Gesundheitstipp
Nachtschweiß: Mögliche Ursachen und Lösungen
Stand 19.07.22 - 19:41 Uhr
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Kennst du die Situation auch? Du wachst nachts auf und hast so viel geschwitzt, dass deine Kleidung sowie deine Bettwäsche nass sind. Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter übermäßigem Schwitzen, ein Teil davon kennt das Schwitzen in der Nacht.[i] Erfahre hier, welche Ursachen hinter dem Nachtschweiß stecken können und welche Lösungen es gibt.
© Foto: shutterstock
Schwitzen — sinnvoll oder lästig?
Wirf einmal einen Blick in die Natur und hier vor allem auf andere Lebewesen. Auf diese Weise fällt schnell auf, dass die Fähigkeit bei Tag und in der Nacht zu Schwitzen etwas Seltenes ist. Neben den Menschen besitzen nur wenige andere Geschöpfe, wie zum Beispiel Pferde, diese wertvollen Drüsen. Sie sind in der Lage, Schweiß zu produzieren und tragen so zur Temperaturregulation des Körpers bei.[ii] Schwitzen ist für den menschlichen Organismus also völlig normal und nützlich für die körperliche Gesundheit.
- Anzeige -Im Alltag bemerkst du es vermutlich nicht einmal, wenn deine etwa zwei Millionen Schweißdrüsen ihre Arbeit verrichten. Anders sieht es aus, wenn du beispielsweise unter Nachtschweiß leidest oder wenn die Schweißproduktion übermäßig gesteigert ist. Dann läuft der Schweiß auch in Situationen, in denen die Regulation der Körpertemperatur gar nicht nötig wäre — etwa, wenn keine großen Anstrengungen vollbracht werden oder gerade eine Hitzewelle vorherrscht.
Nachtschweiß: Ursachen und Lösungsansätze
Genau wie auch eine übermäßige Schweißproduktion am Tag ist auch das Schwitzen in der Nacht für Betroffene zuerst einmal lästig. Schließlich ist es nicht gerade angenehm, in nasser Kleidung aufzuwachen und Bettwäsche sowie Schlafanzug oder Nachthemd ständig wechseln zu müssen.
Willst du den störenden Nachtschweiß reduzieren oder sogar ganz verhindern, dann ist es wichtig, zunächst den Ursachen auf den Grund zu gehen und deine Gewohnheiten rund um den Schlaf zu beobachten. Nächtliches Schwitzen kann dabei innere und äußere Ursachen haben:
Schlafroutine
Wenn du zum Nachtschweiß neigst, dann überprüfe doch einmal die äußeren Faktoren, die bei dir persönlich mit dem Schlafen zusammenhängen.
- Wie hoch ist die Temperatur in deinem Schlafzimmer?
- Sind Schlafbekleidung und Bettwäsche ideal gewählt?
Der Schlaf dient dir und deinem Körper zur Erholung. Dies kannst du gut unterstützen, indem du eine geeignete Schlafumgebung schaffst, die Raumtemperatur auf etwa 18°C regulierst und Stoffe ohne synthetische Materialien auswählst.[iii] Muss dein Körper keine oder nur eine geringe Temperaturregulation betreiben, reduziert sich auch das Schwitzen in der Nacht und die hierdurch bedingten Schlafstörungen lassen nach.
- Anzeige -Entspannung
Verfolgen dich Aufregung, Stress und die Hektik des Alltags noch am Abend oder nimmst du deine Emotionen vielleicht sogar mit ins Bett? Dann ist der Nachtschweiß möglicherweise eines der Symptome dafür, dass dein vegetatives Nervensystem noch nicht auf Entspannung umgeschaltet hat. Etabliere abendliche Routinen, die dir helfen, zur Ruhe zu kommen. In diesem Zusammenhang sind zum Beispiel sanftes Yoga, Meditation, Atemübungen, das Führen eines Tagebuchs oder beispielsweise ein wohltuendes Bad mit anschließendem Pflegeritual denkbar. Finde für dich selbst heraus, was dir dabei hilft, den Tag in Ruhe und ohne Sorgen abzuschließen.
Ess- und Trinkverhalten
Wenn du regelmäßig unter nächtlichem Schwitzen leidest, dann beobachte doch einmal ganz genau, wie dein Ess- und Trinkverhalten, sowie dein Genussmittelkonsum am Abend aussieht. Vermeide den abendlichen Verzehr von sehr scharfen oder fettigen Speisen sowie den Genuss von Kaffee, alkoholischen Getränken und Nikotin. Nimm ausreichend Flüssigkeit zu dir, um den Verlust durch das Schwitzen in der Nacht auszugleichen und wähle dazu am besten ungesüßten Salbei- oder Pfefferminztee. Beispielsweise kann Salbei zudem dazu beitragen, die Schweißproduktion zu regulieren.
- Anzeige -Nachtschweiß als Symptom
Du hast bereits deinen Lebensstil sowie deine Schlafgewohnheiten überprüft und gegebenenfalls modifiziert? Dennoch kommt das Schwitzen in der Nacht ab und zu oder sogar regelmäßig vor? Dann solltest du dich nicht scheuen, deinem Allgemeinarzt von den Beschwerden zu berichten. Denn übermäßiges, nächtliches Schwitzen kann auch in medizinischen Ursachen begründet sein oder als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.
Beobachtest du den Nachtschweiß bereits über einen längeren Zeitraum und es kommen eventuell weitere Symptome wie Schmerzen, erhöhte Körpertemperatur, Gewichtsverlust oder Antriebslosigkeit hinzu? Dann sind verschiedene körperliche Veränderungen und Erkrankungen als Auslöser denkbar.
Diese können von akuten oder chronischen Infektionen, bis hin zu Störungen des Stoffwechsels oder des Hormonhaushalts reichen. So führt zum Beispiel eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion genau wie Diabetes Mellitus von Fall zu Fall zum Schwitzen in der Nacht.[iii] Auch die Einnahme von blutdruck- oder fiebersenkenden Mitteln sowie Antidepressiva kann mit einer Neigung zum Nachtschweiß einhergehen.[iii] Es ist es wichtig, dass du das Auftreten des nächtlichen Schwitzens gut beobachtest und eine medizinische Abklärung in Angriff nimmst, sofern durch die Verhaltensänderung keine Besserung eintritt.
[i] Übermäßiges Schwitzen – Wenn der Schweiß zum Problem wird. barmer.de. https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/krankheiten-a-z/schwitzen-1070944. Zugegriffen 12. Juli 2022. [ii] Warum Schwitzen wichtig für uns ist. aok.de. https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/warum-wir-schwitzen-und-ab-wann-es-krankhaft-ist/. Zugegriffen 12. Juli 2022. [iii] Nächtliches Schwitzen reduzieren: Das können Sie tun. ikk-classic.de. https://www.ikk-classic.de/gesund-machen/tipps/naechtliches-schwitzen-vermeiden. Zugegriffen 12. Juli 2022.
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