Schreckensnacht in München
18-Jähriger erschießt neun Menschen
Stand 30.11.16 - 10:09 Uhr
0
München steht unter Schock. Freitagabend hat ein 18-Jähriger neun Menschen am Olympia-Einkaufszentrum erschossen. Was wir über den Täter wissen
Neun Menschen tot, viele weitere verletzt. Dramatische Szenen ereignen sich Freitagabend, den 22.07.2016, in München. Schüsse am Olympia Einkaufszentrum (OEZ)! Zunächst wird von einer Terrorlage ausgegangen. Insgesamt sind 2300 Sicherheitskräfte im Einsatz. Stundenlang bleibt unklar, wie viele Täter es gibt und wo sie sich aufhalten. Zeitweise wird nach drei möglichen Tätern mit Gewehren gefahndet. In einigen Stadtgebieten bricht Panik aus, Meldungen über Schüsse am Stachus und in anderen Stadtgebieten stellen sich später als falsch heraus.
Wer steckt hinter der Tat?
Inzwischen steht fest: es handelte sich um einen Einzeltäter. Der mutmaßliche Schütze David S. ist 18 Jahre alt und Deutsch-Iranischer Herkunft. Er wurde in München geboren und war bislang noch nicht Polizei bekannt. Der Wohnort des Täters liegt im Bezirk Maxvorstadt, der Schütze hat wohl noch bei seinen Eltern gewohnt. In der Nähe des Wohnorts ist er auch zur Schule gegangen. Der Vater des Täter soll Taxifahrer sein, die Mutter arbeitet in einem Kaufhaus. Der Täter hat einen 12-jährigen Bruder. Noch in der Nacht hat die Polizei die Wohnung der Familie gestürmt. Der Vater des Täters soll derzeit im Polizeipräsidium sein. Eine Durchsuchung des Zimmers des Täters ergab KEINEN Bezug zum IS. Allerdings hat sich der Täter intensiv mit dem Thema Amok beschäftigt. Wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfahren hat, soll sich der Täter viel mit Computer-„Ballerspielen“ beschäftigt und den Amokläufer von Winnenden verherrlicht haben. Weiter heißt es, der Täter soll Probleme in der Schule gehabt haben. Der Täter hatte die mittlere Reife erlangt und befand sich nun auf der Fachhochschule.
Wie lief die Tat ab?
Am frühen Abend feuerte der Täter zunächst Schüsse in einem Schnellrestaurant ab, ehe er im Einkaufszentrum mehrere Menschen erschießt. Anschließend ergreift er die Flucht. Eine Zivilstreife stellt ihn und schießt auf ihn. Keiner der Schüss trifft den 18-Jährigen, den tödlichen Schuss fügt er sich selbst zu. Die Leiche des Täters wird etwa einen Kilometer vom Einkaufszentrum entfernt in einer Nebenstraße gefunden. Eine Pistole wird dort sichergestellt. Der Täter hat sich nach seiner Tat selbst getötet. Bislang gibt es keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.
Wie geht es nun weiter?
Polizeipräsident Andrä ruft die Bevölkerung dazu auf, den Ermittlern Handy-Videos und Bilder vom Tatort zur Verfügung zu stellen, damit der Ablauf der Tat rekonstruiert werden kann. Entsprechendes Material kann hier hochgeladen werden.
In München wurden alle Städtischen Veranstaltungen abgesagt, unter anderem der Sommernachtsraum im Olympiapark, das Oben ohne Festival, 500 Jahre Reinheitsgebot am Odeonsplatz. Auch das Tollwood wird heute und morgen geschlossen bleiben. Das Fanfest von 1860 München wurde abgesagt. Eine Liste aller abgesagten Veranstaltungengibt es hier. Das OEZ bleibt geschlossen.
Der öffentliche Nahverkehr ist seit den frühen Samstag Morgenstunden wieder in Betrieb. Ausnahme U3, sie hält nicht an der Haltestelle OEZ. Busse, Tram, etc. fahren ebenfalls nicht das OEZ an.
Als Zeichen der öffentlichen Anteilnahme hat Bundesinnnenminister Thomas de Maizière für heute, Samstag den 23.07.2016, bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet. Er will sich heute außerdem selbst in der bayerischen Landeshauptstadt ein Bild von der Lage machen. De Maizière war am Freitag nach New York gereist und hatte sich nach dem Anschlag entschieden, sofort zurückzukehren.
Um 14 Uhr wird Oberbürgermeister Dieter Reiter einen Kranz am Tatort niederlegen. Um 14.30 Uhr wird sich Kanzlerin Angela Merkel in Berlin äußern. Zudem soll das Bundessicherheitskabinett am Samstag tagen.
Mehr Beiträge und Themen
Nach der PHP-Sicherheitslücke sind Bayerns Behörden-Webseiten meist wieder online.
MünchenBudget 2026: Stimmt bis 1. November über Projekte für eure Stadt ab. Eine Million Euro stehen bereit.
Kein Alkohol mehr am Bahnsteig: Was an DB-Bahnhöfen verboten ist - und was ihr weiter dürft.
München plant einen Mietenmonitor. Er soll zu teure Wohnungsanzeigen erkennen - doch die CSU übt Kritik.
Nur wenige Kilometer vom Münchner Flughafen entfernt wurde in der Nacht offenbar eine freilaufende Raubkatze gesichtet. Nach erster Einschätzung der Behörden könnte es sich um einen Puma handeln. Das Landratsamt Erding mahnt zu höchster Wachsamkeit: Hunde sollten angeleint und Kinder nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.
Nach der Wiesn sind noch zahlreiche Marken für Maßen und Hendl übriggeblieben? Das könnt ihr damit jetzt anstellen
Historischer Rekord auf dem Oktoberfest 2026: 7,4 Millionen Gäste feierten auf einer friedlichen Wiesn. Alle Infos, Zahlen & kuriose Fundstücke im Überblick!
Ayana auf dem Cover, zwölf Tierbilder im Kalender: Hier bekommt ihr den Hellabrunn-Kalender 2027 für zehn Euro.
Was bringt der Oktober 2026? Wir zeigen euch, was sich beim Tanken, im Alltag, bei digitalen Behördengängen und an Bahnhöfen ändert.
Die Wiesn ist zur Hälfte rum - die Stadt zieht Bilanz
DESK
Neue Paketgebühr, Bahn-Angebote und Weihnachtsmärkte: Das ändert sich für euch im November 2026.
Ein Stück Gasteig für daheim: Ersteigert Möbel und Erinnerungsstücke. Die Startgebote liegen bei einem Euro.
Du bist an Halloween in München unterwegs? Dann plane für deinen Heimweg etwas mehr Zeit ein: In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 2026 sorgen Bauarbeiten für zahlreiche Änderungen bei der S-Bahn. Hier findest du die wichtigsten Infos.
Harry Kane ist der beste Spiele der Welt! Am 26. Oktober erhielt der Engländer den heißbegehrten Award vor Kylian Mbappe und Lamine Yamal.
Vincent Kompany ist nach BILD-Informationen am Freitag (23. Oktober) mit einem Notarzt in eine Münchner Klinik gebracht worden. Der Trainer des FC Bayern hatte zuletzt mit einer Virusinfektion zu kämpfen.
Die Allianz Arena leuchtet bis 24. Oktober in Klimastreifen. Führungen zeigen Klimaschutz im Stadion.
Puma bei Erding? Die Tierart bleibt unklar. Die Polizei beendet die Suche, ermittelt aber weiter.







