Vergünstigung des Führerscheins
Bundesregierung will Führerschein günstiger machen
Stand 19.02.26 - 10:38 Uhr
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat einen weiterentwickelten Reformkatalog vorgestellt, der den Erwerb der Fahrerlaubnis vor allem günstiger machen soll.
©Wikimedia Commons / Raimond Spekking
Wie der Führerschein günstiger werden soll
Der Führerschein in Deutschland ist teuer – zu teuer, findet die Bundesregierung. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat nun einen weiterentwickelten Reformkatalog vorgestellt, der den Erwerb der Fahrerlaubnis einfacher, digitaler und vor allem günstiger machen soll. Doch was genau ist geplant und könnten künftig sogar Eltern oder Freunde bei der Ausbildung helfen?
- Anzeige -Mehr Digitalisierung und weniger Bürokratie
Nach Beratungen mit den Bundesländern hat das Bundesverkehrsministerium einen detaillierten Vorschlagskatalog vorgelegt. Ziel ist es, Bürokratie abzubauen und die Ausbildung moderner zu gestalten.
Geplant ist unter anderem:
- mehr Digitalisierung im Ablauf der Ausbildung
- weniger bürokratische Vorgaben für Fahrschulen
- verpflichtende Online-Preisangaben der Fahrschulen für mehr Transparenz
- die Möglichkeit, dass Vergleichsportale diese Daten auswerten können
Einen staatlich festgelegten Pauschalpreis soll es allerdings weiterhin nicht geben. Die Preise für Theorieunterricht und Fahrstunden legen die Fahrschulen selbst fest. Gesetzlich geregelt sind lediglich die Prüfungsgebühren bei TÜV oder DEKRA.
Was soll sich am Unterricht ändern?
Ein zentraler Punkt der Reform betrifft die Ausbildung selbst.
Theorieunterricht:
Künftig soll ein reiner Online-Theorieunterricht möglich sein. Fahrschulen müssten dann keine eigenen Schulungsräume mehr anmieten oder unterhalten.
Theorieprüfung:
Der Fragenkatalog soll deutlich verkleinert werden, von derzeit 1.169 auf rund 840 Fragen. Das entspricht einer Reduzierung um knapp 30 Prozent.
Sonderfahrten:
Die bisher verpflichtenden zwölf Sonderfahrten beim Pkw-Führerschein sollen stark reduziert werden. Künftig sollen nur noch drei Sonderfahrten vorgeschrieben sein:
- eine Autobahnfahrt
- eine Überlandfahrt
- eine Nachtfahrt
Nach Angaben des Ministers gibt es europarechtlich keine feste Mindestzahl an Sonderfahrten.
Schaltwagenregelung:
Wer zusätzlich einen Schaltwagen fahren möchte, soll statt bisher zehn nur noch sieben Fahrstunden mit Gangschaltung absolvieren müssen.
Kommt die „Laienausbildung“?
Ein besonders diskutierter Punkt ist die sogenannte Laienausbildung. Dabei könnten Fahrschüler nach bestandener Theorieprüfung und mindestens sechs praktischen Fahrstunden zusätzlich mit Eltern oder Freunden üben.
Die Voraussetzungen:
- maximal zwei Begleitpersonen
- Begleitpersonen müssen seit mindestens sieben Jahren einen Führerschein besitzen
- das Fahrzeug muss gekennzeichnet sein
Ein ähnliches Modell gibt es bereits in Österreich. In Deutschland soll die Regelung jedoch zunächst nicht bundesweit gelten. Stattdessen sollen die Länder die Möglichkeit erhalten, das Modell für fünf Jahre zu erproben.
Warum ist der Führerschein so teuer?
Laut Verkehrsminister Schnieder liegen die durchschnittlichen Kosten derzeit bei rund 3.400 Euro. In manchen Regionen werden sogar 4.000 bis 4.500 Euro fällig.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Kosten zwischen 2021 und 2024 überdurchschnittlich stark gestiegen. Im Jahr 2024 lagen sie 5,8 Prozent über dem Vorjahr, während die allgemeinen Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zunahmen.
