9-Euro-Ticket
21 Millionen verkaufte 9-Euro-Tickets: Petition für Verlängerung gestartet
Stand 30.06.22 - 11:14 Uhr
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Für 9 Euro pro Monat durch ganz Deutschland - dieses Angebot hat viele Menschen überzeugt. Erste Daten deuten sogar darauf hin, dass davon auch Autofahrer profitieren. Ein Pendler startet jetzt eine Petition für die Verlängerung des Angebots.
Reisende am Bahnhof Norddeich Mole in Niedersachsen.
Weniger Staus dank 9-Euro-Ticket in den deutschen Städten
Millionen Menschen haben im ersten Gültigkeitsmonat das 9-Euro-Ticket gekauft – und damit wohl auch den Berufsverkehr auf den Straßen entlastet. Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zufolge wurden bundesweit rund 21 Millionen der Sonderfahrkarten verkauft.
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- Anzeige -«Zusammen mit den etwa zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das vergünstigte Ticket automatisch erhalten, ist damit die vorher von der Branche kalkulierte Zahl von 30 Millionen Tickets pro Monat nicht nur erreicht, sondern sogar leicht überschritten worden», teilte VDV-Präsident Ingo Wortmann mit. Die Zahlen beziehen sich auf den Juni.
Umfragen des VDV zufolge sollen die Menschen aber auch für Juli eine ähnlich hohe Kaufbereitschaft signalisiert haben. Das Ticket berechtigt Käufer, für jeweils 9 Euro in den Monaten Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland zu fahren. Abonnenten können ihre Fahrkarten wie ein 9-Euro-Ticket nutzen und bekommen die Differenz für die drei Monate zurückerstattet.
Weniger Stau durch 9-Euro-Ticket
Auf den Straßen war im ersten Monat mit 9-Euro-Ticket derweil messbar weniger los: Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten Tomtom für die Deutsche Presse-Agentur zeigt für 23 von 26 untersuchten Städten einen Rückgang des Stauniveaus im Vergleich zur Zeit vor Einführung.
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Die Daten «lassen vermuten, dass dieser Rückgang in Zusammenhang mit der Einführung des 9-Euro-Tickets steht», sagte Tomtom-Verkehrsexperte Ralf-Peter Schäfer. «Pendler haben bei der Fahrt mit dem Auto in die Arbeit und nach Hause in fast allen untersuchten Städten im Juni weniger Zeit verloren als noch im Mai.»
Konkret verglichen die Experten die Staus im Berufsverkehr an Werktagen in den Kalenderwochen 20 und 25. Die Zeiträume wurden so gewählt, um Auswirkungen von Ferien und Feiertagen zu umgehen. Das Ergebnis: «In den ersten Tagen nach Einführung des 9-Euro-Tickets haben die Daten von Tomtom noch kaum Auswirkungen der Maßnahme auf den Autoverkehr gezeigt. Mittlerweile lässt sich jedoch in fast allen untersuchten Städten in Deutschland ein positiver Effekt auf den Verkehrsfluss feststellen», sagte Schäfer.
Auch mildernde Wirkung auf Inflation
Gemeinsam mit dem Tankrabatt hat das 9-Euro-Ticket zudem die Inflation etwas gedämpft. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat im Juni um 7,6 Prozent, nach 7,9 Prozent im Mai. Experten sehen darin allerdings keine Trendwende.
Unklar ist, wie das Ticket tatsächlich genutzt wird. Die Deutsche Bahn, über deren Kanäle ein Großteil der Sonderfahrkarten verkauft wird, spricht von einem Fahrgastzuwachs von 10 bis 15 Prozent im eigenen Regionalverkehr im Juni im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise. Allerdings vergleicht das Unternehmen dabei unterschiedliche Zeiträume, nämlich den Juni dieses Jahres mit der Nachfrage von Ende 2019. Die Aussagekraft des Vergleichs ist somit begrenzt.
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Viel los auf touristischen Strecken
Fakt ist: Insbesondere auf den touristischen Strecken waren Busse und Bahnen voll. Weil gleichzeitig auf Rekordniveau gebaut wird, kam es vielerorts zu Ausfällen und Verspätungen. Häufiger mussten Fahrgäste mit Fahrrädern draußen bleiben. 250 zusätzliche Fahrten bietet die Bahn-Tochter DB Regio täglich während des Ticket-Zeitraums an. Doch angesichts von rund 22 000 Regionalbahnfahrten jeden Tag ist das nicht allzu viel.
Pendler startet Petition für Verlängerung
Ein Informatik-Kaufmann aus Thüringen pendelte jahrelang mit seinem Auto mehrere Tausend Kilometer zur Arbeit, Familie und Freundin. Durch das 9-Euro-Ticket konnte er alleine im Juni 300 Euro sparen.
Jetzt hat er eine Petition gestartet. Das Ziel: Die Verlängerung des 9-Euro-Tickets. Nach einem Tag haben bereits mehr als 1.500 Menschen unterschrieben. Bei 50.000 Unterschriften muss sich der Bundestag mit der Forderung beschäftigen. Die Petition findest du hier.
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