.
Entdecke die neuen Maßnahmen der Taskforce Bahnhofsviertel in München, um Sicherheit und Lebensqualität zu erhöhen.
Droht den Münchner Brauereien der Verlust ihrer Wiesnzelte? Der Stadtrat diskutiert Vergaberegeln - auch, ob diese im Einklang mit EU-Recht sind.
Der BGH hat entschieden: Untermieten dürfen nicht teurer sein als die eigene Miete. Kosten decken statt Gewinne erzielen!


