Warnung der Polizei
Tinder-Betrüger ergaunern alleine in Bayern rund 20 Millionen Euro
Stand 31.05.23 - 12:42 Uhr
Wer sich im Internet nach der großen Liebe sucht, kann schnell in den Fokus von Kriminellen geraten. Ermittler und Experten sprechen von einer «perfiden Methode», die für das Opfer teuer werden kann.
©shutterstock
Durchschnittlich 70.000 Euro Schaden pro Fall
München (dpa/lby) – In Bayern haben sich Betrüger in Singlebörsen und sozialen Netzwerken zig Millionen Euro erschlichen. «Allein der bislang bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) angezeigte Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 20 Millionen Euro», sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Betrüger würden sich das Geld mit «perfiden Methoden» erschleichen.
- Anzeige -Neue Masche: Tinder-Trading-Scams
Ermittler nennen die Betrugsmethode, die sich seit einiger Zeit rasant im Internet ausbreitet, «Tinder-Trading-Scams». Dabei versuchen Betrüger über Partnersuchportale wie Tinder oder über soziale Netzwerke wie LinkedIn mit potenziellen Opfern in Kontakt zu treten. Anschließend versuchen sie auch per Flirtbotschaften Nähe und Vertrauen aufzubauen, um die Opfer dann im weiteren Verlauf von Geldanlagen in Kryptowährungen zu überzeugen. Die Täter sprechen laut Justizministerium in verächtlicher Weise vom «Pig Butchering» (deutsch: «Schweineschlachten»).
- Anzeige -Viele Opfer trauten sich nach den Taten aus Scham nicht, zur Polizei zu gehen. Daher dürfte der entstandene Schaden noch deutlich höher sein. Auch wenn die Betrugsmasche nach dem Portal Tinder benannt ist, findet sie auch auf vielen anderen Seiten statt.
Der große Betrug beginne manchmal mit einem verführerischen Match auf Tinder, teilte das Justizministerium in München mit. Am Ende sei alles weg – das Geld und die Liebe.
Die Betrüger treten dort mit potenziellen Opfern in Kontakt und bauen – ähnlich wie beim modernen Heiratsschwindel – zunächst mit Flirtbotschaften Nähe und Vertrauen auf. Anschließend täuschen sie aber keine Geldprobleme vor, sondern versuchen, die Opfer von Geldanlagen zu überzeugen.
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