Coronavirus in Deutschland
Merkel: Debatte über Lockerung der Corona-Maßnahmen verfrüht
Stand 27.03.20 - 12:59 Uhr
0
Heute hat der Bundesrat das Corona-Hilfspaket verabschiedet. Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge zufrieden mit dem Krisenmanagement. Die Kanzlerin macht derweil klar, was sie von der Debatte um eine Lockerung der Corona-Maßnahmen hält.
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei einer Pressekonferenz am 22. März. Momentan hält es Merkel für viel zu früh, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa
Eindämmung der Pandemie immer noch oberstes Ziel
Berlin (dpa) – Kanzlerin Angela Merkel hält es für viel zu früh, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Sie wolle «sehr klar sagen, dass im Augenblick nicht der Zeitpunkt ist, über die Lockerung dieser Maßnahmen zu sprechen», sagte sie in Berlin.
- Anzeige -Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Zahl der Infizierten verdoppele. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden, «in Richtung von zehn Tagen». Das Ziel der Maßnahmen sei es, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.
Menschen müssen Geduld haben
Die Inkubationszeit dauere mindestens fünf Tage und könne bis 14 Tage dauern, sagte Merkel. Nachdem die am vergangenen Sonntag beschlossenen Maßnahmen erst am Montag in weiten Teilen Deutschlands in Kraft getreten seien, sei man noch nicht in dem Bereich, in dem man sehen könne, ob sie wirkten.
Sie müsse deshalb «die Menschen in Deutschland um Geduld bitten», sagte die Kanzlerin und ergänzte: «Es war immer klar, dass wir erst dann, wenn wir Effekte sehen, darüber nachdenken können», die Maßnahmen zurück zu fahren. Davon sei man leider «noch ein ganzes Stück entfernt».
[MD_Portal_Script ScriptID="9108554" location="leftALone"]Zwei Monate nach der Bekanntgabe der ersten Corona-Infektion in Deutschland ist die Mehrheit der Deutschen zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 54 Prozent das Agieren des Kabinetts in der Krise eher positiv. 13 Prozent sagten sogar, sie seien «sehr zufrieden». Eher unzufrieden sind dagegen 38 Prozent. Acht Prozent machten keine Angaben.
Erste Hilfszahlung schon am 1. April
Der Bundesrat hat heute an diesem Freitag endgültig das gewaltige Hilfsprogramm in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Die ersten Hilfen sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.
Zahl der Infektionen in Deutschland
Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bund und Länder haben beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter einen Neun-Punkte-Plan, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll. Dieser Beschluss war erst am Sonntag getroffen worden. Zuletzt hatte aber bereits eine Debatte darüber begonnen, wann die Maßnahmen wieder gelockert werden können.
- Anzeige -Länderchefs warnen vor Spekulationen über ein Ende der Beschränkungen
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor verfrühten Spekulationen über ein Ende der Beschränkungen und Auflagen. «Wenn wir erfolgreich sein wollen, und wenn wir aus dieser Krise herauskommen wollen, müssen wir diesen Weg, den wir jetzt beschritten haben, weitergehen», sagte Söder in einer am Donnerstagabend verbreiteten Videobotschaft. «Deswegen mein Tipp: Noch nicht vorzeitig darüber spekulieren, wann und wie Maßnahmen gelockert werden können. Sondern jetzt ist es wichtig, die nächste Zeit gemeinschaftlich durchzustehen.»
Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Donnerstagabend in der Sendung «ARD Extra»: «Wir sind nicht über den Berg, wir stehen mitten in der Krise.» Er erklärte, man werde Ende der Osterferien beurteilen, «wo stehen wir in Deutschland».
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer nannte mögliche Maßnahmen, die zu gegebener Zeit eine Lockerung der verhängten Einschränkungen ermöglichen könnten. «Ich bin dafür, dass wir fortlaufend prüfen, ab wann es die epidemiologische Lage erlaubt, die harten Einschnitte zu lockern», sagte die Verteidigungsministerin der Zeitung «Die Welt» (Online Donnerstag/Print Freitag). «Vieles deutet darauf hin, dass die besondere Isolation von Risikogruppen, flächendeckende Tests und auch das Sammeln, Nachverfolgen und Auswerten der Daten zu Risikogruppen, Infizierungen, Erkrankungen und Heilungen uns dabei helfen können, gangbare Wege zu finden, um schrittweise die Einschränkungen wieder aufzuheben.»
