- Anzeige -

Bisher lag die Grenze bei 450 Euro

D├╝rfen Mini-Jobber bald 600 Euro verdienen?

Aktualisiert 13.10.2020 - 15:22 Uhr

0

Viele Arbeitnehmer haben einen Nebenjob, auch weil sie finanziell sonst nicht ├╝ber die Runden kommen. Soll die Verdienstgrenze erh├Âht werden? Dazu gibt es in der gro├čen Koalition unterschiedliche Meinungen.

D├╝rfen Mini-Jobber bald 600 Euro verdienen?

┬ę Foto: shutterstock

Koalition streitet um Anhebung der Lohngrenze bei Minijobs

Berlin (dpa) – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs ab. Das machte ein Sprecher des Ministeriums am Montag klar. Er reagierte damit auf Vorschl├Ąge der Union, die Anhebung der Grenze f├╝r sozialversicherungsfreie Mini-Jobs von 450 Euro auf 600 Euro pro Monat zu erh├Âhen.

- Anzeige -

Mit Blick auf eine koalitionsinterne Arbeitsgruppe sagte der Sprecher Heils, der Vorschlag der Union zum B├╝rokratieabbau liege vor und werde nun eing├Ąngig gepr├╝ft. Die Forderung nach einer Anhebung der Entgeltgrenze f├╝r geringf├╝gig entlohnte Besch├Ąftigung sei nicht neu. Das Arbeitsministerium lehne eine solche Anhebung jedoch weiter ab.

Minijobber haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld

F├╝r das Ministerium stehe der soziale Schutz von Geringverdienenden im Vordergrund. In ┬źden vergangenen Monaten mussten viele geringf├╝gig Besch├Ąftigte schmerzhaft erfahren, dass sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben und bei Jobverlust kein Arbeitslosengeld erhalten.┬╗ Eine Anhebung der Geringf├╝gigkeitsgrenze halte das Ministerium daher weiterhin f├╝r den falschen Weg.

- Anzeige -

Mindestlohn soll weiter steigen

Hintergrund der Unionsforderung ist ein steigender Mindestlohn. Der Mindestlohn liegt derzeit bei 9,35 Euro pro Stunde und soll bis Mitte 2022 schrittweise auf 10,45 Euro pro Stunde steigen. Wegen der festen 450-Euro-Grenze bei Minijobs reduzieren sich bei jeder Mindestlohnerh├Âhung die Stunden, die ein Besch├Ąftigter im Rahmen eines Minijobs arbeiten darf.

Minijobs sind nicht krisenfest und resultieren langfristig in Mini-Renten

DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte: ┬źDie Minijobgrenze aufzuweichen, ist politischer Unfug, so einen Vorschlag muss die CDU schnellstens zur├╝cknehmen. Zentrale Lehre aus den vergangenen Monaten ist: Minijobs sind nicht krisenfest und resultieren langfristig in Mini-Renten. Wir m├╝ssen endlich Anreize daf├╝r schaffen, mehr Minijobber in sozialversicherungspflichtige Jobs zu holen, statt den Rahmen f├╝r diese prek├Ąre Besch├Ąftigung auch noch auszuweiten.┬╗ Ein gemeinsames Handeln gegen Armut und Altersarmut sehe anders aus.

- Anzeige -

Unterschiedliche Stimmen in der Politik

Linke-Fraktionsvize Susanne Ferschl sagte, Minijobs geh├Ârten abgeschafft und nicht ausgeweitet. Sie seien nicht existenzsichernd und auch kein Sprungbrett in den regul├Ąren Arbeitsmarkt, sondern allzu oft und besonders f├╝r Frauen eine Sackgasse.

Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Pascal Kober, dagegen nannte eine Anhebung der Lohngrenze l├Ąngst ├╝berf├Ąllig, denn seit 2013 sei die Grenze bei 450 Euro einzementiert. Es m├╝sse eine Koppelung an den Mindestlohn geben, damit die Erh├Âhung des Mindestlohns nicht mit einer zwangsweisen Reduzierung von Arbeitszeit bei Minijobs einhergehe.

- Anzeige -

Handwerkspr├Ąsident fordert┬áeine Anhebung der Minijob-Gehaltsgrenze┬á

Handwerkspr├Ąsident Hans Peter Wollseifer hatte vor wenigen Wochen eine Anhebung der Minijob-Gehaltsgrenze von 450 auf 600 Euro gefordert. ┬źDie 450-Euro-Minijob-Grenze gibt es schon ├╝ber Jahre, w├Ąhrend der Mindestlohn immer weiter steigt┬╗, hatte Wollseifer gesagt.

Minijobber an der 450-Euro-Grenze profitierten nicht finanziell von all diesen Steigerungen, f├╝r sie verk├╝rze sich nur mit jeder Anhebung die Arbeitszeit. F├╝r die Arbeitgeber werde es dabei immer schwieriger, die wegfallenden Arbeitsstunden aufzufangen. Viele Minijobber wollten auf keinen Fall diese Grenze ├╝berschreiten. Das f├╝hre dazu, dass vielfach nicht mehr gen├╝gend Minijobber zu finden seien, etwa Verk├Ąufer bei B├Ąckern und Metzgern.

Mehr Beitr├Ąge aus Deutschland und Welt

- Anzeige -