Tipps rund um Auto
Fahren im Frühjahr und Frühsommer: Alles fürs sichere Ankommen
Stand 23.07.20 - 10:15 Uhr
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Wenn jegliche Frostgefahr vorbei ist und die Tage länger werden, vergessen viele Fahrer einige Grundregeln – denn auch zu Beginn der schönen Jahreszeiten muss man sich ebenso umsichtig verhalten wie zu Winterbeginn.
© Foto: pixabay
Von Reifenwechsel bis Fahrverhalten
Sonnenschein, warme Temperaturen – Seitenscheibe-runter-Wetter. Was soll da schon passieren, denken sich viele Autofahrer. Und begeben sich so in trügerische Sicherheit, die oft in haarsträubenden Situationen, gar Unfällen oder zumindest unnötiger Technikbelastung mündet.
- Anzeige -1. Die Sache mit den Saisonreifen
Die allermeisten Deutschen haben sich zu eifrigen Reifenwechslern entwickelt. Nur wenige fahren auf Ganzjahres-Pneus, für die meisten ist der Wechsel von Winter- zu Sommerreifen und wieder zurück fixer Termin geworden.
Allerdings herrscht gerade im Frühjahr viel Unsicherheit. Sie resultiert daraus, dass sich der reichlich schwammige Merksatz „O bis O – Oktober bis Ostern“ eingebürgert hat. Denn während der Oktober ein felsenfester Termin ist, kann Ostern zwischen den 22. März und den 25. April fallen. Die klimatischen Unterschiede zwischen diesen wenigen Wochen sind immens.
Daraus ergibt sich eine wichtige Merkregel:
Ostern ist ein schwammiger, oft falscher Termin für den Sommerreifenwechsel.
Falsch bezieht sich hier sowohl auf zu frühe wie späte Wechsel:
- Wechselt man zu früh, fährt man mit einer Sommer-Gummimischung, die vor allem für die Abend- und Morgenstunden und ihre kühlen Temperaturen zu hart ist, also keinen ausreichenden Grip liefert.
- Wechselt man zu spät, sind die Temperaturen so hoch, dass die Winter-Gummimischung zu weich wird. Zwar nicht sicherheitsrelevant, erhöht aber den Verschleiß der grundsätzlich teureren Winterreifen beträchtlich.
Doch wann sollte man denn nun wechseln? Ganz einfach: Wenn die Temperaturen in der Zeit, in der man hauptsächlich fährt, nicht mehr unter sieben Grad fallen. Für Schichtarbeiter, Bäcker und andere Nachtfahrer bedeutet das natürlich, dass sie später wechseln sollten als Menschen, die zu typischeren Zeiten auf die Arbeit fahren.
2. Vorsicht, Wild!
Für viele Fahrer besteht eine gedankliche Verbindung zu Wild nur im Herbst. Da sieht man schließlich an Landstraßen die Warnschilder „Achtung, Treibjagd“ und werden auch im Discounter Jagd-Artikel verkauft.
Eine trügerische Verbindung. Denn das Leben von Wildtieren ist nicht gleichzusetzen mit der Jagdsaison – und selbst die erstreckt sich auch weit jenseits des Herbstes.
Tatsächlich ist das Frühjahr in dieser Hinsicht eine besonders gefährliche Zeit:
- Bei manchen Tierarten ist es die Paarungszeit.
- Bei anderen ist es die Zeit der Geburt.
Wildschweine etwa kommen im Frühjahr zur Welt. Rehkitze werden ebenfalls zwischen April und Mai geboren. Und für viele andere Tierarten, deren Jungtiere viel später im Jahr zur Welt kommen, beginnt im Frühjahr die Zeit der Entdeckung.
Das heißt:
Nicht nur der Oktober ist eine gefährliche Zeit für Wildunfälle, sondern auch der Zeitraum zwischen März und Juni.
Grundsätzlich bedeutet das, dass man besonders umsichtig agieren muss – sowohl um Unfälle zu vermeiden wie sich nach solchen richtig zu verhalten. Dabei gilt es vor allem, auf das zu hören, was Experten dazu zu sagen haben. Die Grundregeln:
- Wildgefahr besteht nicht nur im Wald, sondern überall außerorts.
- Ein Wildtier kommt selten allein. Das gilt auch bei Rehwild.
- Wenn ein Tier zu plötzlich auftaucht: Niemals versuchen, auszuweichen.
Vor allem letzteres mag gegen alles gehen, was man als Autofahrer und tierlieber Mensch verinnerlicht hat. Doch auch wenn die Kollision wahrscheinlich ein Tierleben beendet, ist es oft das geringere Übel gegenüber einem womöglich unkontrollierten Ausbrechen auf die Gegenfahrbahn, in den Straßengraben oder gegen einen Baum.
