Was hat die Leute interessiert?
Was 2025 bei Google interessierte: Fußball-EM, Haftbefehl und Friedrich Merz
Stand 04.12.25 - 08:56 Uhr
Jedes Jahr blickt Google in einem Jahresrückblick auf die Themen, Persönlichkeiten und Fragen, die die Menschen bewegt haben. 2025 liegen zwei Kategorien besonders weit vorne.
©Christian Charisius/dpa
Trends, Sport, Politik und Netflix
Hamburg (dpa) – Bundestagswahl, Handball-WM und Fußball-EM der Frauen: Politische Themen und sportliche Großereignisse haben dieses Jahr auch die Internetsuche von Millionen Nutzern in Deutschland bestimmt. «Bundestagswahl» verzeichnete 2025 den höchsten Anstieg bei den Google-Suchanfragen, wie das Unternehmen in Hamburg bekanntgab. Auf Platz zwei landete die «Handball-WM», gefolgt von der «Fußball-EM der Frauen».
- Anzeige -Ebenfalls in die Top Ten der Suchdaten schafften es «Laura Dahlmeier», «Xatar» und «Labubu». Für seinen Jahresrückblick wertet Google nicht die meistgesuchten Begriffe aus, sondern den größten Anstieg beim Suchvolumen.
Keine Politikverdrossenheit zu spüren
«Politik und Sport sind die häufigsten Kategorien, die sich in den Toplisten immer wieder finden», sagte Sprecherin Lena Heuermann. «Von Politikverdrossenheit ist in Deutschland nichts zu spüren, im Gegenteil.» Viele Menschen hätten sich intensiv mit politischen Themen auseinandergesetzt. Das zeigten auch Fragen wie «Was ist die Schuldenbremse?» oder «Was ist die Brandmauer?» und «Wie wähle ich bei der Bundestagswahl?»
Neben der Handball-WM und der FIFA Klub-Weltmeisterschaft interessierte die Nutzer auch die Fußball-EM der Frauen. «Das zeigt wirklich, dass Frauensport in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist», sagte Heuermann. «Und es trägt auch der Leistung Rechnung, die die Frauen auf dem Platz gebracht haben.» Besonders interessierte die Menschen Torhüterin Ann-Katrin Berger.
Laura Dahlmeier, Charlie Kirk und Xatar
Gleich drei Abschiede landeten in den Top-Trends. Besonders das Schicksal von Biathletin Laura Dahlmeier, die im Sommer bei einem Bergunfall am Laila Peak ums Leben kam, bewegte die Menschen. Aber auch der deutsche Rapper Xatar, der Anfang Mai in einer Kölner Wohnung tot aufgefunden wurde, sorgte für viele Suchanfragen. Genauso wie das Attentat auf den amerikanischen politischen Aktivisten Charlie Kirk, der bis dahin in Deutschland nicht so bekannt war. «Durch seinen Tod sind die Suchanfragen unfassbar in die Höhe gestiegen», sagte Heuermann.
Bei den Top-Ten der deutschen Persönlichkeiten landete der Rapper Haftbefehl mit seiner Doku auf Platz eins vor Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Heidi Reichinnek (Die Linke). «Die Doku über Haftbefehl hat ein wahnsinniges Interesse bei den Leuten geweckt. Und auch Menschen, die sich mit der Musik überhaupt nicht identifizieren können, haben die Doku geschaut, um mitreden zu können», sagte die Sprecherin. Der dritte Platz für Linken-Politikerin Heidi Reichinnek unterstreiche, wie wichtig Social-Media inzwischen für Politiker geworden ist. «Außerdem zeigt es, wo sich junge Menschen ihre Informationen herholen», betonte Heuermann.
- Anzeige -Labubu und Action-Figure-Trend
Bei den Serien landete die True-Crime-Serie «Monster: Die Geschichte von Ed Gein» vor der koreanischen Serie «Squid Game» und der britischen Serie «Adolescence». Bei den romantischen Serien konnte die deutsche Serie «Maxton Hall» mit Harriet Herbig-Matten und Damian Hardung in den Hauptrollen die amerikanische Serie «The Summer I Turned Pretty» schlagen.
«Alles, was in der virtuellen und realen Welt ein Thema ist, spiegelt sich in den Google-Suchanfragen wider», sagte Heuermann. In den sozialen Medien spielte «The Summer I Turned Pretty» eine wichtige Rolle und viele Menschen bezogen Stellung, ob sie «Team Conrad» oder «Team Jeremiah» sind.
Bei den viralen Trends konnte sich der Action-Figure-Trend gegen den Tradwife-Trend und den Labubu-Trend (Plüschtierfigur aus China) durchsetzen. Beim Action-Figure-Trend können sich Nutzer mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) Bilder von sich selbst oder anderen Personen als detaillierte Actionfiguren erschaffen. Beim Tradwife-Trend inszenieren sich Frauen als «traditionelle Frauen», die in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter aufgehen.
«Jeder Trend hat einen Gegentrend», erklärte die Sprecherin. «Im vergangenen Jahr ist politisch wahnsinnig viel passiert, auch Schreckliches. Und als Gegentrend sind die Suchanfragen nach Selfcare enorm gestiegen.» Dazu gehörten Protein-Rezepte, Alkohol-Detox, Yoga-Retreats und Matcha.
Nach Beobachtung von Google hat sich das Suchverhalten insgesamt grundlegend verändert. Viele Menschen suchen demnach nicht mehr nur mit Keywords, sondern zunehmend mit ganzen Sätzen oder Fragen, verbunden mit dem Wunsch nach personalisierteren Antworten. Dafür nutzen sie zum Beispiel den KI-Modus innerhalb der Google-Suche.
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