Verschärfte Corona Situation
Vorgezogene Bund-Länder-Runde zu Corona-Maßnahmen
Stand 26.10.20 - 20:43 Uhr
0
Warnungen vor einer Zuspitzung der Corona-Lage werden lauter. Reicht ein regionales Gegensteuern, wenn sich das Virus auf breiter Front ausbreitet? Bund und Länder planen das nächste Krisengespräch. Die Kanzlerin hat da klare Vorstellungen.
Angela Merkel vergangene Woche vor Beginn einer Sitzung des Bundeskabinetts. Foto: Markus Schreiber/AP-Pool/dpa
Was plant Angela Merkel?
Berlin (dpa / 95.5 Charivari) – Angesichts rasant zunehmender Corona-Infektionen will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ländern dringend über eine stärkere Eindämmung beraten.
Bereits an diesem Mittwoch soll es dazu eine Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten geben – noch vor deren turnusmäßiger Konferenz am Freitag. Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Allen sei bewusst, «dass dabei jeder Tag zählt». Auch unter den Ländern rückt ein bundesweit enger abgestimmtes Vorgehen in den Blick.
- Anzeige -Drohen jetzt weitere Einschränkungen um das Coronavirus auszubremsen?
Das Kanzleramt will nach «Bild»-Informationen für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtet die Zeitung. Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut «Bild» will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.
Seibert sprach von einem «drastischen Anstieg» der Neuinfektionen und einer «sich zuspitzenden ernsthaften Lage». In zahlreichen Kommunen sei ein Nachverfolgen der Kontaktpersonen jedes einzelnen Infizierten nicht mehr möglich, da die Zahlen einfach zu hoch seien. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter 8685 Neuinfektionen binnen eines Tages – etwa doppelt so viele wie am Montag vor einer Woche mit 4325. Dabei sind die Zahlen sonntags und montags niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Samstag war mit 14 714 Neuinfektionen ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie in Deutschland erreicht worden.
- Anzeige -Bundeskanzlerin hat mehrmals an die Bevölkerung appelliert
Merkel hatte am Wochenende nochmals eindringlich an alle Bürger appelliert, Kontakte generell zu reduzieren. Am Montag mahnte sie nach Informationen der «Bild» auch in den CDU-Gremien, der Anstieg der Infektionen müsse dringend gestoppt werden. Die Situation sei «hochdynamisch» und «dramatisch». Deutschland könne bald in eine «schwierige Lage» bei Intensivbetten in den Kliniken kommen. Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) äußerte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in den CDU-Beratungen sehr skeptisch. Die Zahlen stiegen zu schnell, machte er laut Teilnehmerkreisen deutlich.
Merkel und die Ministerpräsidenten hatten zuletzt am 14. Oktober gemeinsam beraten und einige zusätzliche Maßnahmen vor allem für regionale Corona-Hochburgen vereinbart. Die Kanzlerin hatte damals bereits deutlich gemacht, dass nach etwa zehn Tagen zu sehen sei, «ob neue weitere Schritte notwendig sind oder ob die beschlossenen Schritte bereits ausgereicht haben». Zu denkbaren zusätzlichen Maßnahmen äußerte sich die Bundesregierung vorab zunächst nicht.
In ganz Deutschland steigen die Infektionszahlen stark an
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte in der ARD, bisher habe man regional Maßnahmen bestimmt, wie es zum Infektionsgeschehen passe. «Aber jetzt sind wir in der Tat in einer Lage, in der in ganz Deutschland die Zahlen steigen. Und deswegen ist es gut, dass wir auch noch mal bundesweit auf die Regeln gucken und überlegen, ob es noch weitere Maßnahmen geben muss.» Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte in München: «Ich glaube schon, dass es ziemlich ernst jetzt ist, und dass sich alle nochmal klarmachen müssen, um was es geht.» Er sagte mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz: «Das ist die Entscheidungswoche.»
[MD_Portal_Script ScriptID="9444456" location="leftALone"]Mit klaren Vorgaben einen weiteren Lockdown verhindern
Saar-Regierungschef Tobias Hans (CDU) sagte im Deutschlandfunk, er glaube nicht, «dass wir noch mal eine Lockdown-Situation brauchen oder bekommen werden wie im Frühjahr». Das gelinge aber nur, «wenn wir jetzt konzertiert als Bundesländer mit dem Bund zusammen klare Maßstäbe, die für jeden transparent sind, festlegen». Es habe keinen Sinn, wegen hoher Neuinfektionszahl-Zahlen in einem saarländischen Kreis einen sächsischen Kreis in den Stillstand zu bringen. Es solle aber jeder nachschauen können: «Ist dieser Landkreis rot, gelb oder grün?» – und Sicherheit haben, dass jeweils gleiche Maßnahmen gelten.
