Öffentlicher Nahverkehr
Neuer Sensor: S-Bahnen in München zeigen bald Auslastung an
Stand 08.08.25 - 12:57 Uhr
Wie voll ist die nächste S-Bahn und in welchem Abteil habe ich am meisten Platz? Das soll das neue Projekt „Lightgate“ durch Messgeräte an den Gleisen bald feststellen können.
©Shutterstock
Projekt „Lightgate“ für Münchner S-Bahnen
Wer regelmäßig mit der S1 unterwegs ist, könnte sie schon entdeckt haben: kleine Sonnenkollektoren, die auf beiden Seiten der Gleise an Metallpfosten angebracht sind. Auch in Bahnhofsnähe sind die kleinen Geräte schon zu sehen. Dabei handelt es sich tatsächlich um Lichtschranken, die im Zuge des Projekts „Lightgate“ von der Deutschen Bahn dort angebracht wurden. Sie sollen zukünftig die Fahrgäste darüber informieren, wie voll die einzelnen Wagen der S-Bahn sind.
- Anzeige -Messung der Auslastung durch Lichteinfall
Die Lichtschranken messen die Auslastung, indem sie erkennen, wie viel Licht durch die Fenster der vorbeifahrenden Züge dringt. Je voller ein Wagen, desto weniger Licht kommt durch die Fenster und andersherum. Auch die Geschwindigkeit und die Wagenanzahl kann damit gemessen werden. Diese Informationen sollen dann auf die Anzeigen der Bahnhöfe übertragen werden, mit den Farbstufen grün, gelb und rot. Grün zeigt eine geringe Auslastung an, gelb eine Mittlere und rot eine sehr hohe Auslastung. Die Fahrgäste können sich am Bahnsteig dann so positionieren, dass sie bei einem möglichst freien Wagen einsteigen.
So sehen die Anzeigen aktuell in Hamburg aus ©DB
Auslastungsanzeigen noch dieses Jahr
Aktuell werden die ersten Sensoren entlang der S1-Strecke zwischen Laim und Freising und entlang der Stammstrecke installiert. Ziel ist es, dass die Auslastungsanzeige schon innerhalb dieses Jahres an mehreren Bahnhöfen entlang der Stammstrecke angezeigt wird. Auch die Pünktlichkeit der Züge soll sich dadurch verbessern, weil der Prozess des Ein- und Aussteigens so schneller vollzogen werden kann. Die Münchner S-Bahnen sollen Schritt für Schritt stabilisiert werden, bevor der Bau der zweiten Stammstrecke beginnt.
Projekt „Lightgate“ noch nicht vollendet
Das Projekt „Lightgate“ wurde bisher schon an einigen S-Bahn-Abschnitten in Hamburg getestet und wird nun um mehrere Großstädte in Deutschland erweitert. Allerdings ist noch unklar, wie präzise das System bei der Messung der Auslastung wirklich ist. Ein weiteres Problem ist die Schnelligkeit des Systems: Messungen von der vorherigen Station könnten bis zu Einstiegsstation eines Fahrgastes nicht mehr rechtzeitig ankommen. Es wird außerdem noch überlegt, Erfahrungswerte von Mitreisenden und prozentuale Werte in das System zu integrieren.
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