Coronavirus in Bayern
Bayern will sich Ende Mai von Impf-Priorisierung lösen
Stand 14.04.21 - 15:50 Uhr
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Hunderttausende Menschen warten in der Corona-Pandemie händeringend auf die erlösende E-Mail vom Impfzentrum. Doch noch wird weitgehend strikt nach der vom Bund vorgegebenen Reihenfolge vorgegangen. In Bayern soll sich das bereits im Mai ändern.
© Foto: shutterstock
Das sin die bayerischen Impf-Pläne
München (dpa/lby) – Bayern will sich bereits in gut einem Monat von der Impf-Priorisierung lösen und im Kampf gegen das Coronavirus breite Bevölkerungsschichten immunisieren lassen.
- Anzeige -Von Mitte Mai an sollen unter anderem auch Betriebsärzte ihre Belegschaften impfen können, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.
Impfzentren in Bayern kommen schnell voran
In Bayern seien bereits drei Millionen Impfdosen verabreicht worden. 860 000 Menschen hätten vollen Impfschutz erhalten. «Wir wollen alles dafür tun, dass wir da tatsächlich noch schneller vorankommen», sagte der Minister. «Ich höre schon von einigen Impfzentren, dass es sehr schnell durchgeht, manche sind schon in der dritten Priorisierungsstufe», betonte er.
«Ich glaube, wir werden diese Priorisierung spätestens im Mai aus meiner Sicht aufgeben müssen.» Bereits jetzt werden etwa in Hotspots wie Hof Sonderkontingente an alle Erwachsenen verabreicht.
- Anzeige -Corona-Lage in Bayern «weiter besorgniserregend»
Insgesamt nimmt die Dramatik der Corona-Lage in Bayern nach Einschätzung der Landesregierung weiter zu. «Die Lage ist weiter besorgniserregend», sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). Die Inzidenz im Land liege bei 160, im Vergleich zur Vorwoche gebe es 100 Prozent mehr Todesfälle.
Zudem seien die Intensivstationen immer stärker ausgelastet. Generell sei zu beobachten, dass gerade Jüngere stärker von Infektionen betroffen seien. Rund fünf Prozent aller registrierten Corona-Tests seien derzeit positiv, Tendenz steigend. Einziger Lichtblick sei die positive Entwicklung bei den Impfungen.
- Anzeige -Intensivbetten in Bayern werden knapp
Derweil werden wegen der Corona-Krise die Intensivbetten langsam wieder knapp. In den vergangenen drei Wochen sei die Auslastung der sogenannten ICU-Betten um 43,5 Prozent gestiegen, sagte Gesundheitsminister Holetschek. Die Situation sei «noch beherrschbar», bereite angesichts der steigenden Infektionszahlen aber Sorgen.
Nach Angaben des Geschäftsführers der bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, werde der bisherige Höchststand bei der Belegung von Intensivbetten vom Januar dieses Jahres in den nächsten zwei Wochen überschritten. «Die Frage ist nur: Wohin geht es noch?»
- Anzeige -Lockdown in Bayern erneut verlängert
Der bayerische Ministerrat verlängerte am Dienstag den geltenden Lockdown mit allen Maßnahmen bis zum 9. Mai – unabhängig von einer möglichen bundesweiten Regelung zur sogenannten Notbremse. Der geplanten Änderung auf Bundesebene werde sich Bayern nicht in den Weg stellen, kündigte Staatskanzleichef Herrmann an.
Die Freien Wähler als kleinerer Koalitionspartner hatten zuvor Widerstand angekündigt, weil sie bayerische Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen in Gefahr sehen. Es handele sich jedoch nicht um ein Gesetz, bei dem die aktive Zustimmung des Bundesrates nötig sei. Es werde «vermutlich auf eine Enthaltung» Bayerns im Bundesrat hinauslaufen, sagte Herrmann.
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