Die Kanzlerin sieht die Corona-Krise auch als Bewährungsprobe für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. «Die Pandemie mit ihren vielfältigen Folgen trifft uns alle, einige aber besonders hart – vor allem jene, die ohnehin nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die im Alltag Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen, die sie nun aber coronabedingt noch schwerer als sonst bekommen können. Und so gewinnt die soziale Frage an Schärfe», sagte Merkel in einer Videobotschaft bei der Verleihung des Sozialpreises 2020 der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege.
In acht Ländern begann nach den Herbstferien am Montag die Schule. Corona-Auflagen gelten vielerorts weiter oder wurden verschärft. So müssen in Berlin Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren auch im Unterricht Maske tragen. Grünen-Chef Robert Habeck forderte ein besonderes Augenmerk darauf, Schulschließungen zu verhindern. Dazu beitragen könnten Luftreinigungsanlagen in den Schulen. «Das hätte schon längst passieren müssen.»
[MD_Portal_Script ScriptID="9444455" location="leftALone"]Karl Lauterbach spricht sich für sehr kurzen Teil-Lockdown aus
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich in der «Passauer Neuen Presse» (Montag) für einen «sehr kurzen, zeitlich eng begrenzten Teil-Lockdown» aus. «Weniger Freunde treffen, weniger Restaurantbesuche, weniger ins Kino und zu Sportveranstaltungen gehen.» In Nordrhein-Westfalen bestätigte das Oberverwaltungsgericht Münster am Montag Sperrstunden für Gaststätten in Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen. Das Verbot des Alkoholverkaufs zwischen 23.00 und 6.00 Uhr diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. (Az.: 13 B 1581/20.NE).
Zwei bayerische Landkreise sind aktuell im Lockdown
Wegen stark gestiegener Corona-Zahlen gelten nun auch im bayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, wie es in einer Mitteilung heißt. Vergangene Woche wurden im Landkreis Berchtesgadener Land ähnliche Beschränkungen verhängt.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
S-Bahn-Fahrgäste aufgepasst: Im Januar und Februar 2026 kommt es wegen Bauarbeiten zu massiven Sperrungen auf der Stammstrecke – wir zeigen, wann was fährt.
MünchenBudget 2026: Stimme jetzt über Vorschläge ab und gestalte München aktiv mit. 1 Million Euro stehen für innovative Bürgerideen bereit!
Etwa 350 Haushalte in München-Trudering ohne Internet und Telefon. Reparaturen laufen auf Hochtouren. Erfahre mehr über den aktuellen Stand.
Die Landshuter Allee-Brücke in München wird saniert. Erfahre alles über Verkehrsänderungen und Bauzeiten.
Der Föhringer Ring wird wegen Rodungen gesperrt. Umleitungen führen über Ismaning und Garching. Erfahre mehr über die Verkehrsänderungen im Januar.
Erlebe den Schäfflertanz 2026 in München! Entdecke die Tradition, Termine und Highlights dieses einzigartigen Brauchtums.
Weihnachten ist längst vorbei und der Christbaum hat ausgedient. Aber wohin mit den abgeschmückten Tannen, Fichten oder Kiefern? Die Sammelstellen in München im Überblick.
Alle Jahre wieder: vor dem Weihnachtsfest werden massenhaft Geschenke gekauft, die nach dem Fest dann alle wieder umgetauscht werden. Was du dabei beachten musst, erfährst du hier.
Entdecke zauberhafte Winterziele in und um München: Vom glitzernden Spitzingsee bis hin zum Schlosskanal Nymphenburg. Lass dich inspirieren und plane deinen perfekten Ausflug in die winterliche Natur!
Auch 2026 erwarten dich wieder einige musikalische und andere Festivals hier in München und der Region. Von Elektro über Hip-Hop bis hin zu Techno ist alles dabei.
DESK
Zwei bis zu 155 Meter hohe Türme sollen Münchens Skyline verändern – trotz Protesten. Die Gegner setzten ihre Hoffnung zuletzt auf ein Gerichtsverfahren. Warum sie scheiterten.
Der Ratskeller in München ist Geschichte – doch bevor das traditionsreiche Lokal endgültig schließt, wird ausgeräumt: Beim großen Flohmarkt ab 20. Januar kannst du dir Möbel, Geschirr und echte Stücke Münchner Geschichte sichern.
Der Tierpark Hellabrunn bekommt Zuwachs aus China. Zwei Riesen-Pandas kommen im Rahmen der Panda-Diplomatie nach München.
Für die Wiesn 2026 wird ab sofort wieder das offizielle Oktoberfest-Plakat gesucht. Alle Infos zum Wettbewerb gibt's hier.
Entdecke das neue "MU"-Kfz-Kennzeichen für das Münchner Umland. Reserviere deins ab 19. Januar 2026 und erfahre alles zur Umstellung!
Erfahre, wie du dich der Sammelklage gegen Meta anschließen kannst und welche Erfolgsaussichten bestehen. Schütze deine Daten!
Oberbürgermeister Reiter hebt Tempo 30 an der Landshuter Allee auf. Stickstoffdioxid-Werte sinken, Tempo 50 sorgt für besseren Verkehrsfluss.