Lokale Identität
Kleinere Städte in Bayern wollen eigenes Autokennzeichen
Stand 18.08.25 - 12:21 Uhr
Geht es nach neun bayerischen Kommunen, gibt es bald eine Vielzahl neuer Autokennzeichen. Die Rathauschefs sehen darin eine Stärkung der lokalen Identität. Was Bayerns Verkehrsminister dazu sagt.
©dpa
Mehrere Kommunen möchten eigenes Kennzeichen
Vaterstetten/München (dpa/lby) – Wird es bald eine Vielzahl der bisherigen Autokennzeichen in Bayern geben? Wenn es nach dem Wunsch der Bürgermeister von neun bayerischen Städten geht: Ja. In einem Brief haben sie sich an Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) gewandt und für die Einführung eigener Kennzeichen für alle Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern plädiert.
- Anzeige -Unterzeichnet ist der Brief von den Bürgermeistern von Vaterstetten, Zirndorf, Neufahrn, Herzogenaurach, Haar, Karlsfeld, Königsbrunn, Waldkraiburg und Geretsried. Die Kommunen haben zwischen 20.000 und 30.000 Einwohner. Bei ihrem Wunsch nach eigenen Kennzeichen beziehen sie sich auf den Vorschlag eines Professors aus Baden-Württemberg.
Die lokale Identität stärken
«Mit der Einführung eigener Buchstabenkürzel auf dem Nummernschild könnten viele Kommunen die lokale Identität sowohl nach innen als auch nach außen stärken», zeigte sich Ralf Bochert, Professor für Destinationsmanagement an der Hochschule Heilbronn, bereits im vorigen Herbst überzeugt. Das Autokennzeichen sei zudem wichtig für das Stadtmarketing und verstärke die Relevanz einer Kommune. Aus Sicht der neun bayerischen Städte stieß der Vorschlag seitdem auf «breite Zustimmung».
«Kommunale Kennzeichen können ein wirkungsvolles Mittel sein, um unsere Orte sichtbar zu machen und das Zugehörigkeitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger zu fördern», heißt es in ihrem Brief. Dabei verweisen sie auch auf die Einführung der Altkennzeichen im Jahr 2013. Dies habe sich bis heute bewährt und sei von den Bürgerinnen und Bürgern äußerst positiv aufgenommen worden.
Vaterstetten möchte das Kürzel VAT
Die neun Rathauschefs haben bereits konkrete Vorstellungen, wie ihre eigenen Kennzeichen lauten sollen. Vaterstetten im Landkreis Ebersberg hätte laut dem Ersten Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) gerne das Kürzel VAT, das fränkische Zirndorf würde gerne ZIR erhalten und Waldkraiburg im Landkreis Mühldorf am Inn setzt auf WKB.
Seit der Kennzeichen-Liberalisierung können sich Autofahrerinnen und Autofahrer bereits zwischen mehreren Orts- und Regionalkürzeln entscheiden. Das gilt allerdings nur für ausrangierte Buchstaben-Kombinationen, die bei Gebietsreformen oder Landkreisfusionen abgeschafft worden waren.
Neue Kennzeichen nur in Sonderfällen
Bevor neue Kennzeichen eingeführt werden können, müssen Länder diese beim Bund beantragen. Vorgesehen ist dies eigentlich nur in Sonderfällen. Zwei Beispiele gab es jüngst in und um München. Weil den Zulassungsbehörden die Kombinationen für neue Zulassungen auszugehen drohten, bekam die Stadt München 2023 das Kennzeichen MUC hinzu, und der Landkreis München erhielt heuer zusätzlich das Kennzeichen MU.
Würde der Vorschlag des Heilbronner Professors umgesetzt, bekämen jedoch bundesweit rund 320 Städte ein eigenes Kennzeichen. Der Wunsch danach ist vorhanden. Auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben sich nach Angaben von Bochert mehrere Rathauschefs mit dem Wunsch eigener Kennzeichen an ihr Verkehrsministerium gewandt. Bundesweit streben laut Bochert bislang rund 100 Städte eigene Kennzeichen an, wie er der dpa sagte.