Folgen für Fahrschulen
Seit ersten Reformankündigungen im Oktober 2025 beobachten Fahrlehrerverbände einen deutlichen Rückgang der Anmeldungen.
Laut einer bundesweiten Umfrage des Interessenverbandes „Moving“ unter 2.400 Fahrschulen melden:
- 90 Prozent der befragten Fahrschulen in Großstädten einen Rückgang um 58 Prozent
- 80 Prozent der Fahrschulen in ländlichen Regionen Einbußen von 52 Prozent
Viele potenzielle Fahrschüler warten offenbar ab, bis die Reform beschlossen ist.
Ein TÜV-Experte erwartet, dass sich diese Entwicklung zeitversetzt auch in den offiziellen Prüfungszahlen niederschlagen könnte.
So viele Menschen machen den Führerschein
Trotz hoher Kosten verzeichnete Deutschland 2025 ein Allzeithoch bei den Fahrprüfungen:
- 2,04 Millionen Theorieprüfungen (+1,6 Prozent)
- rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen (+4,9 Prozent)
Am häufigsten wird der Autoführerschein abgelegt. Die Bestehensquote im ersten Anlauf lag 2025 bei:
- 63 Prozent in der Theorie
- 65 Prozent in der Praxis
Bei Wiederholungsprüfungen bestehen 44 Prozent (Theorie) beziehungsweise 58 Prozent (Praxis).
Wie geht es weiter?
Der Verkehrsminister strebt eine Einigung bei der Verkehrsministerkonferenz mit den Ländern Ende März an. Anschließend könnten die notwendigen rechtlichen Änderungen auf den Weg gebracht werden.
Ob und wann Fahrschüler tatsächlich spürbar weniger zahlen, hängt nun maßgeblich von den weiteren politischen Verhandlungen ab.
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Urteil in München: Nach dem Auto-Anschlag auf eine Verdi-Demo erhält der Täter die Höchststrafe.
Am Starnberger See fallen wegen Niedrigwasser vier Haltestellen aus. Fahrgäste müssen ihre Touren neu planen.
Bayern steht ein sehr heißer Dienstag bevor. Danach steigt das Risiko für Gewitter und Waldbrände.
34-Jähriger stirbt nach Festnahme in München. LKA und Staatsanwaltschaft ermitteln.
Im Englischen Garten half die Feuerwehr München einem Mann mit schwerer Atemnot nach einem Insektenstich.
In Münchens Freibädern wartet in den Sommerferien ein kostenloses Mitmachprogramm auf Kinder und Jugendliche.
Wegen vieler Baustellen ändern sich in München ab 3. August zahlreiche Bus- und Tramlinien.
Im August 2026 starten neue Regeln für Familien, Bahnkunden, KI, Solaranlagen und Verpackungen.
Freie Fahrt, freie Schifffahrt, freier Bergspaß: Bayern belohnt Einser
Die Stadt München verlängert ihre Allgemeinverfügung zur Einschränkung der Wassernutzung nicht. Auch die Wasser-Sparanordnung der Stadtwerke München läuft aus. Entspannung gibt es aber nur teilweise - denn die Lage beim Grundwasser bleibt weiter angespannt.
DESK
Die Wiesn 2026 in München ist einen Monat vor dem Start gut vorbereitet. SWM und MVG sichern Strom, Trinkwasser und die Anreise zur Theresienwiese.
Neue Regeln in Laim: Welche S-Bahnen halten, wo ihr umsteigen müsst und was beim Ticket gilt.
München bewirbt sich um das Champions-League-Finale 2028 in der Allianz Arena. Die UEFA entscheidet im September.
Bayern gewinnt in Heidenheim. Doch nach dem Spiel dreht sich alles um Jamal Musiala.
Polizeischuss in Schwabing: Ein 14-Jähriger mit Softair-Waffe wurde schwer verletzt. Das LKA ermittelt.
Neue Details zum Dreamliner-Zwischenfall in München zeigen, wie ernst die Lage am Flughafen wirklich war.
100 Tage im Amt: Krause setzt erste Akzente, doch Wohnen, Verkehr und Geldsorgen drücken weiter.












