Streit um Wiesnzelte
Oktoberfest-Streit: Verlieren Münchens Brauereien ihre Wiesnzelte?
Stand 29.01.26 - 15:17 Uhr
Droht den Münchner Brauereien der Verlust ihrer Wiesnzelte? Der Stadtrat diskutiert Vergaberegeln - auch, ob diese im Einklang mit EU-Recht sind.

©Simon Sachseder/dpa
Bewerbung um Wiesnzelte: Eine neue Herausforderung
Ein bedeutender Streitpunkt hat sich in München entwickelt: Die Vergabe der Zelte auf dem weltweit bekannten Oktoberfest steht auf dem Prüfstand. Im Rathaus herrscht „Alarmstimmung“, denn die Möglichkeit, dass künftig auch internationale Brauereien ihre Bewerbungen einreichen könnten, sorgt für Aufruhr.
- Anzeige -Bisher waren die Wiesnzelte fest in der Hand der Münchner Brauereien. Doch nun wird darüber diskutiert, ob diese Praxis geändert werden muss, um EU-Richtlinien zu entsprechen. Diese Entwicklung könnte die Wiesnlandschaft und die lokale Brauereiwirtschaft drastisch verändern.
Die Hintergründe des Streits
Der Konflikt entbrannte, nachdem das Wirte-Ehepaar Alexander Egger und Kathrin Wickenhäuser-Egger darauf hingewiesen hatte, dass die bisherige Vergabe nicht EU-weit ausgeschrieben wurde. Ihre Anwälte argumentieren, dass dies gegen geltendes EU-Recht verstoßen könnte.
Sollte die Vergabe der Zelte tatsächlich EU-weit geöffnet werden, könnten internationale Brauereien einen Fuß in die Tür bekommen. Das würde nicht nur den lokalen Charakter der Wiesn verändern, sondern könnte auch die Preise und den Wettbewerb unter den Brauereien beeinflussen.
Stadt reagiert auf Wiesnzelt-Vergabe
Der Münchner Stadtrat steht nun vor der Herausforderung, eine Lösung zu finden, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen entspricht als auch die Interessen der lokalen Brauereien wahrt.
Wiesnchef Christian Scharpf zeigte sich im Gespräch im 95.5 Charivari davon wenig beeindruckt. In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder juristische Prozesse zu der Vergabe, die jedes Mal wieder zugunsten der Stadt ausgegangen sind. Von einer europaweiten Ausschreibung hält er nichts – und kämpft dafür, das größte Volksfest der Welt weiterhin münchnerisch zu gestalten.
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