Schüsse in Hamburg
Mehrere Tote nach Schüssen in Kirche in Hamburg
Stand 13.03.23 - 14:54 Uhr
In Hamburg fallen am Abend Schüsse, Polizei und Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Tote und Verletzte werden aus einem Gebäude der Zeugen Jehovas getragen.
© Jonas Walzberg/dpa – Polizisten in Spezialausrüstung stehen neben einem Gebäude der Zeugen Jehovas.
Amoktat bei Zeugen Jehovas in Hamburg
Hamburg(dpa) – Bei den Schüssen in einem Gebäude der Zeugen Jehovas in Hamburg sind nach aktuellem Stand acht Menschen tödlich verletzt worden. Unter den Toten sei «offenbar auch der mutmaßliche Täter», wie die Polizei Hamburg am Freitagmorgen auf ihrer Internetseite mitteilte.
Nach den Schüssen in Hamburg haben Entschärfer in schwerer Schutzausrüstung das Gebäude der Zeugen Jehovas betreten. Laut Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Vorgehen um Routine.
- Anzeige -Mehrere Menschen wurden während einer Veranstaltung der Zeugen Jehovas in Hamburg durch Schüsse getötet oder verletzt. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen stuft die Hamburger Polizei die Schüsse als Amoktat ein.
Hintergründe zunächst unklar
«Die Toten haben alle Schussverletzungen», hieß es. Unter den Toten soll möglicherweise auch der Täter sein: «Es gibt Hinweise darauf, dass es der Täter sein könnte. Aber ob es wirklich der Täter gewesen ist, das ist noch unklar. Das ist ein bisschen zu früh, um das sagen zu können. Es gibt Hinweise darauf, dass es ein Täter sein könnte, aber ganz gesichert ist es noch nicht.»
Die Polizei sprach von einer Großlage. Die Hintergründe der Schüsse im Stadtteil Alsterdorf waren nach Angaben der Ermittler zunächst unklar. Es gebe keinen Hinweis auf einen anderen oder einen flüchtigen Täter: «Im Moment ist die Lage soweit beruhigt», sagte ein Polizeisprecher am späten Abend. Es bestehe deshalb auch keine Gefahr mehr für die Bevölkerung rund um den Tatort.
Streifenwagen mit Blaulicht hatten den Tatort am Abend weiträumig abgesperrt. Beamte mit Maschinenpistolen sicherten den Bereich zusätzlich ab. Unmittelbar nach den Schüssen waren alle Fenster des Gebäudes hell erleuchtet, ein Hubschrauber war in der Luft, zahlreiche Rettungswagen standen in den Straßen.
- Anzeige -Bericht einer Anwohnerin
Eine Nachbarin hat von mehreren Schüssen bei der Veranstaltung der Zeugen Jehovas in Hamburg am Donnerstagabend berichtet. «Es waren ungefähr vier Schussperioden. In diesen Perioden fielen immer mehrere Schüsse, etwa im Abstand von 20 Sekunden bis einer Minute», berichtete Studentin Lara Bauch am späten Donnerstagabend. «Ich habe dann weiter aus dem Fenster geschaut und bei den Zeugen Jehovas eine Person ganz hektisch vom Erdgeschoss ins erste Geschoss laufen sehen.» Menschen seien später von Polizisten an Händen und Füßen auf die Straße getragen worden.
«Erfahrungsgemäß ist der Gottesdienst hier schon immer sehr gut besucht», sagte die 23-Jährige weiter. Die Besucher und Besucherinnen seien immer sehr gemischt – Familien, ältere Leute, jüngere Leute. Bürgermeister reagiert bestürzt.
Polizeieinheit war in der Nähe
Eine besondere Einheit der Bereitschaftspolizei, die in der Nähe war, sei in das Objekt reingegangen und habe sogar auch noch einen Schuss aus einem oberen Stockwerk gehört, so der Polizeisprecher weiter. Dabei sei auch eine Person tot aufgefunden worden. «Ob es sich dabei um den Täter handelt, ist noch unklar.»
Welche Art von Veranstaltung in der Kirchengemeinde der Zeugen Jehovas abgehalten wurde, war zunächst unklar. Auf der Internetseite der Zeugen Jehovas war für den Donnerstagabend eine von zwei wöchentlichen Zusammenkünften geplant. Dazu ist den Informationen zufolge auch die Öffentlichkeit eingeladen. Bei den Zusammenkünften wird sich demzufolge mit der Bibel befasst und damit wie das, was sie lehrt im Leben berücksichtigt werden kann. Polizeiangaben zufolge hatten mehrere Menschen die Veranstaltung besucht: «Es sind mehrere Personen in dem Gebäude gewesen während der Veranstaltung», so ein Sprecher.
- Anzeige -Hinweisportal
Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet. Auf der Webseite https://hh.hinweisportal.de/ können «Fotos und Videos zur Tat oder relevanten Ereignissen in diesem Zusammenhang hochgeladen werden», teilte die Polizei Hamburg auf Twitter mit.
Zeugen Jehovas – Hintergrund
Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Gemeinschaft mit eigener Bibel-Auslegung. Die Anhänger glauben an Jehova als «allmächtigen Gott und Schöpfer» und sollen sich strengen Vorschriften unterwerfen. Sie sind davon überzeugt, dass eine neue Welt bevorsteht und sie als auserwählte Gemeinde gerettet werden. Weltweit haben die Zeugen Jehovas etwa acht Millionen Mitglieder. Die «Weltzentrale» ist in New York. Die deutsche Gemeinschaft mit weniger als 200.000 Mitgliedern gehört zu den größten in Europa.
Hintergrund zum Tatort
Bei dem Tatort handelt es sich um ein dreistöckiges Gewerbegebäude, das an einer breiten Straße und neben einem Malerbetrieb sowie einer Baustelle mit drei großen Kränen liegt. In Hamburg-Alsterdorf leben rund 15.000 Menschen, der Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord ist etwa drei Quadratkilometer groß. Neben Alsterdorf gibt es zwölf weitere Stadtteile in dem Bezirk. In Hamburg-Alsterdorf sind zahlreiche Unternehmen angesiedelt. Durch den Stadtteil verläuft der Fluss Alster.
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