- Anzeige -Geld für die Wirtschaft und Privat Personen
Um die Folgen der Corona-Krise aufzufangen, nimmt der Staat viel Geld in die Hand – vor allem, um bedrohte Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu retten. Für kleine Firmen und Selbstständige soll es direkte Zuschüsse im Höhe von 50 Milliarden Euro geben. Außerdem läuft ein unbegrenztes Kreditprogramm über die Förderbank KfW. Große Firmen können unter einen 600 Milliarden Euro umfassenden Schutzschirm schlüpfen und notfalls auch ganz oder zum Teil verstaatlicht werden. Zudem gibt es einen Kündigungsschutz für Mieter, die wegen der Krise ihre Miete nicht zahlen können. Hartz IV und Kinderzuschlag sollen einfacher fließen. Ebenfalls geplant: eine große Finanzspritze für die Krankenhäuser.
Corona-Tests sollen ausgeweitet werden
Bund und Länder streben einem Medienbericht zufolge eine Ausweitung der Testkapazitäten für Infektionen mit dem Coronavirus an. Die «Bild»-Zeitung (Freitag) berief sich auf das interne Beschlussprotokoll einer Telefonkonferenz zwischen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien der Länder vom Mittwoch. Darin heiße es: «Bund und Länder stimmen darüber ein, die Kapazitäten zur Testung auf das neue Coronavirus deutlich zu erhöhen.» Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte gesagt, die Kapazität liege mit 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch.
Mehr Beiträge und Themen
Oberbürgermeister Reiter hebt Tempo 30 an der Landshuter Allee auf. Stickstoffdioxid-Werte sinken, Tempo 50 sorgt für besseren Verkehrsfluss.
S-Bahn-Fahrgäste aufgepasst: Im Januar und Februar 2026 kommt es wegen Bauarbeiten zu massiven Sperrungen auf der Stammstrecke – wir zeigen, wann was fährt.
MünchenBudget 2026: Stimme jetzt über Vorschläge ab und gestalte München aktiv mit. 1 Million Euro stehen für innovative Bürgerideen bereit!
Etwa 350 Haushalte in München-Trudering ohne Internet und Telefon. Reparaturen laufen auf Hochtouren. Erfahre mehr über den aktuellen Stand.
Die Landshuter Allee-Brücke in München wird saniert. Erfahre alles über Verkehrsänderungen und Bauzeiten.
Der Föhringer Ring wird wegen Rodungen gesperrt. Umleitungen führen über Ismaning und Garching. Erfahre mehr über die Verkehrsänderungen im Januar.
Erlebe den Schäfflertanz 2026 in München! Entdecke die Tradition, Termine und Highlights dieses einzigartigen Brauchtums.
Weihnachten ist längst vorbei und der Christbaum hat ausgedient. Aber wohin mit den abgeschmückten Tannen, Fichten oder Kiefern? Die Sammelstellen in München im Überblick.
Alle Jahre wieder: vor dem Weihnachtsfest werden massenhaft Geschenke gekauft, die nach dem Fest dann alle wieder umgetauscht werden. Was du dabei beachten musst, erfährst du hier.
Entdecke zauberhafte Winterziele in und um München: Vom glitzernden Spitzingsee bis hin zum Schlosskanal Nymphenburg. Lass dich inspirieren und plane deinen perfekten Ausflug in die winterliche Natur!
DESK
Es hat ein Ende mit der Gerüchteküche und Spekulationen: Mit den Tokio-Hotel-Stars wagt das ZDF einen Generationenwechsel. Das Experiment ist als einmaliges Event geplant.
Zwei bis zu 155 Meter hohe Türme sollen Münchens Skyline verändern – trotz Protesten. Die Gegner setzten ihre Hoffnung zuletzt auf ein Gerichtsverfahren. Warum sie scheiterten.
Der Ratskeller in München ist Geschichte – doch bevor das traditionsreiche Lokal endgültig schließt, wird ausgeräumt: Beim großen Flohmarkt ab 20. Januar kannst du dir Möbel, Geschirr und echte Stücke Münchner Geschichte sichern.
Der Tierpark Hellabrunn bekommt Zuwachs aus China. Zwei Riesen-Pandas kommen im Rahmen der Panda-Diplomatie nach München.
Für die Wiesn 2026 wird ab sofort wieder das offizielle Oktoberfest-Plakat gesucht. Alle Infos zum Wettbewerb gibt's hier.
Entdecke das neue "MU"-Kfz-Kennzeichen für das Münchner Umland. Reserviere deins ab 19. Januar 2026 und erfahre alles zur Umstellung!
Erfahre, wie du dich der Sammelklage gegen Meta anschließen kannst und welche Erfolgsaussichten bestehen. Schütze deine Daten!
