Corona-Impfungen
Vordrängeln bei Impfen bald unter Strafe?
Stand 11.05.21 - 11:55 Uhr
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Die Impfungen schreiten voran - je mehr, desto größer wird der Wunsch der übrigen Impfwilligen, auch endlich dran zu sein. Tausende versuchen es mit Tricks oder sogar falschen Angaben.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Ruf nach Strafen wird lauter
Berlin (dpa) – Angesichts zunehmender Versuche von Impfwilligen, sich ungerechtfertigt und teils mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu verschaffen, wird der Ruf nach Strafen laut. Viele Impfzentren klagen über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen.
- Anzeige -Falsche Angaben beim Impfzentrum
Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht, berichtete «Report». In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt. Die Redaktion hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstadt nachgefragt, allerdings werden nicht alle Zahlen zu Impfvordränglern erfasst.
«Report»-Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetrüger sich oft als höher priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebedürftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.
- Anzeige -Ist Vordrängeln beim Impfen eine Ordnungswidrigkeit?
«Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen», sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der dpa. «Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit.»
Brysch sagte mit Blick auf den Druck vieler Impfwilliger: «Jetzt werden Vakzine freigegeben. Damit entsteht in den Impfzentren und bei den Hausärzten massiver Druck. Am Patientenschutztelefon erfahren wir von psychischen und physischen Drohgebärden.»
Insgesamt haben die Impfstellen mittlerweile mehr als 35 Millionen Impfdosen gegen Corona verabreicht – etwas weniger als 27,3 Millionen bei Erstimpfungen und weitere gut 7,8 Millionen bei Zweitimpfungen (Stand Montag). 32,8 Prozent der Menschen haben mindestens eine Impfung erhalten. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung.
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