«Ganz bewusster Schritt»
Löw hört nach EM im Sommer auf: Wer wird sein Nachfolger?
Stand 09.03.21 - 13:59 Uhr
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Nach langen Debatten hört Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nach der EM im Sommer auf. Der DFB entspricht dem Wunsch nach einer vorzeitigen Auflösung des Vertrags.
Joachim Löw hört nach der EM als Bundestrainer auf. Foto: Federico Gambarini/dpa
Wer folgt auf den Weltmeister-Coach von 2014?
Frankfurt/Main (dpa) – Joachim Löw gibt sein Amt als Bundestrainer nach der EM im Sommer auf. Der 61-Jährige werde seinen ursprünglich bis zur WM 2022 laufenden Vertrag unmittelbar mit Abschluss des Turniers auf eigenen Wunsch beenden, teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. Der DFB habe dem zugestimmt, hieß es weiter.
- Anzeige -«Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht», wurde Löw in der Mitteilung zitiert.
Nach gut 15 Jahren ist Schluss für Joachim Löw
Löw hatte das Amt nach der Weltmeisterschaft 2006 übernommen. Zuvor war er zwei Jahre lang Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gewesen. 2014 feierte er mit dem DFB-Team den WM-Titel in Brasilien. «Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Joachim Löw. Der DFB weiß, was er an Jogi hat, er ist einer der größten Trainer im Weltfußball», sagte DFB-Präsident Fritz Keller.
Löw habe den deutschen Fußball über Jahre hinweg wie kaum ein anderer geprägt. «Dass er uns frühzeitig über seine Entscheidung informiert hat, ist hoch anständig. Er lässt uns als DFB somit die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen», sagte Keller.
- Anzeige -Zuletzt schwere Zeiten für Joachim Löw als Bundestrainer
Seit dem Debakel bei der WM 2018 in Russland, als die DFB-Auswahl als Titelverteidiger bereits in der Vorrunde scheiterte, stand Löw in der Kritik. Zuletzt wurde nach dem 0:6 in Spanien im Herbst des Vorjahres erneut heftig über eine vorzeitige Ablösung des Bundestrainers debattiert.
Erst nach klärenden Gesprächen mit der DFB-Spitze durfte Löw weitermachen. Die ersten Länderspiele des Jahres stehen Ende März in der WM-Qualifikation an.
Bei der EM im Sommer will er alles geben
«Dankbar bin und bleibe ich gegenüber dem DFB, der mir und der Mannschaft immer ein optimales Arbeitsumfeld bereitet hat», sagte Löw. Für die EM verspüre er «weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz». Bei dem um ein Jahr verschobenen Turnier trifft die Nationalmannschaft in der Gruppenphase im Juni in München zunächst auf Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Außenseiter Ungarn.
- Anzeige -«Joachim Löw und ich haben fast 17 Jahre lang eng zusammengearbeitet. Wir durften gemeinsam so viel erleben und auch zusammen durchstehen», sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Unter Löw «stand die Nationalmannschaft wieder für Spielfreude und attraktiven Offensivfußball, diese Mannschaft und ihre Spieler haben sich unglaublich mit ihm entwickelt».
Der frühere Nationalspieler, der zunächst als Manager des DFB-Teams fungiert hatte, bedauerte Löws Entscheidung. «Persönlich werden wir verbunden bleiben», sagte Bierhoff. Für den EM-Sommer verbinde beide «weiterhin ein großes gemeinsames Ziel».
Wer wird der Nachfolger von Jogi Löw als Bundestrainer?
Die DFB-Mitteilung kam am Dienstag völlig überraschend. «Das ist eine traurige Nachricht, aber noch ist er im Amt», sagte RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann, der am Mittwoch in der Champions League gegen Jürgen Klopps FC Liverpool spielt. Löw habe einen großen Einfluss auf den deutschen Fußball und «eine Epoche geprägt mit Titeln und einer Entwicklung», sagte Nagelsmann. «Es wird hoffentlich ein glorreicher Abschluss.»
Als möglicher Nachfolger wird Klopp (53) gehandelt, der mit den Reds in der Premier League tief in der sportlichen Krise steckt. Der frühere BVB-Trainer hatte zuletzt immer auf seinen bis 2024 laufenden Vertrag in Liverpool verwiesen. Auch der Name des früheren Leipziger Trainers Ralf Rangnick (62) wurde in der Diskussion nach dem Spanien-Spiel genannt.
Eine interne, aber derzeit eher unwahrscheinliche Lösung, wäre die Beförderung von Löws derzeitigem Co-Trainer Marcus Sorg (55). Auch beim DFB bereits angestellt ist U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz (58), der mit den DFB-Junioren zunächst noch bei der Nachwuchs-EM im Einsatz ist.
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