Coronavirus in Deutschland
App-Anmeldung für Strandbesuch an der Ostsee geplant
Stand 08.06.20 - 10:42 Uhr
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In den ersten Bundesländern wird bereits für die Sommerferien gepackt, und viele zieht es in Corona-Zeiten an die Ostsee. Dort freuen sich die Küstenorte auf die Gäste, aber fürchten einen Massenansturm. Moderne Technik soll helfen.
Am Strand der Gemeinde Scharbeutz im Kreis Ostholstein. Foto: Gregor Fischer/dpa
So will die Ostsee volle Stände vermeiden
Berlin/Kiel/Scharbeutz (dpa) – Handtuch über der Liege war gestern. Eine neue App soll künftig an der Ostsee regeln, wer wann an den Strand darf.
- Anzeige -Per App buchen: Fester Zeitraum und Strandabschnitt
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will in der Urlaubszeit während der Corona-Krise auf die Buchung von Küstenabschnitten per Smartphone setzen. «Man kann über die App anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt will», sagte der CDU-Politiker zu den Plänen für das Buchungssystem. «Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung.» Die Gemeinde Scharbeutz an der Lübecker Bucht hat das System nach seinen Angaben entwickelt, jetzt könnte es auch von anderen Orten genutzt werden.
[MD_Portal_Script ScriptID="9217250" location="leftALone"]Probebetrieb an Pfingsten war erfolgreich
Günther kündigte an: «Wir werden weiter stark kontrollieren. Dass alle dicht an dicht wie in der Sardinenbüchse liegen, wird es bei uns nicht geben.» Den Verlauf des Himmelfahrts- und des Pfingstwochenendes wertete der Ministerpräsident als gutes Zeichen für den Tourismus in Schleswig-Holstein. «Beide Wochenenden sind in den Tourismusorten gut verlaufen. Es gab gelegentlich Absperrungen, wenn zu viele Tagesgäste kamen. Aber der erste Test auf die Sommersaison hat funktioniert.»
- Anzeige -Pläne für ein Ticketssystem an der Ostsee
Der Kieler Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) hatte schon Mitte Mai Überlegungen für Beschränkungen angestellt, um zu große Menschenansammlungen zu verhindern. Da werde es vielleicht darum gehen, für einige Strandabschnitte Reservierungen vorzunehmen – per App oder mit einem Ticketsystem, hatte er damals erklärt.
Zugänge zum Strand werden abgesperrt
Die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer, die auch schon mal die Zugänge in ihren Ort hat sperren lassen, um den Ansturm zu begrenzen, setzt auf die App, die vor allem den Tagestourismus lenken soll. Urlauber, die ein Zimmer im Ort gebucht haben, bekämen über ihre Kurkarte einen Zugang, sagte Schäfer vor einigen Tagen. Auch Einheimische könnten immer an den Strand. «Für die restlichen Strandplätze wird man sich dann als Tagestourist vorab ein Ticket reservieren müssen», sagte sie. Dieses System lasse sich aber nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen. «Unser Ziel ist der Beginn der Sommerferien, aber das wird sehr sportlich.»
- Anzeige -Großer Ansturm an der Ostsee für die Sommerferien erwartet
Dass die Sorge vor zu vielen Menschen an den Stränden und Promenaden berechtigt ist, zeigte das Pfingstwochenende. Da waren in vielen Küstenorten keine Strandkörbe mehr zu bekommen, und die Orte Scharbeutz und Haffkrug ließen am Montagnachmittag teilweise keine weiteren Gäste mehr rein.
Dass dies in den Sommerferien, die in einigen Bundesländern schon in zwei beziehungsweise zweieineinhalb Wochen beginnen, auch wieder so werden kann, zeigt eine Umfrage: Mehr als 40 Prozent der Deutschen würden demnach derzeit gerne Urlaub an der deutschen Ostsee machen. Auf Platz 2 landete in der am Freitag veröffentlichten repräsentativen Online-Studie des Sinus-Instituts in Zusammenarbeit mit YouGov die Nordsee in Deutschland mit 36 Prozent.
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