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Coronavirus in Bayern

Wie gef├Ąhrlich ist die Indien-Mutante B.1.617 ?

Aktualisiert 28.04.2021 - 10:29 Uhr

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In Indien schie├čen die Fallzahlen in die H├Âhe. Und eine Virusvariante wird entdeckt. Hat sie die Lage verursacht? So einfach ist es aus Sicht des Corona-Experten Christian Drosten nicht.

Wie gef├Ąhrlich ist die Indien-Mutante B.1.617 ?

Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charit├ę, bleibt trotz der Lage in Indien gelassen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Drosten: Lage in Indien nicht nur durch Variante verursacht

Berlin (dpa) – Der Virologe Christian Drosten zeigt sich angesichts der bisherigen Erkenntnisse ├╝ber die indische Corona-Variante B.1.617 weiter relativ gelassen.

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Anhand der sehr kleinen verf├╝gbaren Datenbasis lasse sich schlie├čen, dass die Mutante nicht allein die heftige Infektionswelle in dem Land verursache, ┬źsondern das ist mehr eine bunt gemischte Virus-Population┬╗, sagte der Wissenschaftler von der Charit├ę in Berlin im Podcast ┬źCoronavirus-Update┬╗ (NDR-Info). Auch die ansteckendere Variante B.1.1.7, die mittlerweile hierzulande dominiert, sei stark vertreten.

Warum ist Indien aktuell so stark von Corona betroffen?

In Indien kommen derzeit aus Sicht Drostens mehrere Effekte zusammen: Herdenimmunit├Ąt sei dort einer Studie zufolge bei weitem noch nicht erreicht gewesen. Es werde nun eine Bev├Âlkerung durchseucht, die schon ein bisschen die Anfangsimmunit├Ąt aus den bisherigen Wellen zu verlieren beginne, sagte der Virologe.

Gleichzeitig sei die Variante B.1.617 etwas verbreitungsf├Ąhiger und robuster gegen die Immunit├Ąt. In der Fachsprache ist von Immunescape (Immunflucht) die Rede. Diese Eigenschaft sei bei B.1.617 leicht ausgepr├Ągt. Das sei auch im Vergleich mit anderen Varianten ┬źnichts, was einen wirklich gro├č beunruhigt┬╗.

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Ist die Indische-Variation gef├Ąhrlicher?

Im Moment halte er die Variante B.1.617 ┬źin der Medienbewertung (f├╝r) ├╝bersch├Ątzt┬╗, sagte Drosten. Auch gebe es keine Belege, dass Menschen durch sie schwerer erkrankten. ┬źWenn viele Leute zur gleichen Zeit infiziert werden, dann hat man auch bei den j├╝ngeren Altersgruppen auf einmal, absolut gesehen, ganz viele Kranke in einem kurzen Zeitfenster.┬╗

In Indien sei zudem die Grundgesundheit der Bev├Âlkerung weniger gut als in Deutschland, was den Effekt der j├╝ngeren Bev├Âlkerung wieder etwas ausgleiche. Drosten machte aber deutlich, dass sich der Sachstand ├Ąndern kann: ┬źEs kann sein, dass in zwei Monaten sich herausstellt, dass doch irgendwas ist mit diesem Virus.┬╗

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Impfstoffe mit einem Update zu neuen Varianten?

Zum Thema Impfen sagte der Virologe, es k├Ânne jetzt schon geplant werden, dass in Deutschland ┬źmehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen┬╗ zum Winter hin eine einmalige Auffrischung bekommen – wie bei der Grippeschutzimpfung. Wahrscheinlich k├Ânnten dann bereits Impfstoffe mit einem Update zu neuen Varianten zum Einsatz kommen.

Bestimmte Antik├Ârper auf der Schleimhaut von Genesenen und Geimpften lie├čen mit der Zeit wieder nach, erl├Ąuterte der Virologe. Es gehe aber nicht um Schwarz-Wei├č-Effekte. Wie lange dieser Schleimhaut-Schutz nach einer Corona-Impfung h├Ąlt, sei noch nicht bekannt. Aber in Grenzen k├Ânnten auch Geimpfte eine gewisse Zeit nach der Impfung wieder zur Weitergabe des Virus beitragen. Wie effizient diese Weitergabe ist, sei aber noch unklar.

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Wie lange h├Ąlt der Impfschutz?

Die bisherigen Studien zeichneten ein Bild der Corona-Impfstoffe zum Zeitpunkt relativ kurz nach der Impfung – wenn Geimpfte den optimalen Immunschutz aufgebaut haben, betonte Drosten. Nach ein paar Monaten werde sich das Bild ├Ąndern. ┬źDann werden diese Impfstoffe wahrscheinlich nicht mehr so gut belastbar aussehen, was die Weitergabe des Virus angeht.┬╗ Das m├╝sse in der ├ľffentlichkeit mit bedacht werden. ┬źEs sollte auch nicht skandalisiert werden.┬╗

Bei Atemwegserkrankungen sei die Lage nun einmal anders als etwa bei Masern, die Immunit├Ąt gegen solche Schleimhaut-Viren sei nichts Lebenslanges. Man d├╝rfe nun auch nicht denken, dass die Pandemie nie aufh├Âre, betonte Drosten. ┬źWas wir hier sehen, sind ganz normale Beobachtungen, die wir auch erwarten w├Ąhrend sich so ein Virus einspielt und auf dem Weg ist zu einer endemischen Situation.┬╗

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