Corona in Deutschland
Immer mehr Länder suchen eigene Wege aus Beschränkungen
Stand 06.05.20 - 17:07 Uhr
0
Am Mittwoch sprechen Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten über neue Lockerungen in der Corona-Krise. Einige Länder wollen so lange nicht warten. Dass die Geschlossenheit bröckelt, hat auch mit den Infektionszahlen zu tun.
Niedersachsen geht bei den Lockerungen seinen eigenen Weg: Ab 11. Mai dürfen Restaurants, Cafés und Biergärten unter Auflagen wieder öffnen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Ungeduld wächst in ganz Deutschland – Bundesländer werden aktiv
Berlin (dpa) – Trotz der anstehenden Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise suchen immer mehr Bundesländer eigene Wege zurück zur Normalität. Niedersachsen will die Regeln für Schulen, Gastronomie und Hotels bis Ende Mai deutlich lockern.
In Sachsen-Anhalt dürfen sich Bürger bereits wieder zu fünft statt nur zu zweit in der Öffentlichkeit treffen. Nordrhein-Westfalen drohte zugleich mit einem Alleingang bei der Kita-Öffnung, sollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten der Länder keinen einheitlichen Kurs finden.
- Anzeige -Bund und Länder haben "gemeinsame Strategie"
Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, am Ziel einer gemeinsamen Strategie von Bund und Ländern ändere sich damit nichts. Es gehe darum, die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie nicht zu gefährden und keinen Rückfall zu riskieren. Gleichzeitig aber könne es «natürlich regionale, lokale Nuancen geben». Merkel und die Ministerpräsidenten wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen beraten. Laut Seibert geht es um Beschlüsse für Schule, Kitas und Sport. Die in der vergangenen Woche beschlossenen Lockerungen etwa für Spielplätze, Museen, Zoos und Gottesdienste sind vielerorts bereits umgesetzt.
Bayern Ministerpräsident Söder kritisiert andere Bundesländer
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisierte das Vorpreschen einzelner Bundesländer bei den anderen Themen. Er sei ein «bisschen unglücklich» darüber, dass manche jetzt schon über das hinausgingen, was Bund und Länder vergangene Woche vereinbart hätten, sagte er. Der CSU-Vorsitzende sprach sich für einen gemeinsamen Rahmen und gemeinsame Maßstäbe aus, hält gleichzeitige Entscheidungen aber nicht mehr für zentral. «Wir können keinen verpflichten, etwas genau so zu tun wie der andere», sagte Söder. Bayern werde weiter einen vorsichtigeren Weg gehen. Der Freistaat ist deutschlandweit von der Corona-Pandemie am stärksten betroffen.
- Anzeige -Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisierte «Überbietungswettkämpfe» der Länder. Sie sorgten für Verunsicherung in der Bevölkerung, «und das ist brandgefährlich», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Nur wenn wir geschlossen vorgehen, können wir das Vertrauen in die Politik stärken.» FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg dagegen sprach sich für «regional differenzierte, intelligent abgestufte Lockerungen» aus. Es sei eine Stärke des Föderalismus, regional unterschiedlich vorzugehen – nach objektiv nachvollziehbaren Kriterien wie Infektionsgeschehen, Besiedlungsdichte und Auslastung der medizinischen Versorgung.
Sachsen-Anhalt lockert Kontaktbeschränkungen eher
Sachsen-Anhalt hat die Kontaktbeschränkungen bisher am weitesten gelockert. Dort dürfen sich Bürger wieder zu fünft treffen. Möglich sei das wegen der geringen Bevölkerungs- und Infiziertenzahl im Land, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Deutschlandfunk. Deutschland sei sehr heterogen, deswegen könnten die Lockerungen nicht überall zeitgleich stattfinden. «Es muss doch auch jemand Erfahrung sammeln, wie wir den Ausstieg differenziert machen können.» Sachsen-Anhalt hat hinter Mecklenburg-Vorpommern bundesweit mit die wenigsten Infizierten.
[MD_Portal_Script ScriptID="9217250" location="leftALone"]Ab der kommenden Woche sollen die Regeln allerdings auch in Niedersachsen deutlich gelockert werden, das eine mittlere Infiziertenrate hat. Ab dem 25. Mai sollen mehr Kinder in die Schulen gehen. Restaurants, Cafés und Biergärten sollen bereits ab kommendem Montag unter Auflagen wieder öffnen dürfen – genau wie Ferienhäuser und Ferienwohnungen. Hotels, Pensionen und Jugendherbergen sollen ab 25. Mai wieder arbeiten dürfen. Für alle gilt eine maximale Auslastung von 50 Prozent. Endgültig beschließen will die Landesregierung ihren Stufenplan nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch.
