Für mehr Sicherheit
Pilotprojekt: Bahnsteigtüren für München
Stand 02.08.19 - 14:46 Uhr
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Schon seit längerem sind in München Glastüren an U-Bahnhaltestellen im Gespräch. Die Ergebnisse der MVG-Machbarkeitsstudie dazu zeigen: Ein neues Sicherungssystem kann das ermöglichen. Alle Infos dazu hier.
© Visualisierung: MVG
Am Olympiazentrum sollen die ersten Bahnsteigtüren kommen
In Städten wie London oder Paris sind Glastüren an vielen U-Bahnhöfen zum Schutze der Bevölkerung gang und gäbe. Nach zwei tödlichen Angriffen auf Bahnsteigen, bei denen Personen auf die Gleise gestoßen wurden, stellen viele Menschen die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen in Frage. Jetzt könnten die Bahnsteigtüren auch schon bald nach München kommen.
- Anzeige -Das sind die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie
Bereits Anfang des Jahres hatte der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund Bahnsteigtüren für mehr Sicherheit im Nahverkehr gefordert. Ende 2018 war ein blinder Mann ins Gleisbett gefallen und tödlich verunglückt, nachdem er die Orientierung verloren hatte. Daraufhin hat die MVG eine Machbarkeitsstudie zum Einbau von Sicherheitstüren an Bahnsteigen vergeben.
Die Machbarkeitsuntersuchung hat jetzt ergeben, dass Bahnsteigtüren in der Münchner U-Bahn grundsätzlich nachgerüstet werden können. Laut MVG-Chef Ingo Wortmann muss das bestehende Zugsicherungssystem aus Altersgründen ersetzt werden. Das neue, geplante Sicherungssystem ermöglicht ein genaueres Halten der Züge. Wenn Züge mit einheitlichem Türabstand eingesetzt werden, können Bahnsteigtüren an die Münchner Gleise kommen.
Allerdings: Die Ausstattung des kompletten U-Bahnsystems würde viele Jahre dauern und in Kombination mit weiteren Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen in die anstehende Grunderneuerung des Netzes integriert werden. Die Kosten werden aktuell auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.
- Anzeige -Andere Sicherheitssysteme wie etwa Laser- oder Radarkontrollen hatten sich in der Vergangenheit als fehlerhaft erweisen.
Aktuell sorgt in München vor allem Sicherheitspersonal an den Bahnsteigen von Hauptbahnhof und Sendlinger Tor für Sicherheit beim Einsteigen. In Zukunft soll vermehrt Sicherheitspersonal eingesetzt werden, außerdem wird die Videoüberwachung an den S-Bahnhöfen nachgerüstet.
Test im U3-Bahnhof Olympiazentrum
Ab 2023 sollen die Bahnsteigtüren im U-Bahnhof Olympiazentrum getestet werden. Bei dem Pilotprojekt soll eine von vier Bahnsteigkanten verglast werden. Auf der Grundlage des Test-Projektes soll dann entschieden werden, an welche U-Bahnhöfe die Glastüren kommen sollen.
Das sind die Sicherheitsvorkehrungen im Ausland
Neben den Glastüren, die sich erst beim Halten der U-Bahn öffnen gibt es in anderen Ländern noch andere Sicherheitsvorkehrungen. An den großen Pariser Bahnhöfen sorgen beispielsweise Schranken vor vielen Gleisen dafür, dass die Passagiere erst auf das Gleis der Fernzüge gelangen, wenn der Zug gehalten hat. An vielen Bahnhöfen, wie etwa in China, Italien oder den Niederlanden darf nur auf’s Gleis, wer über ein Ticket für den jeweiligen Zug verfügt.
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