So geht es nun weiter
Rekordzahlen beim Volksbegehren
Stand 14.02.19 - 16:15 Uhr
0
Das bayerische Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt hat mit Rekordzahlen sein Ziel erreicht und ist somit das erfolgreichste aller Zeiten. So geht es nun weiter.
Umzug der Artenvielfalt auf dem Münchner Marienplatz
© Katharina Heuberger
Bayernweite Wahlbeteiligung von 18,4 Prozent
Schon am Dienstag war klar, dass das Volksbegehren Artenvielfalt die benötigte Hürde von zehn Prozent aller Wahlberechtigten genommen hat. Nun steht offiziell fest: es handelt sich um das erfolgreichste Volksbegehren aller Zeiten! Nun muss der Landtag über das Volksbegehren beraten und entscheiden, ob es zum sogenannten "Volksentscheid" kommt.
- Anzeige -
Die Zahlen im Detail
Bayernweit wurde eine Wahlbeteiligung von 18,4 Prozent erreicht – so das vorläufige amtliche Endergebnis. Das gab das Bayerische Landesamt für Statistik bekannt. Zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar wurden in den bayerischen Rathäusern Stimmen gesammelt. Rund 1,7 Millionen (1.745.383) Bürger haben sich in Listen eingetragen.
Die bislang höchste Beteiligung in Bayern war im Jahr 1967 verzeichnet worden: 17,2 Prozent der Wahlberechtigten stimmten damals für ein Volksbegehren zur Schulpolitik.
In allen sieben Regierungsbezirken und vor allem auch in allen bayerischen Landkreisen wurde die gesetzliche Hürde von zehn Prozent der Eintragungen deutlich genommen. Die höchste Zustimmung gab es im Regierungsbezirk Mittelfranken mit 20,6 Prozent, gefolgt von Oberbayern (20,3 Prozent). Die niedrigste in Niederbayern (13,9 Prozent) und der Oberpfalz (15,7 Prozent).
Für den Landkreis München lag die Wahlbeteiligung laut ersten Hochrechnungen sogar bei rund 26,5 Prozent, in der Stadt München bei 20,5 Prozent. Die Zahlen der einzelnen Gemeinden können unter diesem Link im Detail nachgelesen werden. Die Gemeinde Neuried bei München liegt mit satten 31,26 Prozent unter den bayernweiten Spitzenreitern auf Gemeindeebene.
- Anzeige -Wer hat das Volksbegehren angestoßen?
Die Liste der Unterstützer und Bündnispartner ist lang: Neben dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern und den Grünen reihen sich unter anderem der Bund Naturschutz und der Imkerverband ein.
Das Volksbegehren hat den Zweck, das bayrische Naturschutzgesetz in wesentlichen Teilen zu verbessern. Die Initiatoren wollen, dass das Bayerische Naturschutzgesetz geändert wird. Dabei sollen unter anderem Biotope besser vernetzt werden, Uferrandstreifen stärker geschützt und der ökologische Anbau in Bayern gezielt ausgebaut werden. Beispielsweise wird gefordert, von 2030 an mindestens 30 Prozent der Anbauflächen in Bayern ökologisch zu bewirtschaften – bisher sind es 8 bis 9 Prozent.
Was sagen die Kritiker?
Das deutlichste Nein zum Volksbegehren kommt vom Bayerischen Bauernverband, der von einem "Bauernbashing" spricht. Der Bauernpräsident des Freistaats, Walter Heidl, ist der Meinung, dass man den Einsatz der Bauern für den Umwelt- und Naturschutz würdigen und unterstützen sollte anstatt nach einer neuen Reglementierung zu rufen.
Außerdem in der Kritik: die geforderten Mindestflächen für den ökologischen Anbau. "Eine Ausdehnung des Ökolandbaus auf 20 bis 30 Prozent per Gesetz würde in einem Desaster für den Markt für regionale Bio-Erzeugnisse enden." Laut Heidl fehlt schlicht die Nachfrage nach Bio-Artikeln. Der Verband prüft mittlerweile intern, inwieweit gegen das Volksbegehren rechtlich vorgegangen werden kann.
- Anzeige -Wie geht es nun weiter?
Der Landtag hat jetzt maximal vier Monate Zeit, um einen Gegenentwurf vorzustellen. Dass er dieses Recht nutzt gilt als sicher. Anschließend stehen die beiden Entwürfe dann beim Volksentscheid zur Wahl.
Der Entwurf mit der Mehrheit muss dann vom Landtag als Gesetz verabschiedet werden. Grundvoraussetzung, dass der Volksentscheid wirksam wird, ist aber, dass sich über ein Viertel, also 25%, der Wahlberechtigten daran beteiligen.
Mehr Beiträge und Themen
Der Münchner Wohnungsmarkt ist für viele der Endgegner. Grund genug, endlich groß darauf aufmerksam zu machen, dachte sich unser Moderator Thommy Berglmeir.
Wende im Münchner Univiertel: Kioskbetreiber ziehen ihre Klagen zurück. Ab dem 4. September 2026 gilt ab 22 Uhr wieder ein striktes Bierverkaufsverbot.
Dekolleté-Eklat auf dem Oktoberfest: Auf Druck der Stadt München mussten die traditionellen Pappmaché-Figuren am Teufelsrad züchtig übermalt werden - aus Sorge vor einem Wiesn-Verbot
Waymo plant fahrerlose Taxis in München: Erste Testfahrten starten bald, der öffentliche Robotaxi-Dienst soll Ende 2027 folgen.
Freibier in der Bräurosl: Das Festzelt sorgt auf der Wiesn 2026 für das gewisse Extra.
Mondfinsternis über Bayern: Warum sich frühes Aufstehen diesmal lohnt
Im Tierpark Hellabrunn leben jetzt Kirk-Dikdiks. Die Mini-Antilopen sind am Isar-Eingang zu sehen.
Italien plant 75 Euro Strafe für Fußgänger mit Smartphone auf der Straße. Noch ist die Regel nicht beschlossen.
Trinkgeld per Karte sorgt für Kritik: Viele Gäste fühlen sich durch Bezahlterminals unter Druck gesetzt.
Die Wiesn 2026 in München ist einen Monat vor dem Start gut vorbereitet. SWM und MVG sichern Strom, Trinkwasser und die Anreise zur Theresienwiese.
DESK
Heute wird es in Bayern laut: Anlass ist der bundesweite Warntag.
Pendlerinnen und Pendler in München müssen sich in der zweiten Septemberwoche auf deutliche Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr einstellen
Im Landkreis Augsburg startet ein Test: Essen und Medikamente kommen bald per Drohne.
Ein Mittelamerikanischer Tapir ist neu in Hellabrunn. Der seltene Bewohner lebt jetzt im Nashornhaus und wird dort aktuell an seine neue Umgebung gewöhnt.
Explosion in Augsburg: Zwei Verletzte, Bahnhof zeitweise gesperrt, Züge fahren inzwischen wieder.
Trotz Insolvenz gibt es für 1860-Fans Hoffnung: Der Spielbetrieb läuft weiter - und auch das Löwen-Wappen ist zurück.
Neue Regeln im September 2026: Das ändert sich bei Steuer, Bahn, Warntag und Einkaufen.