3. Raus mit der Winterlast
Wer bei uns in der Region lebt, ist auf „echten“ Winter eingestellt – und schnürt dementsprechend im Herbst ein Kofferraum-Päckchen, das für Situationen zwischen Autobahnstau bei Schneefall, morgendlichen Fenster-Enteisen und rutschigen Straßen allerlei Hilfreiches bereithält.
Diese Gegenstände sollte man nun ausräumen. Nicht bloß, weil man Decke, Eiskratzer und Co. nun nicht mehr benötigt. Sondern vor allem, weil sie zusätzliches Gewicht darstellen. Jedes Gramm, das der Motor zusätzlich bewegen muss, treibt den Kraftstoffverbrauch in die Höhe.
Übrigens: Wer im Winter auch einen Kraftstoffkanister dabeihat, sollte zumindest als Diesel-Besitzer dessen Inhalt nun in den Fahrzeugtank entleeren. Denn wo Benzin jahrelang lagerfähig ist, ist Diesel, vor allem wegen der Additive und der Biodiesel-Beimischung, nur wenige Monate bei gleichbleibender Qualität lagerfähig.
4. Auf zum Flüssigkeitswechsel
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Für viele Fahrer sind die Wartungsintervalle daran gekoppelt, wann sie ihr Fahrzeug erworben haben – bei vielem, was auf den Wartungsplan steht, gilt der Jahres- oder Zweijahrestakt; die meist angegebenen Kilometerzahlen werden deutlich seltener in kürzeren Zeiträumen erreicht.
Bei zwei wichtigen Punkten auf der Wartungs-Agenda sollte jedoch das Frühjahr der Zeitraum sein, in dem man die Werkstatt ansteuert:
- Die Bremsflüssigkeit. Sie ist hygroskopisch. Das heißt, sie hat eine starke Wasseraufnahmefähigkeit. Dies geht sogar so weit, dass Wassermoleküle durch Dichtungen der Bremsanlage angezogen werden. Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch, entsprechend erhöht sich dann die Wasserbeimischung am stärksten – und macht die Bremsanlage weniger effektiv. Alle zwei Jahre spätestens sollte die Flüssigkeit gewechselt werden.
- Das Motoröl. Die beweglichen Bauteile eines Motors ziehen sich bei Kälte zusammen. Besonders bei winterlichen Kaltstarts dichten sie deshalb nicht so zuverlässig ab wie bei Betriebstemperatur. Dadurch gelangt bei jedem Kaltstart eine gewisse Menge Kraftstoff an den Kolbenringen vorbei ins Öl. Der verdünnt es und reduziert seine Schmiereigenschaften. Da der Ölwechsel sowieso alljährlich erfolgen sollte, ist der Frühling die beste Zeit dafür.
Natürlich gilt das nur, sofern man nicht mehr Kilometer abfährt, als der Hersteller für die Wechselintervalle als Alternative zur Jahresfrist vorschreibt. In dem Fall sollte man natürlich häufiger wechseln.
5. Vorsicht mit Saisonschätzen
Wer dieser Tage aufmerksam auf Kennzeichen anderer Verkehrsteilnehmer schaut, sieht sie wieder: Die „Bruchzahlen“ am rechten Ende der Schilder, etwa „03 / 10“. Für Uneingeweihte: Das sind Saisonkennzeichen. Das Auto ist automatisch nur für den angegebenen Zeitraum (im Beispiel 1. März bis 31. Oktober) zugelassen; das spart bei sowieso nur saisonal verwendeten Vehikeln Steuern.
Wer selbst einen damit versehenen zwei- oder vierrädrigen Schatz besitzt, sollte jetzt allerdings große Vorsicht walten lassen:
- Das Fahrzeug stand monatelang. Die ersten Fahrten sollten deshalb zur Materialschonung äußerst vorsichtig erfolgen. Das gilt auch für den Gasfuß-Einsatz und die Drehzahlen.
- Im gleichen Zeitraum, erst recht, wenn man dann ein anderes Fahrzeug fährt, kann man das Fahrverhalten seines Sommermobils durchaus verlernen. Ein weiterer Grund für zurückhaltende Fahrweise.
- Selbst bei Garagenlagerung wird das Fahrzeug eingestaubt sein. Reinigung innen wie außen ist deshalb Pflicht – sonst wirkt der Staub vor allem auf dem Lack wie Schmirgelpapier.
- Cabrio-Stoffverdecke benötigen jetzt korrekte Pflege, gern auch eine frische Imprägnierung.
Übrigens sollte gleich die allererste vorsichtige Ausfahrt zur Tankstelle führen: Die Reifen werden während der Standzeit einiges an Luft verloren haben, oft auch noch von Pneu zu Pneu unterschiedlich. Das sollte nun wieder auf die vorgeschriebenen Werte gebracht werden.
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