Aktualisiert: 04.07.2022 - 12:47

Bargeld könnte an Geldautomaten aktuell knapp werden. Verdi ruft Bargeldboten zum Streik auf, denn in der aktuellen Verhandlungsrunde zu möglichen Lohnerhöhungen stockt es.

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Verdi ruft Bargeldboten zum Streik

Mehr Geldautomaten als üblich dürften in den kommenden Tagen vorübergehend kein Geld ausspucken: Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit Geldboten zu Warnstreiks aufgerufen, die die Maschinen sonst mit Bargeld befüllen.

"Die Warnstreiks werden - nach Regionen und Betrieben unterschiedlich - zwischen Freitag, 1. Juli, und Dienstag, 5. Juli 2022, stattfinden", teilte die Gewerkschaft am Donnerstagabend mit. "Bürgerinnen und Bürger sollten sich daher vorsorglich ausreichend mit Bargeld versorgen."

An diesen bayerischen Bankautomaten gibt es Probleme

Aktuell sind wohl vor allem Bankautomaten in Südbayern von den Streiks betroffen. Hier hätten etwa 80 Prozent der Geld- und Werttransporte nicht abgewickelt werden können. 

Generell gilt, dass es bei kleineren Sparkassen tendenziell weniger Probleme mit Bargeldmangel gibt, da diese Banken mit lokalen Geldtransportunternehmen zusammenarbeiten.


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Wie lange dauert der Streik?

Bis Montagabend, 24 Uhr, soll der Streik voraussichtlich andauern. Mindestens bis kommenden Donnerstag oder Freitag ist allerdings mit Behinderungen an Geldautomaten zu rechnen.

Schon am Mittwoch finden die nächsten Verhandlungen mit den Arbeitsgebern statt.

Verdi fordert höhere Stundenlöhne

In der dritten Verhandlungsrunde für die rund 11 000 Beschäftigten der Geld- und Wertbranche waren beide Seiten in der Nacht auf Donnerstag ohne Ergebnis auseinander gegangen. "Die Arbeitgeber sind noch erheblich von unseren Forderungen und den Bedürfnissen der Beschäftigten entfernt", teilte Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle am Donnerstag mit. "Deshalb werden wir nun mit Warnstreiks den Druck erhöhen."

Verdi fordert je nach Region und Dienstleistung Stundenlöhne eine Anhebung der Stundenlöhne auf 16,19 Euro bis 20,60 Euro. Für betriebliche Angestellte will die Gewerkschaft elf Prozent höhere Löhne und Gehälter durchsetzen.

Die Arbeitgeber wiederum hatten am Mittwoch eigenen Angaben zufolge "effektive Stundengrundlohnerhöhungen" zwischen 10,75 und 13,7 Prozent je nach Region in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 22 Monaten angeboten. Die vierte Verhandlungsrunde ist demnach für kommenden Mittwoch angesetzt.