Nach Frachter-Unglück
Öldesaster auf Mauritius: Behörden im Wettlauf mit der Zeit
Stand 11.08.20 - 10:26 Uhr
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Es ist ein Kampf gegen Zeit und Meer. Nach dem Frachterunglück vor Mauritius wird so viel Treibstoff wie möglich abgepumpt. Doch schon jetzt ist klar: Das Urlaubsparadies wird Jahre brauchen, sich davon zu erholen.
Öl läuft aus dem Frachter "Wakashio" in den Indischen Ozean vor der Ostküste von Mauritius. Foto: Gwendoline Defente/Etat Major des Armees/AP/dpa
Umwelttragödie bedroht Urlaubsparadies
Port Louis (dpa / 95.5 Charivari) – Nach dem Schiffsunglück vor der Küste des Urlaubsparadieses Mauritius arbeiten die Behörden mit Hochdruck daran, die Öl-Katastrophe noch einzugrenzen. Es wird Treibstoff aus dem Wasser, aus dem verunglückten Frachter sowie von der Küste abgepumpt. Allerdings erschweren starker Wind und hoher Wellengang die Arbeiten.Außerdem ist durch das Öl bereits enormer Schaden entstanden: "Dies ist das schlimmste ökologische Desaster, das Mauritius je gesehen hat", so ein Regierungssprecher.
- Anzeige -Mauritius ruft Umwelt-Notstand aus
Der japanische Frachter "Wakashio" war vor rund zwei Wochen vor der Südostküste von Mauritius auf einem Korallenriff auf Grund gelaufen. Das Schiff liegt etwa zwei Kilometer vom Festland entfernt in einer Lagune nahe mehrerer Naturschutzgebiete. Am Donnerstag kam es dann zu einem Riss in einem der Tanks und Öl trat aus. Der Inselstaat im Indischen Ozean rief einen Umwelt-Notstand aus und bat um Hilfe aus dem Ausland, unter anderem Frankreich.
Der Frachter hatte rund 4000 Tonnen Treibstoff an Bord. Bislang sind etwa 800 bis 1000 Tonnen ausgetreten. or Ort wurden schwimmende Ölsperren erreichtet. Inzwischen sind rund 400 Tonnen Öl aus dem Wasser gepumpt worden.
Der Treibstoff wird auch direkt aus dem Wrack entfernt. Der kaputte Tank ist inzwischen leer, in den anderen Tanks befinden sich aber noch immer rund 2500 Tonnen Treibstoff. Zwei Tanker sowie Schlepperboote und Helikopter unterstützen die Aktion, wie das japanische Unternehmen Nagashiki Shipping als Eigner des verunglückten Schiffs mitteilte.
- Anzeige -Unglücksursache noch unklar
Wie es zu dem Unglück kam, ist nach wie vor unklar. Zudem kritisieren viele, dass die Behörden nicht früh genug agiert hätten, um einen Ölaustritt zu vermeiden. Laut der Regierung von Mauritius war es primär die Entscheidung der Bergungsunternehmen, wie mit "Wakashio" umzugehen war. Diese hätten zunächst versucht, mit Hilfe von Schlepperbooten den Frachter von dem Riff zu entfernen. Wegen des rauen Seegangs sei dies aber nicht möglich gewesen. Auch ein Abpumpen des Öls aus den Tanks sei wegen des schlechten Wetters nicht früher möglich gewesen, sagte er.
Umweltschützer befürchten, dass die Ölkatastrophe verheerende Auswirkungen auf die Meeresökologie haben könne. Das Unglück sei eine "riesengroße Katastrophe für die Ökologie". Es könnte mehrere Jahre dauern, bis sich die Region erholt. Mauritius mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern zieht jährlich hunderttausende Touristen an, was ein wichtiger Wirtschaftszweig für den Inselstaat ist. Der Tourismussektor leidet ohnehin wegen der Corona-Krise bereits enorm.
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