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Coronavirus in Deutschland

Vielversprechende Studie: Wann kommt der Corona-Impfstoff von Biontech?

Aktualisiert 09.11.2020 - 14:40 Uhr

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Sehns├╝chtig wartet die Welt auf einen Corona-Impfstoff. Als erstes westliches Unternehmen legt der deutsche Hersteller Biontech Zwischenergebnisse einer gro├čen Studie vor. Wie gut sch├╝tzt die Impfung? Und gibt es Nebenwirkungen?

Vielversprechende Studie: Wann kommt der Corona-Impfstoff von Biontech?

Das Logo des Biotechnologie-Unternehmens "BioNTech" ist auf Fahnen vor der Unternehmenszentrale in Mainz zu sehen. Foto: Andreas Arnold/dpa

Impfstoff soll  90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten

Mainz (dpa) – Erstmals gibt es zu einem f├╝r Europa ma├čgeblichen Corona-Impfstoff Zwischenergebnisse aus der f├╝r eine Zulassung entscheidenden Studienphase.

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Das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer teilten am Montag mit, ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden.

Zulassung in den USA beantragen

Biontech und der Pharmariese Pfizer wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbeh├Ârde FDA beantragen. Unabh├Ąngige Experten zeigten sich beeindruckt. ┬źEhrlich gesagt ist das die beste Nachricht, die ich seit dem 10. Januar erhalten habe┬╗, erkl├Ąrte der Virologe Florian Krammer von der Icahn School of Medicine in New York.

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Bereits 43.000 Menschen geimpft

Der Impfstoff BNT162b2 war von Biontech im Projekt ┬źLightspeed┬╗ (Lichtgeschwindigkeit) seit Mitte Januar entwickelt worden. Die f├╝r eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann ab Ende Juli in verschiedenen L├Ąndern. Inzwischen haben mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht.

Wichtige Erkenntnisse gewonnen

In der Studie wurden demnach bis Sonntag insgesamt 94 F├Ąlle der Krankheit best├Ątigt. Die Ergebnisse werden den Angaben zufolge erst dann abschlie├čend ausgewertet, wenn insgesamt 164 F├Ąlle erreicht sind. Zudem werde gepr├╝ft, in welchem Ma├č die Impfung nicht nur vor Covid-19 sch├╝tzt, sondern auch vor schweren Verl├Ąufen der Krankheit. Insgesamt sollen sowohl die Schutzwirkung als auch etwaige Nebenwirkungen ├╝ber einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet werden.

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Lob von Deutschen Ärzten

Der Infektiologe Gerd F├Ątkenheuer von der Uniklinik K├Âln sprach von ┬źgro├čartigen und vielversprechenden Daten┬╗. ┬źIch denke, das wird unseren Umgang mit der Pandemie entscheidend beeinflussen, und ich hoffe, dass rasch gro├če Mengen des Impfstoffes zur Verf├╝gung stehen werden.┬╗

Bernd Salzberger vom Universit├Ątsklinikum Regensburg rechnete mit einer baldigen Zulassung. Allerdings geben Experten auch zu bedenken, dass die Daten zun├Ąchst nur aus einer Pressemitteilung stammen und nicht aus einer wissenschaftlichen Publikation. So fehlten etwa Daten zum Schutzeffekt in bestimmten Altersgruppen.

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Beschleunigter Zulassungsprozess bei Corona-Impfstoff

F├╝r den Corona-Impfstoff gilt wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess. Bei der europ├Ąischen Arzneimittelbeh├Ârde EMA k├Ânnen Arzneimittelhersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualit├Ąt, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Pr├Ąparats einreichen.

Ein solches Rolling-Review-Verfahren hat neben Biontech auch das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca bereits vor einiger Zeit f├╝r seinen Impfstoff-Kandidaten gestartet. Astrazeneca hat bisher noch keine Phase-III-Daten ver├Âffentlicht. Zum Zeitplan daf├╝r lasse sich noch nichts sagen, teilte eine Sprecherin am Montag mit.

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50 Millionen Impfstoff-Dosen noch 2020

Das Biontech-Pr├Ąparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Es enth├Ąlt genetische Informationen des Erregers, aus denen der K├Ârper ein Viruseiwei├č herstellt – in diesem Fall das Oberfl├Ąchenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den K├Ârper zur Bildung von Antik├Ârpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Biontech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitstellen zu k├Ânnen, im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen.

Impfstoffe bereits in Russland und China

Zwar haben schon L├Ąnder wie Russland, China und k├╝rzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschr├Ąnkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bev├Âlkerung. Aber wie gut diese Impfungen tats├Ąchlich sch├╝tzen und welche Nebenwirkungen sie haben k├Ânnen, ist derzeit weitgehend offen.

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