Bahnverkehr
Beinahe Unfall am Freitag: ICE streift Regionalbahn zwischen München und Ingolstadt
Stand 19.11.23 - 22:41 Uhr
Auf der Bahnstrecke München Ingolstadt ist es zu einem Zugunglück gekommen. Ein ICE streifte einen Regionalzug. Es soll niemand schwerer verletzt sein.
©shutterstock
Beinahe Unfall von zwei Zügen
Reichertshausen (dpa) – Nach dem seitlichen Zusammenstoß eines ICE mit einem Regionalzug auf halber Strecke zwischen München und Ingolstadt hat die Bahn die Strecke wieder weitgehend frei gegeben. Drei der vier Gleise sind wieder befahrbar, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin am Sonntag sagte. Es gibt demnach keine Zugausfälle und Umleitungen mehr, aber es kann weiterhin zu Verspätungen im Regionalverkehr kommen.
- Anzeige -Die Züge waren am Freitagnachmittag an einer Weiche am Bahnhof in Reichertshausen (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) seitlich zusammengestoßen. Sieben Menschen wurden dabei leicht verletzt. Zwei der Leichtverletzten wurden am Freitag im Krankenhaus Pfaffenhofen behandelt, aber noch am selben Tag wieder entlassen. Das sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Nürnberg.
Was war die Ursache für den Unfall?
Ob ein technischer Defekt oder ein menschlicher Fehler den Unfall verursacht hat, war zunächst unklar. Die Bundespolizei ermittelt laut Sprecherin wegen Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die zwei Lokführer und der Fahrdienstleiter werden demnach aber nicht als Beschuldigte, sondern als Zeugen geführt. Sie waren bis zum Wochenende aber noch nicht vernommen.
Beide Züge wurden in eine Werkstatt gebracht. Eine Weiche und Schienen waren beschädigt. Der Bahnhof Reichertshausen hat zwei Bahnsteiggleise für Regionalzüge und zwei Fernverkehrsgleise. Noch gesperrt ist eines der beiden Bahnsteiggleise, der Fernverkehr lief laut Bahnsprecher am Sonntag wieder ohne Einschränkungen. Wann auch die Sperrung des zweiten Bahnsteiggleises wieder aufgehoben werden kann, stand am Wochenende noch nicht fest.
- Anzeige -Nach Angaben der Bahn hatten die Züge einander am Freitag gegen 14.15 Uhr an einer Weiche am Bahnhof Reichertshausen gestreift. Laut Polizei war die Regionalbahn gerade aus dem Bahnhof herausgefahren, als es zu dem Zusammenstoß mit dem durchfahrenden ICE kam. Die rund 700 Fahrgäste aus den beiden Zügen mussten ihre Fahrt später mit Bus, Taxi oder anderen Zügen fortsetzen.
Bahn-Experte plädiert für besseren Schutz
Der Bahn-Experte Markus Hecht plädierte für besseren Schutz vor Zugkollisionen in Deutschland. Der Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge an der Technischen Universität Berlin fordert die Einführung eines bislang in Deutschland nicht zugelassenen Typs von «Entgleisungsweiche». Dieser Typ von Weiche bringt Züge, die unvorhergesehen auf ein Hauptgleis fahren, vor einer Kollision zum Entgleisen. Zudem soll die Konstruktion dafür Sorge tragen, dass die derart entgleisten Züge sich zu der vom Hauptgleis abgewandten Seite neigen.
Schwerere Zugunfälle bei schnelleren Fahrten würden in Deutschland durch Schutzweichen vermieden, schrieb Hecht am Sonntag in seiner Antwort auf eine dpa-Anfrage. «Da dies sehr teuer ist und viel Platz braucht, wird das bei einfachen Situationen mit geringem möglichen Schadensausmaß wie am Unfallort nicht vorgeschrieben.»
Die im Ausland üblichen Entgleisungsweichen oder «Einzungenschutzweichen» seien in Deutschland nicht erlaubt. «Sie wären aber sehr viel besser, da viel billiger, brauchen weniger Platz und brauchen weniger Instandhaltung.»
«Ich habe schon öfter angeregt, dass die kostengünstigeren und zudem effektiveren, also besseren Lösungen wie Entgleisungsweiche oder Einzungenschutzweiche auch in Deutschland eingeführt werden sollten», schrieb Hecht. «Aber da ist das Eisenbahnbundesamt nicht zu bewegen.»
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Grün, rot, gelb: Im Münchner Rathaus gibt es künftig eine Ampel-Koalition – oder eine Mango?
Der Bundesrat stimmte dem vom Bundestag bereits beschlossenen Gesetzentwurf überraschend nicht zu.
Ab dem 9. Mai kannst Du spontan ein Last Minute Ticket bei der Deutschen Bahn buchen und damit neue Ecken in Deutschland erkunden.
Der Frühling ist da - und mit den kostenlosen Radl-Checks vom Mobilitätsreferat kannst Du auch dein Fahrrad frühlingsfit machen.
Wir haben für dich die schönsten Dachterrassen Münchens getestet. Wo du leckere Drinks, bei einer unglaublichen Aussicht das schöne Wetter genießen kannst, erfährst du hier.
Die Beerensaison geht langsam wieder los - und die ersten Beerencafés öffnen jetzt auch! Hier kannst du entspannt deine eigenen Beeren pflücken.
Am 4. Mai startet die BladeNight in eine neue Saison in München - ab dann bis Anfang September kannst du jeden Montag mit anderen passionierten Rollschuhfahrern durch die Stadt düsen.
Im vergangenen Jahr schrammte das Münchner Oktoberfest womöglich nur knapp an einer Katastrophe vorbei. Damit das nicht nochmal passiert, setzt die Stadt heuer auch auf Musik.
Ab 23. Mai 2026 bringt dich der Münchner BergBus an Wochenenden und Feiertagen ganz entspannt zu traumhaften Wanderzielen – zum MVV-Tarif oder mit Deutschlandticket. Alle Infos hier.
Auf der Münchner Stammstrecke kommt es wegen Bauarbeiten zu Sperrungen und Haltausfällen im Mai. Alle Infos.
DESK
Die Europäische Union hat große Pläne, um Bahnreisen attraktiver und einfacher zu gestalten. Hier ist alles, was du über die geplante Bahn-Offensive wissen musst.
Nach 2022 und 2024 steht auch 2026 wieder ein NFL-Spiel in der Münchner Allianz Arena an. Alle wichtigen Infos gibt es hier.
Die Musik- und Tanzdemo "Krachparade" will auf die Subkultur der Stadt aufmerksam machen und fordert zudem mehr kulturelle Freiräume. Alle wichtigen Infos gibt es hier.
Die Verbraucherzentrale Sachsen klagt gegen den Streaminganbieter Amazon Prime Video wegen Erhöhung der Kosten und zusätzlicher Werbung.
Eine bessere Anbindung zum Münchner Flughafen wird schon länger gefordert. Jetzt gibt es einen Lichtblick am Ende des Tunnels: Eine neue ICE-Verbindung soll mehrere Städte verbinden und Gäste schneller zum Flughafen bringen.
Schampusduschen verboten, Blasmusik schon eine Stunde früher und -mal wieder - Streit um die Zeltvergabe: Noch ist nicht mal Sommer, da zurrt München die Planung für die Wiesn im Herbst fest.
Eine bekannte Größe wird Deutschland beim diesjährigen ESC in Wien vertreten - Sarah Engels hat es mit ihrem Song "Fire" zum Contest geschafft.