Nordrhein-Westfalen erhöht Druck auf die Bundesregierung
Davor erhöhte vor allem Nordrhein-Westfalen den Druck auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU): Beim Thema Kita-Öffnung müsse ein einheitlicher Kurs beschlossen werden, sonst werde man eigene Entscheidungen treffen. «Die Länder brauchen ihre Freiheit, die Pandemie verläuft in den Ländern unterschiedlich», betonte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) im «Morning Briefing»-Podcast von Gabor Steingart. «Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten.» Zwar sollten sich Erzieher und Tagespflegepersonal sicher fühlen können, aber zugleich müssten die Kinder möglichst zügig zurück in die Betreuung. Man sei so weit, einen improvisierten Regelbetrieb ins Auge fassen zu können.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Bedford-Strohm: Senioren in Altenheimen sollten mehr Selbstbestimmung erhalten
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, forderte auch mehr Entscheidungsgewalt für Bewohner von Altenheimen. Sie sollten selbst bestimmen dürfen, ob sie in Corona-Zeiten Besuch empfangen und wie viele Risiken sie eingehen wollten, sagte er in einer Videobotschaft. Es sei wichtig, mit «Schutzkleidung Angehörigen Zugang zu ihren Lieben zu beschaffen». Die hohe Zahl von Todesfällen in einzelnen Heimen zeige, dass die Ansteckungsgefahr real sei. Aber: «Es geht eben auch nicht, dass Angehörige in den letzten Lebenstagen, Lebenswochen, ihre Eltern nicht begleiten können.»
Mehr Beiträge und Themen
Nachdem der neue Terminal 1-Pier rund sechs Monate gründlich getestet wurde, startet es nun am 21. April als modernstes Non-Schengen-Terminal am Flughafen München in den Betrieb.
Die Folgen des Iran-Kriegs belasten Autofahrer und Wirtschaft. Mit einer Steuersenkung und einem Krisen-Bonus will die Koalition helfen. Weitere Reformen sollen folgen.
Die Gewerkschaft Verdi ruft ihre Mitglieder, die im öffentlichen Nahverkehr beschäftigt sind, zur Arbeitsniederlegung auf. Betroffen sind unter anderem München, Nürnberg und Augsburg.
Nächsten Mittwoch solltest du beim Autofahren besonders aufpassen. Der alljährliche Blitzermarathon findet in Bayern statt. Wann und wo du mit den Blitzern rechnen kannst, erfährst du hier.
Lufthansa-Flüge ab Frankfurt und München stehen still: Das Kabinenpersonal ist zum Streik aufgerufen. Wie die Airline reagiert.
Fahrgäste der S-Bahn in München sind oft leidgeprüft. Dabei sieht die jüngste Bilanz sieht nicht mehr so schlecht aus wie zuletzt. Den neuen Chef erwartet trotzdem eine «Herkulesaufgabe».
In München sind Osterfeuer eine beliebte Tradition, die jedes Jahr zahlreiche Besucher anzieht. Erfahre hier, wo du die schönsten Osterfeuer in München finden und erleben kannst.
Es gab eine Fülle von Themen bei der Verkehrsministerkonferenz. Nicht in allen Punkten waren sich Länder und Bund einig.
Die Magie ist zurück: HBO zeigt den ersten Trailer zur neuen Harry-Potter-Serie. Fans müssen sich aber noch gedulden – der Start ist für Weihnachten 2026 geplant.
Mach mit beim Musikwettbewerb "A Liad für d’Wiesn 2026" und präsentiere deinen Song auf dem Oktoberfest! Jetzt bis 26. April teilnehmen.
DESK
Fluffige Dampfnudeln, Karussells, Geschirr: All das und mehr findest du ab dem 25.04. wieder auf der Auer Dult. Alle Infos dazu findest du hier.
Wir haben für dich die schönsten Dachterrassen Münchens getestet. Wo du leckere Drinks, bei einer unglaublichen Aussicht das schöne Wetter genießen kannst, erfährst du hier.
Auf der Münchner Stammstrecke kommt es wegen Bauarbeiten zu Sperrungen und Haltausfällen im Mai. Alle Infos.
Biergarten-Feeling, Klosterruhe oder Kulturtour – und das ganz ohne Auto! Der MVV hat neue Entdeckungstouren zusammengestellt, mit denen ihr ganz bequem mit den Öffis raus ins Umland kommt. Wir zeigen euch, welche Highlights euch erwarten.
Die Sonne lässt sich wieder öfter blicken, die Tage werden länger und wärmer. Zeit für die Lokale der Stadt, ihre Schanigärten aufzubauen.
Das schöne Wetter ist da - und die Münchner strömen wieder raus! Eine Echtzeit-Karte zeigt, welche Cafés und Restaurants gerade Sonnenplätze haben.
Noch könnt ihr euch euren Stand sichern: Der große BRK-Flohmarkt auf der Theresienwiese geht im April wieder an den Start. Wer verkaufen will, sollte schnell sein – die Plätze sind begehrt.