Street Art in München
Polizei nimmt Verdächtigen in Altfall «Mord im Hasenbergl» fest
Stand 21.12.23 - 13:05 Uhr
Im Jahr 2000 kam es zu einem Mord im Hasenbergl. Die Polizei hat jetzt einen Tatverdächtigen festgenommen - der Mann wurde damals schon des Mordes verdächtigt.
©shutterstock
Tatverdächtiger von damals wurde festgenommen
Am Sonntag, 20.02.2000, wurde gegen 20.40 Uhr eine 28-jährige Türkin tot in ihrer Wohnung in München-Hasenbergl aufgefunden. Die 28-Jährige lebte mit ihren vier Kindern dort. Von ihrem Ehemann hatte sie sich bereits seit circa drei Jahren getrennt. Im Frühjahr 2000 sollte hier nun die Scheidung erfolgen. Die Kinder (damals zwischen vier und neun Jahre alt) waren von der Mutter des Ehemanns im Rahmen der Sorgerechtsregelung am Freitag, 18.02.2000 bei der 28-Jährigen abgeholt worden. Als die Kinder wieder zurückgebracht werden sollten, kam es zur Auffindung der getöteten 28-jährigen Mutter.
- Anzeige -Die Ermittlungen wurden damals aufgrund der Gesamtumstände von der Münchner Mordkommission übernommen. Diese ergaben, dass die 28-Jährige durch Gewalteinwirkungen gegen den Hals getötet wurde. Bei der Auffindung fand man sie dem Anschein nach erhängt an einem Türknauf des Kleiderschrankes vor. Eine durchgeführte rechtsmedizinische Untersuchung ergab jedoch Hinweise auf eine Fremdeinwirkung. Aufgrund der getätigten Ermittlungen wurde schließlich der Ehemann, ein damals 32-jähriger Türke, als Tatverdächtiger festgenommen. Nach circa vier Wochen musste er aber wieder aus der Untersuchungshaft entlassen werden, da der Tatverdacht nicht ausreichend bestätigt werden konnte.
Ermittlungen gingen immer weiter
Die Ermittlungen in dieser Sache ruhten aber nicht, sondern wurden über all die Jahre bei der Staatsanwaltschaft München I und dem Kommissariat 11 des Polizeipräsidiums München fortgeführt. Zuletzt wurde die Tat als sogenannter Altfall bearbeitet. Im Rahmen der erneut aufgenommenen Ermittlungen erhärtete sich nun schließlich abermals der Tatverdacht gegen den mittlerweile 56-jährigen damaligen Ehemann der Getöteten.
Die Staatsanwaltschaft München I beantragte daraufhin einen Haftbefehl wegen Mordes, der vom Amtsgericht München antragsgemäß erlassen wurde. Der 56-Jährige, welcher immer noch in München wohnhaft ist, wurde nun am Vormittag des Freitags, 15.12.2023, durch Polizeibeamte erneut in dieser Sache festgenommen, über 23 Jahre nach Tatvollendung. Er befindet sich in Untersuchungshaft.
Hinweis der Münchner Polizei zu häuslicher Gewalt
Sollten Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld Opfer häuslicher Gewalt werden, weist die Polizei auf die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten hin, die es in diesem Bereich mittlerweile gibt. Seit dem 01.01.2002 ist für den Bereich der häuslichen Gewalt eigens das Gewaltschutzgesetz in Kraft gesetzt worden, das seitdem einen verbesserten Schutz für Opfer häuslicher Gewalt bietet.
Die Polizei kann betroffene Personen nun besser schützen, wenn diese unmittelbar in Gefahr sind, indem sie
- dem Täter für eine bestimmte Zeit verbietet, ihre gemeinsame Wohnung zu betreten (Platzverweis)
- bei schwerwiegenden Fällen den Täter in Gewahrsam nimmt
- weitere Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreift (beispielsweise Kontaktverbot)
Über folgende Links gibt es weitere Hilfsangebote
- Beauftragte der Polizei für Kriminalitätsopfer
- Hilfetelefon
- Beratungsstelle der Polizei
- Eigene Rechte kennen
- Proaktive Beratung
- weitere Infos
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