Herbsturlaub 2020
Ans Meer oder in die Berge: Herbsturlaub in Corona-Zeiten
Stand 09.10.20 - 16:11 Uhr
0
Die neuen Reiseauflagen wegen steigender Infektionszahlen erschweren den Herbsturlaub in Deutschland. Wer aus einem Corona-Risikogebiet anreist, für den gelten besondere Regeln. Zwar ist ein Urlaub am Meer oder in den Bergen auch dann möglich - aber nur mit negativem Corona-Test.
Foto: Bernd Thissen/dpa
Herbstferien 2020: Risikogebiete & steigende Corona-Zahlen
Kiel/München (dpa) – Mitten in der Ferienzeit herrscht Wirrwarr beim Umgang mit Urlaubern aus deutschen Corona-Risikogebieten. Viele Menschen sind verunsichert, ob und unter welchen Voraussetzungen ihr Herbsturlaub zum Beispiel in beliebten Zielen an Nord- und Ostsee oder in Bayern möglich ist.
- Anzeige -Die Regeln sind je nach Land teils anders – auf was Urlauber bei der Auszeit an der See oder in den Bergen achten müssen:
Wann wird eine Region Risikogebiet?
Zentrales Kriterium beim Krisenmanagement ist, ob es in einer Region mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Beherbergungsverbote hängen laut den Landesregierungen von Bayern und Schleswig-Holstein aber nicht ausschließlich am sogenannten Inzidenzwert. Wenn ein Ausbruch klar eingrenzbar ist, wie etwa zuletzt in Schlachthöfen, kommt nicht zwangsläufig ein generelles Beherbergungsverbot für Menschen aus dieser Region.
Wann kann ich meinen Urlaub antreten?
Ohne negativen Corona-Test wollen die meisten Länder Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Infektionszahlen nicht mehr in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Es gibt aber unterschiedliche Regeln. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen reicht ein negatives Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist. Maßgeblich ist der Tag der Anreise. Auch in Bayern sind Gäste damit willkommen. Dort gelten aber auch Beherbergungsverbote für einzelne Bezirke Berlins, Bremen sowie die Städte Hamm und Remscheid in NRW. Mecklenburg-Vorpommern schreibt für Urlauber aus Risikogebieten dagegen eine 14-tägige Quarantäne direkt nach Einreise vor. Die Wartezeit kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein zweiter, selbst zu bezahlender Test nach fünf bis sieben Tagen ebenfalls negativ ausfällt.
- Anzeige -Wo bekommen Urlauber einen Corona-Test?
Wer auf Nummer sicher gehen will, meldet sich frühzeitig beim Hausarzt oder einer speziellen Praxis für Reisemedizin. Wer in den Urlaub wolle, solle aber nicht in die Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes kommen, sagt Andreas Bobrowski vom Berufsverband Deutscher Laborärzte. Wer einen Test allein für die Anreise zum Urlaubsort braucht, hat in der Regel keine Krankheitssymptome. In diesem Fall wird der Test von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen. Die Kosten liegen für Privatpatienten laut Gebührenverordnung bei etwa 120 Euro pro Person für die Laboranalyse. Hinzu kommen weitere 20 Euro für den Abstrich beim Arzt.
- Anzeige -Ist die Ansteckungsgefahr auf der Couch bei Freunden größer?
Grundsätzlich kann man sich überall mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. In Schleswig-Holstein sind auch Familienbesuche ohne Test möglich, in Mecklenburg-Vorpommern bei engsten Angehörigen. Für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) liegt der Hauptunterschied darin: In Hotels gebe es sehr viele Gäste, somit könne das gesamte Hotel ein Infektionsherd sein – und dann auch das Hotelgewerbe erheblich leiden. «Man stelle sich vor, wir haben jetzt eine Übertragung der Infektion in touristische Gebiete. Dann ist das fast das Ende des Tourismus, und zwar dauerhaft», warnt er.
- Anzeige -Welche Storno-Regeln gelten?
Es ist fraglich, ob Urlauber Stornierungsgebühren zahlen müssen, wenn sie ihren Aufenthalt absagen. Der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover geht nicht davon aus, dass Urlauber auf ihren Kosten sitzenbleiben. Es gelte erst einmal ein Beherbergungsverbot. In diesem Fall müsse die Unterkunft das angezahlte Geld zurückzahlen, Stornierungsgebühren dürften vom Gast nicht kassiert werden. «Man kann niemanden verpflichten, einen Test zu machen», sagt er. Der Deutsche Ferienhausverband rät wegen unklarer Rechtslage, eine einvernehmliche Einigung mit dem Gastgeber zu erzielen – etwa den Aufenthalt auf Kulanzbasis gebührenfrei zu verschieben. Nach Ansicht des Hotelverbandes Deutschland IHA fällt der Corona-Test in den Verantwortungsbereich des Gastes. Die Pflicht zur Zahlung bestehe weiterhin.
