Forderung der Linken
500.000 Euro Steuergeld: Sollte der FC Bayern die Meisterfeier in Zukunft selbst zahlen?
Stand 09.05.25 - 09:29 Uhr
Teure Meisterfeier auf dem Marienplatz: Die Linke fordert, dass der FC Bayern künftig selbst zahlt – und nicht mehr die Stadt München.
© Foto: shutterstock | Anne Czichos
Linke stellt Antrag im Münchner Stadtrat
München – Meisterfeier ja, aber bitte nicht auf Kosten der Stadt? Die Münchner Linke hat einen Antrag gestellt, der im Rathaus gerade für mächtig Diskussion sorgt: Der FC Bayern soll künftig die Kosten für seine Meisterfeier selbst übernehmen – also die komplette Organisation rund um den traditionellen Balkon-Auftritt am Marienplatz.
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Hintergrund: Stadt muss sparen – und zwar überall
In München ist der Sparkurs seit Monaten Thema. Die sogenannten freiwilligen Ausgaben – also Dinge wie Feste, Events und auch Feiern – werden reduziert. Und genau in diese Kategorie fällt auch die jährliche Bayern-Meisterfeier. Laut Stadtrat Thomas Lechner (Linke) sei es angesichts knapper Haushaltsmittel nicht vertretbar, dass die Stadt weiterhin knapp 500.000 Euro Steuergeld aufwendet, um „einem der reichsten Fußballvereine der Welt eine Bühne zu bauen“. Seine Forderung: Wer Millionen-Gagen zahlt, kann sich auch seine Feier selbst leisten.
„Die Kasse vom FC Bayern ist prall gefüllt – die der Stadt nicht“
Auch Linken-Stadträtin Brigitte Wolf hält das Ganze für ein „Prestigeevent“, das in die heutige Zeit nicht mehr passe: „Wenn in sozialen Bereichen gestrichen werden muss, kann man nicht zeitgleich eine halbe Million für die Fußballmillionäre locker machen.“
Kritik aus CSU und Grünen
Ganz anders sieht das die CSU. Fraktionschef Manuel Pretzl spricht von einem „neidzerfressenen und kleinkarierten Antrag“. Der FC Bayern sei ein Aushängeschild für die Stadt, bringe Touristen, Steuereinnahmen und weltweite Aufmerksamkeit. Grünen-Stadtrat Beppo Brem verweist auf die Begeisterung der Münchner:innen für die Meisterfeier – egal, wie dick der Geldbeutel ist: „Sicherheit kostet nun mal. Aber das ist es wert.“
Und was sagt die Stadt?
Ob der Antrag der Linken Chancen hat, ist offen. Klar ist: Die Stadt muss sparen – und schaut bei jeder Großveranstaltung genau hin, ob sie sich lohnt. 2019 lagen die offiziellen Kosten der Meisterfeier bei über 400.000 Euro. Dieses Jahr soll die Feier am 18. Mai auf dem Rathaus-Balkon stattfinden – und die politische Diskussion dürfte bis dahin nicht abreißen.
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