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Coronavirus in Bayern

Wirte verklagen Versicherung auf Millionensumme f├╝r Wiesn-Ausfall

Aktualisiert 15.12.2020 - 14:09 Uhr

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Versicherer leben von Beitr├Ągen - und davon, dass der Versicherungsfall nicht oder nur in einigen F├Ąllen eintritt. Corona trifft hingegen ganze Branchen, etwa die Gastronomie. Nun fordern auch Wiesn-Wirte Versicherungsleistungen.

Wirte verklagen Versicherung auf Millionensumme f├╝r Wiesn-Ausfall

┬ę Foto: shutterstock

Muss die Versicherung den Ausfall bezahlen?

M├╝nchner (dpa/lby) – Sieben Wiesn-Wirte verklagen ihre Versicherung auf Zahlung ihrer Kosten f├╝r das abgesagte Oktoberfest. Die ersten Klagen seien unterwegs zum Landgericht M├╝nchen I, teilten die Wirte am Dienstag mit. Insgesamt geht es um einen Millionenbetrag.

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┬źDie Klagesumme liegt pro Zelt im Schnitt im mittleren sechsstelligen Bereich┬╗, sagte Sebastian Kuffler vom Weinzelt. Die Ausgaben f├╝r die Wiesn summierten sich aus Mieten ├╝ber Personal-, B├╝ro- und Lagerkosten – und den teuren Versicherungspr├Ąmien. Diesen Belastungen st├╝nden wegen der Corona-Pandemie keine Einnahmen gegen├╝ber.

Diese Wiesn-Wirte haben Klage eingereicht

Neben Kuffler haben Wirtesprecher Peter Inselkammer vom Armbrustsch├╝tzenzelt, Christian und Michael Schottenhamel von der gleichnamigen Festhalle, Eduard Reinbold vom Sch├╝tzen-Festzelt, Arabella Sch├Ârghuber vom Paulaner-Zelt, Hans Stadtm├╝ller von der Fischer Vroni sowie Ricky Steinberg vom Hofbr├Ąu Festzelt Klagen gegen die Deutsche Sport und Entertainment Versicherungsgemeinschaft (DSE) angek├╝ndigt. Das Landgericht M├╝nchen I best├Ątigte den Eingang von Klagen zun├Ąchst nicht – ├╝blicherweise geschieht dies erst, nachdem Klagen den Beklagten zugestellt sind.

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┬źDie uns zustehende Summe ist das Geld, das dringend n├Âtig ist, um unsere Betriebe w├Ąhrend der Krise weiter betreiben und dadurch Arbeitspl├Ątze erhalten zu k├Ânnen┬╗, begr├╝ndete Michael F. Schottenhamel den Schritt. ┬źDas ist genau so, als wenn einem das Haus abbrennt und die Versicherung nicht f├╝r den Schaden aufkommen will.┬╗

Wiesn-Wirte hatten sich f├╝r einen solchen Fall versichert

Allein die Pr├Ąmien h├Ątten j├Ąhrlich bei 20 000 bis 60 000 Euro gelegen, sagte Kuffler. ┬ź├ťber Jahre haben wir enorm hohe Pr├Ąmien gezahlt, und dann sollen wir auf den Ausfallkosten sitzen bleiben. Das kann nicht sein, deshalb gehen wir vor Gericht.┬╗

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Obwohl eine Epidemie als Versicherungsfall vereinbart sei, habe die DSE bisher nichts bezahlt. ┬źIch habe gedacht: Gut, wir haben eine Versicherung. Ich war blau├Ąugig┬╗, sagte Kuffler. Seit September habe man versucht, die Ausf├Ąlle ersetzt zu bekommen, in den Verhandlungen sei aber keine g├╝tliche Einigung erreicht worden. Bei der Versicherung hie├č es dazu am Dienstag, zu laufenden Verfahren gebe es aus Datenschutzgr├╝nden und zum Schutz der Kunden keine Auskunft.

Bereits vor knapp 20 Jahren nach den Anschl├Ągen vom 11. September 2001 hatten mehrere Wiesn-Wirte eine Ausfall-Versicherung abgeschlossen. Damals habe Terror als Grund im Vordergrund gestanden.

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Nicht die erste Klage der Wirte in der Pandemie

Wegen des Lockdowns und der damit verbundenen Schlie├čung gastronomischer Betriebe hatten bundesweit bereits hunderte Wirte gegen zahlungsunwillige Versicherungen geklagt – inklusive Christian Schottenhamel, der nun in der Corona-Pandemie zum zweiten Mal gegen eine Versicherung vor Gericht zieht. Bei dieser Klagewelle ging es allerdings um eine andere Art von Policen, n├Ąmlich f├╝r den Fall der Betriebsschlie├čung nach Infektionsschutzgesetz.

Im Oktober hatten sich Allianz und Schottenhamel au├čergerichtlich geeinigt; der Wirt des durch den allj├Ąhrlich im Fernsehen ├╝bertragenen Starkbieranstichs auf dem M├╝nchner Nockherberg hatte mit dem gr├Â├čten deutschen Versicherungskonzern um gut 1,1 Millionen Euro gestritten. Wie viel die Allianz am Ende zahlte, blieb offen.

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