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Künstliche Intelligenz

Streit um künstliche Intelligenz

Aktualisiert 24.01.2023 - 14:52 Uhr

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Wenn sich zwei Giganten aus dem Silicon Valley streiten, dann schlägt das hohe Wellen – erst recht, wenn es um künstliche Intelligenz geht.

Streit um künstliche Intelligenz

KI: Fortschrittsoptimismus versus Zukunftsangst

Die Differenzen zwischen Tesla-Chef Elon Musk und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg haben daher eine ganz neue Debatte um Nutzen und Gefahren von künstlicher Intelligenz in Gang getreten und damit einen Diskurs neu entfacht, der die Geistesgeschichte seit jeher begleitet: die Spannung zwischen Fortschrittsoptimismus und Zukunftsangst. 

Künstliche Intelligenz: "Größte Bedrohung" oder wichtige Chance der Zivilisation?

Es ist schon ein starkes Stück, wenn ausgerechnet Tesla-Chef Elon Musk, seines Zeichens einer der weltweit wichtigsten Fortschrittsdenker der Elektro-Mobilität, von der künstlichen Intelligenz behauptet, sie sei die "größte Bedrohung, der wir als Zivilisation gegenüberstehen". So zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Laut Tusk müsste die Künstliche Intelligenz aus diesem Grund staatlich reguliert werden. Neu ist diese Ansicht Tusks nicht: Diesem Artikel zum Thema künstliche Intelligenz zufolge, warnte Tusk schon 2014 in einem Interview: "Es besteht das Risiko, dass binnen fünf Jahren etwas ernsthaft Gefährliches passiert."

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Gegenstimmen zu den jüngsten Äußerungen des Tesla-Chefs ließen nicht lange auf sich warten: Contra bekommt er von Facebook-CEO Mark Zuckerberg, der in der künstlichen Intelligenz stattdessen Chancen für sicherere Autos und bessere Diagnosemöglichkeiten für Kranke sieht. Tusk schoss umgehend auf Twitter zurück: "Sein [Zuckerbergs / Anm. d. Red.] Verständnis des Themas ist begrenzt", übersetzt ihn die Zeitung Die Welt.

Debatte in Zeitungen und Social Media ist entfacht

Der Streit zwischen den zwei High-Tech-Unternehmern zog eine ganze Debatte in den Zeitungen und sozialen Medien rund um den Globus nach sich. Soll die Entwicklung und Förderung von intelligenten Maschinen – etwa zum Einsatz in Fabriken – staatlich kontrolliert und bei Bedarf limitiert werden? "Ja", sagen Befürworter: Sie könnten den Angestellten die Arbeitsplätze rauben. "Nein", halten Fortschrittsoptimisten dagegen, die eher die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern in Unternehmen fördern wollen – irgendjemand muss die Maschinen zumindest mittelfristig noch einrichten und warten. Bis Maschinen selbst in der Lage sind, sich nicht nur selbst zu erschaffen, sondern auch in Betrieb zu nehmen, wird es schließlich noch eine ganze Weile dauern. So erklärt auch Wolfgang Wahlster, Präsident des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), gegenüber der FAZ: ""Elon Musk erklärt, dass Roboter alles werden besser machen können als wir – als jeder von uns. Aber damit unterschätzt er den Menschen und die Komplexität, die Menschen tagtäglich dank ihrer sozialen und emotionalen Intelligenz bewältigen".

Emotionen große Stolperfalle bei der Entwicklung von Robotern

Zwar ist die Forschung schon sehr weit darin, Robotern menschliche Sprache beizubringen – alltägliches Beispiel sind die Sprachassistenten Siri von Apple oder Amazons Alexa –, doch an menschlichen Emotionen hapert es noch. Geforscht wird in dieser Richtung trotzdem: Unter dem Schlagwort Emotion AI soll auch auf diesem Gebiet in baldiger Zukunft der Durchbruch gelingen. Doch selbst bei solchen Projekten geht es derzeit eher darum, Maschinen lediglich das Erkennen und Analysieren von menschlichen Emotionen beizubringen – eine Eigenschaft, die etwa im Gesundheitswesen oder als Sicherheitsfeature in Autos eingesetzt werden könnte.

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Andrew Ng, einer der wichtigsten Experten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, sieht das Problem ebenfalls etwas differenzierter: Er erkennt zwar die Gefahr, die Roboter für manche Arbeitsplätze darstellen, argumentiert aber gegenüber der FAZ, man solle sich eher auf dieses konkrete Problem fokussieren, "als abgelenkt zu sein von diesen dystopischen, science-fiction-ähnlichen Elementen". In jedem Fall scheint die Diskussion um Nutzen und Gefahr von künstlicher Intelligenz eröffnet. Ob Roboter Menschen jemals vollständig den Rang ablaufen, ob vorher – wie von Tusk vorgeschlagen – staatliche Regulierungsmaßnahmen getroffen werden oder ob künstliche Intelligenz nicht doch das Gesundheitswesen oder die Fertigungsindustrie zum Guten revolutionieren können, bleibt vorerst abzuwarten.

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