Was sagen die Hoteliers?
Die Tourismusbranche und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fürchten, dass viele Menschen wegen der Corona-Tests auf eine kurzfristige Reise im Herbsturlaub verzichten. Der Dehoga fordert bundeseinheitliche Regeln für den Umgang mit Touristen aus Deutschland. Im Nordosten schauen die Betreiber auf die Entwicklung der Infektionszahlen in Berlin. «In traditionellen Reisezielen der Berliner wie Usedom und Rügen kommen aktuell 30 bis 40 Prozent der Buchungen aus der Bundeshauptstadt. Wenn die Corona-Ampel dort auf Rot gestellt wird, weiß ich nicht, wie die Hoteliers bei uns die geltenden Corona-Quarantäneverordnung umsetzen sollen», sagt der Präsident des Landesverbandes, Lars Schwarz.
- Anzeige -Welche Strafen drohen?
In Bayern wird es für Hotels, Campingplätze oder Pensionen, die Gäste aus Risikogebieten aufnehmen, teuer. Der Bußgeldkatalog sanktioniert das Vergehen dort mit 5000 Euro. Gäste aus Risikogebieten müssen dagegen in dem Fall kein Bußgeld fürchten. In Schleswig-Holstein arbeitete die Landesregierung ebenso wie die in Niedersachsen am Donnerstag noch an ihrer Verordnung. Zu Strafen konnte das Gesundheitsministerium in Kiel keine Angaben machen.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Die Gewerkschaft Verdi ruft ihre Mitglieder, die im öffentlichen Nahverkehr beschäftigt sind, zur Arbeitsniederlegung auf. Betroffen sind unter anderem München, Nürnberg und Augsburg.
Alle Jahre wieder feiern wir in München den irischen Nationalfeiertag. So groß, wie sonst nirgends auf dem europäischen Festland. Alle Infos zum St.Patrick's Day bekommst du hier!
Es schneite und schneite: Am Flughafen München hat das in der Nacht zum Freitag weitreichende Folgen für Hunderte Reisende gehabt.
Strengere Vorgaben für den Umgang junger Menschen mit sozialen Medien bekommen immer mehr Unterstützung. Nach der SPD votiert nun auch die CDU für gesetzliche Schranken.
Giesinger Bräu plant seine Bierrevolution: Brauerei-Chef Steffen Marx kündigte an, einen Bürgerentscheid anzustoßen, um sein Bier ab 2027 auf der Wiesn ausschenken zu dürfen.
Eine Mutter aus München-Giesing hat sich an Larissa gewandt – mit einer Bitte, die ans Herz geht. Jede Unterstützung hilft!
Zimmerbrand in der Schwanthalerstraße: Feuerwehr war im Einsatz, Vollsperrung. Mittlerweile ist der Brand unter Kontrolle und alle betroffenen Personen wurden gerettet.
Zwei Anwohner der Landshuter Allee erstreiten langsameres Fahren am Mittleren Ring für bessere Luft - doch die Stadt München will das Tempolimit nicht ändern. Jetzt hofft sie auf die nächste Instanz.
Die Eisbachwelle im Englischen Garten ist zurück! Überraschende Wende nach Surfverbot. Erfahre mehr über den Testbetrieb und die geplante Demo.
„All good things come to an end.“ Nach fast zehn Jahren muss der Blitz Music Club nun seine Türen schließen.
DESK
Lange genug haben wir darauf gewartet...Die ersten warmen Sonnenstrahlen sind da! Und damit auch der Durst nach Aperol Spritz. Wir haben euch die günstigsten Spots in München zusammengestellt.
Was haben Rente, Naturschutz, Kennzeichen, Mindestlohn und die Sommerzeit gemeinsam? All das ändert sich im März 2026!
Das schöne Wetter kommt nach München - damit startet auch mehr oder weniger offiziell die Biergartensaison! Welche schon offen haben, erfahrt ihr hier.
Darf ich beim Streik ins Homeoffice? Was ist, wenn ich zu spät komme? Müssen meine Kinder zur Schule & kann ich meinen Termin noch stornieren? Alle Antworten findet ihr hier.
Die Stadt wollte den Vollzug aussetzen, bis der Verwaltungsgerichtshof entschieden hat - dieser sieht dafür keinen Grund. Der Oberbürgermeister kritisiert die Entscheidung, will sie aber befolgen.
Zweimal schon war die NFL mit regulären Saisonspielen in München zu Gast. Jetzt sind zwei weitere Termine in den nächsten Jahren bestätigt.
Ihr wollt einen der erfolgreichsten Popstars live erleben? Am Donnerstag (26.02) habt ihr die Chance dazu! US-Sänger Jason Derulo perfomt in München. Alles, was ihr dazu wissen müsst, gibt's hier.