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Neuer Name?

Bericht: Facebook will wohl schon in wenigen Wochen seinen Namen ändern

Aktualisiert 20.10.2021 - 14:10 Uhr

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Facebook ben√∂tigt dringend positive Schlagzeilen. Insbesondere die Enth√ľllungen der Whistleblowerin Frances Haugen haben dem Konzern arg zugesetzt. Nun soll angeblich ein Namenswechsel helfen, den Giganten neu auszurichten.

Bericht: Facebook will wohl schon in wenigen Wochen seinen Namen ändern

Bislang steht das blaue Facebook-Logo f√ľr den gesamten Konzern – k√ľnftig k√∂nnte es nur noch ein Produkt von vielen markieren. Foto: Uli Deck/dpa

Warum Facebook angeblich seinen Namen ändern will

Menlo Park (dpa) – Die Marke Facebook geh√∂rt zu zehn wertvollsten in der Welt. Im aktuellen ¬ęBrandz¬Ľ-Ranking von Kantar steht der Internetkonzern mit einem Markenwert von knapp 227 Milliarden Dollar auf Platz 6, bei Marktbeobachtern von Interbrand liegt Facebook auf Platz 10.

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Doch in den vergangenen Monaten hat die Marke sehr gelitten. Vielleicht so sehr, dass Firmengr√ľnder Mark Zuckerberg in der kommenden Woche einen radikalen Schritt unternimmt, um die weitreichenden Ambitionen des Konzerns deutlicher nach au√üen zu tragen.

Das im Silicon Valley bestens vernetzte Technik-Portal ¬ęThe Verge¬Ľ jedenfalls berichtete am Mittwoch, der Facebook-Konzern wolle seinen Firmennamen √§ndern. Um den Fokus auf die virtuelle Welt ¬ęMetaverse¬Ľ zu legen, werde Zuckerberg auf der Konferenz ¬ęFacebook Connect 2021¬Ľ in der kommenden Woche den Namenswechsel verk√ľnden. Die √Ąnderung solle das Bestreben des Tech-Giganten signalisieren, f√ľr mehr als nur soziale Medien bekannt zu sein.

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Keine Bestätigung bisher von Facebook

F√ľr den Scoop von ¬ęThe Verge¬Ľ gibt es keine Best√§tigung. ¬ęWir kommentieren das nicht¬Ľ, sagte ein Facebook-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ein Dementi klingt aber anders. Selbst innerhalb des Topmanagements sei nur ein kleiner Kreis eingeweiht worden, schreibt ¬ęThe Verge¬Ľ. Umso erstaunlicher ist es dann allerdings, dass jemand aus diesem engsten Kreis dem Konzern-Chef Zuckerberg die Show in der kommenden Woche verdorben hat.

Zum Facebook-Konzern geh√∂rt nicht nur der eigentliche Facebook-Dienst, der als Smartphone-App ein blauwei√ües Logo hat, sondern auch der Messengerdienst WhatsApp und der Foto- und Videodienst Instagram. Auch Oculus geh√∂rt zum Facebook-Imperium. Die Abteilung stellt Virtual-Reality-Brillen her, darunter die Produktreihen Oculus Rift und Oculus Quest. Bislang stehen diese verschiedenen Marken im Schatten von Facebook. Nur Instagram taucht in der ¬ęBrandz¬Ľ-Liste von Kantar eigenst√§ndig auf Platz 18 auf. Der Marktwert liegt dabei bei immerhin noch knapp 83 Milliarden.

Dem Bericht von ¬ęThe Verge¬Ľ zufolge w√ľrde die Umbenennung des Konzerns wahrscheinlich die blaue Facebook-App als eines von vielen Produkten unter einer Muttergesellschaft positionieren, die Instagram, WhatsApp, Oculus und andere Bereiche beaufsichtigt.

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Bereits Apple, Google und Co haben Firmennamen geändert

Facebook w√§re nicht der erste Silicon-Valley-Konzern, der seinen Firmennamen √§ndert, wenn sich die Ausrichtung des Unternehmens erweitert. So strich Apple nach der Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 das Wort ¬ęComputer¬Ľ aus dem Firmennamen. Zu diesem Zeitpunkt machte allein der Musikplayer iPod mehr Umsatz als die Macintosh-Computer.

Google organisierte sich im Jahr 2015 unter dem Dach einer Holdinggesellschaft namens Alphabet neu. Der Internet-Konzern wollte damit signalisieren, dass er nicht nur eine Suchmaschine und ein Cloud-Gesch√§ft betreibt, sondern auch Ambitionen fahrerlosen Autos, Gesundheitsl√∂sungen und anderen High-Tech-Bereichen hegt. Und Snapchat benannte sich 2016 in Snap Inc. um. Parallel dazu begann die Firma, sich als ¬ęKameraunternehmen¬Ľ zu bezeichnen.

Zuckerberg k√ľndigt Schaffung eines ¬ęMetaverse¬Ľ an

Mit einer Namens√§nderung des Konzerns w√ľrde Facebook seine Ambitionen unterstreichen, die √ľber herk√∂mmliche soziale Netzwerke hinausgehen. So k√ľndigte Zuckerberg vor Monaten die Schaffung eines ¬ęMetaverse¬Ľ an. Das soll eine virtuelle Umgebung werden, wie sie in Science-Fiction-Romanen beschrieben wurde. Zuckerberg glaubt, dass diese durch die rasante Weiterentwicklung der Hardware und Brillen f√ľr erweiterte (Augmented Reality, AR) und virtuelle Realit√§t (VR) nicht mehr nur ein Traum ist. Am Montag k√ľndigte das Unternehmen an, daf√ľr in den kommenden f√ľnf Jahren in der Europ√§ischen Union 10 000 neue hoch qualifizierte Arbeitspl√§tze schaffen, um die virtuelle Welt ¬ęMetaverse¬Ľ aufzubauen.

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Ein Motiv f√ľr die Umbenennung k√∂nnte aber auch der Wunsch sein, das angekratzte Image von Facebook zu verbessern. So beschuldigt die Whistleblowerin Frances Haugen den Konzern, intern vorgetragene Bedenken beiseite gewischt zu haben, wonach Instagram die Probleme jedes dritten jungen M√§dchens mit dem eigenen K√∂rperbild verschlimmere und bei einigen Jugendlichen sogar Suizidgedanken ausl√∂se. Die Anschuldigungen der ehemaligen Facebook-Managerin Haugen best√§rken Facebook-Kritiker im US-Kongress, die sich f√ľr eine Zerschlagung des Konzerns stark machen.

Facebook bereitet sich unterdessen darauf vor, dass nach der ersten Ver√∂ffentlichungswelle, die auf den internen Papieren im Besitz von Haugen beruht, ein zweiter Schub an die √Ėffentlichkeit gelangen wird. In den vergangenen sechs Wochen habe man gesehen, wie Dokumente falsch charakterisiert werden k√∂nnen, schrieb die Facebook-Pressestelle auf Twitter. ¬ęOffensichtlich ist nicht jeder Mitarbeiter bei Facebook eine F√ľhrungskraft; nicht jede Meinung ist die Position des Unternehmens.¬Ľ

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