Coronavirus in Bayern
Zu teuer: Auch in Bayern bald Ende von Lohnfortzahlung für Ungeimpfte?
Stand 10.09.21 - 11:00 Uhr
0
83 Millionen Euro hat Bayern nach Angaben von Gesundheitsminister schon an Entschädigung für Verdienstausfall gezahlt, wenn Corona-Quarantäne behördlich angeordnet war. Für Ungeimpfte soll mit der Zahlung nun Schluss sein.
Wer freiwillig ohne Impfung bleibt, muss im Fall einer Quarantäne zunehmend auf Lohnfortzahlung verzichten. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
Bayerischer Gesundheitsminister Holetschek zu den Plänen
München (dpa/lby) – Ungeimpfte sollen aus Sicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung haben, wenn sie in Corona-Quarantäne müssen.
- Anzeige -«Wenn die Impfung zumutbar ist und nicht gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, dann gibt es irgendwann auch keinen Grund mehr, dass diese Verdienstausfallsentschädigung letztlich vom Steuerzahler wieder gezahlt wird», sagte er am Donnerstagabend in der Sendung «Maybrit Illner» im ZDF. In Bayern seien das insgesamt bislang schon 83 Millionen Euro gewesen.
Nach dem Infektionsschutzgesetz sei das derzeit rechtlich schon möglich, betonte er. «Es kann nicht sein, dass die Gemeinschaft dafür zahlen muss, wenn das Risiko einer Infektion hätte vermieden werden können», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagsausgabe).
- Anzeige -In anderen Bundesländern bereits beschlossen
Nicht nur in Bayern wird darüber diskutiert, Ungeimpften Verdienstausfälle nicht mehr vom Staat aus auszugleichen, die wegen angeordneter Quarantäne entstehen.
Baden-Württemberg hatte dies bereits angekündigt – und laut Gesundheitsministerium sei davon auszugehen, dass bis 15. September jeder eine Impfmöglichkeit gehabt haben werde. In Rheinland-Pfalz soll dies zum 1. Oktober umgesetzt werden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.
Wenn jemand sich nicht gegen eine Corona-Infektion impfen lassen wolle, dürfe das «nicht zulasten der Gesellschaft gehen», sagte Holetschek im ZDF. «Wir müssen einfach auch konsequent sein.»
Im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne haben Arbeitnehmer laut Infektionsschutzgesetz Anspruch auf Entschädigung. Dies sei aber nach dem Infektionsschutzgesetz nicht mehr gegeben, wenn durch eine öffentlich empfohlene Schutzimpfung eine Absonderung oder ein Tätigkeitsverbot hätte vermieden werden können, erklärte die Sprecherin.
Auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen eine weitere Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Fall einer Quarantäne ausgesprochen. «Auch die Frage müssen wir mal entscheiden, wollen wir ungeimpften Leuten, wenn sie in Quarantäne gehen, weiterhin die Lohnfortzahlung geben – ja oder nein?», sagte Laumann am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. Diese Frage müsse er in den nächsten Tagen prüfen und entscheiden.
«Ich bin dafür, dass wir sie ihnen nicht mehr geben, damit völlig klar ist, wenn ich mir die Freiheit rausnehme, mich nicht impfen zu lassen – wobei nach allen Erkenntnissen das Impfen die einzige Möglichkeit ist, diese Pandemie in den Griff zu kriegen – dann muss ich für die Konsequenzen, die daraus entstehen, auch in vollem Umfang persönlich einstehen», so der NRW-Gesundheitsminister.
Im Gesetz stehe klar, wenn eine Quarantäne etwa durch Impfen vermieden werden könne, bestehe kein Anspruch auf Lohnfortzahlung, erläuterte Laumann. Die Quarantäne könne nach seiner Auffassung keine gesamtstaatliche Aufgabe auf Dauer bleiben, sagte der CDU-Politiker. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in NRW bislang 120 Millionen Euro für Lohnfortzahlungen in Zusammenhang mit Quarantäne ausgegeben.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
S-Bahn-Fahrgäste aufgepasst: Im Januar und Februar 2026 kommt es wegen Bauarbeiten zu massiven Sperrungen auf der Stammstrecke – wir zeigen, wann was fährt.
MünchenBudget 2026: Stimme jetzt über Vorschläge ab und gestalte München aktiv mit. 1 Million Euro stehen für innovative Bürgerideen bereit!
Etwa 350 Haushalte in München-Trudering ohne Internet und Telefon. Reparaturen laufen auf Hochtouren. Erfahre mehr über den aktuellen Stand.
Die Landshuter Allee-Brücke in München wird saniert. Erfahre alles über Verkehrsänderungen und Bauzeiten.
Der Föhringer Ring wird wegen Rodungen gesperrt. Umleitungen führen über Ismaning und Garching. Erfahre mehr über die Verkehrsänderungen im Januar.
Erlebe den Schäfflertanz 2026 in München! Entdecke die Tradition, Termine und Highlights dieses einzigartigen Brauchtums.
Weihnachten ist längst vorbei und der Christbaum hat ausgedient. Aber wohin mit den abgeschmückten Tannen, Fichten oder Kiefern? Die Sammelstellen in München im Überblick.
Alle Jahre wieder: vor dem Weihnachtsfest werden massenhaft Geschenke gekauft, die nach dem Fest dann alle wieder umgetauscht werden. Was du dabei beachten musst, erfährst du hier.
Entdecke zauberhafte Winterziele in und um München: Vom glitzernden Spitzingsee bis hin zum Schlosskanal Nymphenburg. Lass dich inspirieren und plane deinen perfekten Ausflug in die winterliche Natur!
Auch 2026 erwarten dich wieder einige musikalische und andere Festivals hier in München und der Region. Von Elektro über Hip-Hop bis hin zu Techno ist alles dabei.
DESK
Zwei bis zu 155 Meter hohe Türme sollen Münchens Skyline verändern – trotz Protesten. Die Gegner setzten ihre Hoffnung zuletzt auf ein Gerichtsverfahren. Warum sie scheiterten.
Der Ratskeller in München ist Geschichte – doch bevor das traditionsreiche Lokal endgültig schließt, wird ausgeräumt: Beim großen Flohmarkt ab 20. Januar kannst du dir Möbel, Geschirr und echte Stücke Münchner Geschichte sichern.
Der Tierpark Hellabrunn bekommt Zuwachs aus China. Zwei Riesen-Pandas kommen im Rahmen der Panda-Diplomatie nach München.
Für die Wiesn 2026 wird ab sofort wieder das offizielle Oktoberfest-Plakat gesucht. Alle Infos zum Wettbewerb gibt's hier.
Entdecke das neue "MU"-Kfz-Kennzeichen für das Münchner Umland. Reserviere deins ab 19. Januar 2026 und erfahre alles zur Umstellung!
Erfahre, wie du dich der Sammelklage gegen Meta anschließen kannst und welche Erfolgsaussichten bestehen. Schütze deine Daten!
Oberbürgermeister Reiter hebt Tempo 30 an der Landshuter Allee auf. Stickstoffdioxid-Werte sinken, Tempo 50 sorgt für besseren Verkehrsfluss.