Verkehrsminister Bernreiter zeigt sich offen
Bayerns Ressortchef Bernreiter zeigte sich dem Vorschlag gegenüber grundsätzlich offen. Er freue sich, dass es Bestrebungen gebe, das Heimatgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Bereits seit 2012 gebe es deswegen die Möglichkeit, Altkennzeichen zu verwenden. «Wir wollen in einem nächsten Schritt die kommunalen Spitzenverbände einbinden, um herauszufinden, wie die Verbände den Wunsch nach neuen Kennzeichen bewerten», sagte der CSU-Politiker auf Anfrage.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Die Europäische Union hat große Pläne, um Bahnreisen attraktiver und einfacher zu gestalten. Hier ist alles, was du über die geplante Bahn-Offensive wissen musst.
Nach 2022 und 2024 steht auch 2026 wieder ein NFL-Spiel in der Münchner Allianz Arena an. Alle wichtigen Infos gibt es hier.
Die Musik- und Tanzdemo "Krachparade" will auf die Subkultur der Stadt aufmerksam machen und fordert zudem mehr kulturelle Freiräume. Alle wichtigen Infos gibt es hier.
Eine bessere Anbindung zum Münchner Flughafen wird schon länger gefordert. Jetzt gibt es einen Lichtblick am Ende des Tunnels: Eine neue ICE-Verbindung soll mehrere Städte verbinden und Gäste schneller zum Flughafen bringen.
Schampusduschen verboten, Blasmusik schon eine Stunde früher und -mal wieder - Streit um die Zeltvergabe: Noch ist nicht mal Sommer, da zurrt München die Planung für die Wiesn im Herbst fest.
Eine bekannte Größe wird Deutschland beim diesjährigen ESC in Wien vertreten - Sarah Engels hat es mit ihrem Song "Fire" zum Contest geschafft.
Grün, rot, gelb: Im Münchner Rathaus gibt es künftig eine Ampel-Koalition – oder eine Mango?
Der Bundesrat stimmte dem vom Bundestag bereits beschlossenen Gesetzentwurf überraschend nicht zu.
Ab dem 9. Mai kannst Du spontan ein Last Minute Ticket bei der Deutschen Bahn buchen und damit neue Ecken in Deutschland erkunden.
Der Frühling ist da - und mit den kostenlosen Radl-Checks vom Mobilitätsreferat kannst Du auch dein Fahrrad frühlingsfit machen.
DESK
Der Stadtrat beschließt den nächsten Schritt Richtung Olympische und Paralympische Spiele. Sobald die Unterlagen in der Post sind, heißt es: abwarten. Nicht alle sind überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt.
In Possenhofen am Starnberger See verhindert eine Petition gemeinsam mit einem Unternehmen den Abriss dreier Badestege – sie werden stattdessen saniert und bleiben erhalten.
Hilf Giovanni, einem 18-jährigen Münchner, der nach einem Snowboardunfall gelähmt ist. Jede Spende zählt!
Reisenden auf der Brenner-Route verleidet eine Baustelle derzeit ohnehin die Fahrt nach Italien. Am 30. Mai aber kommt es noch viel dicker. Der Grund für die stundenlange Sperre ist ungewöhnlich.
In der Stadt München soll künftig einiges teurer werden, um dem zu hohen Stadthaushalt entgegen zu wirken. Die wichtigsten Änderungen seht ihr hier.
Auf der Münchner Stammstrecke kommt es wegen Bauarbeiten zu Sperrungen und Haltausfällen im Mai. Alle Infos.
Die Verbraucherzentrale Sachsen klagt gegen den Streaminganbieter Amazon Prime Video wegen Erhöhung der Kosten und zusätzlicher Werbung.