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Uni Heidelberg

Motivsuche nach Amoklauf an Heidelberger Uni geht weiter

Aktualisiert 25.01.2022 - 08:52 Uhr

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Eine Studentin stirbt, drei Kommilitonen werden verletzt. Der Amoklauf an der Heidelberger Universit├Ąt ersch├╝ttert nicht nur die Hochschule und die Stadt. Doch viele Fragen sind noch offen.

Motivsuche nach Amoklauf an Heidelberger Uni geht weiter

Ein Polizeiauto und Sichtschutz stehen auf dem Gel├Ąnde der Heidelberger Universit├Ąt am Tatort eines Amoklaufes. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Amoklauf mit zwei Toten und drei Verletzten

Heidelberg (dpa) – Nach dem Amoklauf an der Heidelberger Universit├Ąt mit zwei Toten und drei Verletzten setzen die Ermittler am Dienstag ihre Arbeit fort. Offene Fragen gibt es unter anderem zum Motiv des T├Ąters und wieso er an die Waffen kam.

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Diese soll der 18-J├Ąhrige vor wenigen Tagen im Ausland gekauft haben, wie der Mannheimer Polizeipr├Ąsident Siegfried Kollmar am Montagabend sagte.

Die Ermittler gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der Deutsche erst in einem H├Ârsaal, in dem rund 30 Studenten waren, mehrmals schoss und sich sp├Ąter vor dem Geb├Ąude selbst richtete. Eine 19- und 20-j├Ąhrige Frau sowie ein 20-j├Ąhriger Mann wurden durch die Sch├╝sse leicht verletzt, eine 23-J├Ąhrige starb an den Folgen.

Nach Angaben der Polizei hatte der Mann unmittelbar zuvor eine Whatsapp-Nachricht an seinen Vater geschickt. Er habe geschrieben, ┬źdass Leute jetzt bestraft werden m├╝ssen┬╗, sagte Kollmar. Details m├╝ssten noch verifiziert werden. ┬źWir werden sein Umfeld jetzt durchleuchten in den n├Ąchsten Tagen, mit Hochdruck.┬╗

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Das Motiv des Amoklaufs weiter unklar

Der Leiter der Staatsanwaltschaft Heidelberg, Andreas Herrgen, sagte, ├╝ber ein Motiv k├Ânne bislang nur spekuliert werden. Der T├Ąter sei nicht vorbestraft gewesen. Die Ermittler m├╝ssten auch pr├╝fen, ob sich andere strafrechtlich etwas haben zu Schulden kommen lassen.

Der Mann hatte neben den Kaufbelegen f├╝r zwei Waffen mehr als 100 Schuss Munition in einem Rucksack bei sich. Er h├Ątte also nachladen und weiter schie├čen k├Ânnen, machte Polizeipr├Ąsident Kollmar deutlich.

Sowohl die Stadt als auch die Uni selbst planen Trauerfeiern. Die Kirchen und Opferschutzverb├Ąnde wie der Wei├če Ring haben Hilfen angeboten, an die sich die Verletzten, Angeh├Ârige und Zeugen der Tat wenden k├Ânnen. Dabei geht es auch um finanzielle Unterst├╝tzung. Der Opferbeauftragte der baden-w├╝rttembergischen Landesregierung, Alexander Schwarz, ├Ąu├čerte seine tiefe Ersch├╝tterung und Anteilnahme.

Landesinnenminister Thomas Strobl warb daf├╝r, die angebotene Hilfe auch anzunehmen. Studierende, die in dem Tutorium sa├čen, m├╝ssten das schreckliche Ereignis verarbeiten. Er hoffe sehr, dass sie ┬źrasch an Leib und Seele genesen┬╗, sagte der CDU-Politiker.

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Schnelles Eintreffen der Polizei gelobt

Zudem m├╝ssten Universit├Ąten angstfreie R├Ąume bleiben k├Ânnen, sagte Strobl. Auch die baden-w├╝rttembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Gr├╝ne) betonte, die Attacke habe sich an einem Ort ereignet, der f├╝r Offenheit und Begegnung stehe und Sicherheit bieten solle. Als solche Orte m├╝ssten Hochschulen gesch├╝tzt werden. Die Betroffenen m├╝ssten nun ┬źklarkommen mit etwas, mit dem schwer klarzukommen ist┬╗.

Die Gewerkschaft der Polizei lobte das schnelle Eintreffen der Einsatzkr├Ąfte. Seit dem Amoklauf von Winnenden im Jahr 2009 bilde die Polizei Baden-W├╝rttemberg ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell f├╝r solche Ereignisse aus, erl├Ąuterte der stellvertretende Landesvorsitzende von Baden-W├╝rttemberg, Thomas Mohr. Auch spezielle Amokausr├╝stung sei angeschafft worden. Das habe sich nun bew├Ąhrt, sagte Mohr. ┬źSchlimmeres konnte dadurch verhindert werden.┬╗

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