Aktualisiert: 18.11.2021 - 13:59

Um die Krankenhäuser nicht zusätzlich mit Verletzten durch Feuerwerkskörper zu belasten, wurde der Verkauf von Böllern im letzten Jahr verboten. Könnte es dieses Jahr erneut ein leises Silvester werden? 

Feuerwerk

Feuerwerk in Köln. Foto: Christophe Gateau/dpa

Umwelthilfe und Polizei wollen Feuerwerksverbot an Silvester

Berlin/München (dpa/95.5 charivari) - Die Fronten sind weiterhin verhärtet, Kompromisse kaum in Sicht: Die einen wollen in der Silvesternacht Raketen in den Himmel schießen und laute Böller zünden. Die anderen verlangen saubere Luft, Ruhe und weniger Verletzungen - gerade in der aktuellen Krankenhaus-Situation.

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Deshalb wird wenige Wochen vor dem 31. Dezember  erneut ein Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel und für die weitere Zukunft gefordert. Diese Initiative der Deutsche Umwelthilfe (DUH) wird unterstützt von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), einigen Ärzten und Tierschützern.

Ein zweites leises Silvester in Deutschland?

Im vergangenen Jahr wurde der Kauf von Feuerwerkskörpern in ganz Deutschland wegen der Corona-Pandemie verboten, zusätzlich richteten manche Städte Verbotszonen ein.

Daran will der Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch anknüpfen. «Feuerwerk zum Jahreswechsel mit Schwarzpulver muss unterbleiben.» Als Argumente nannte er vor allem die Luftverschmutzung durch Feinstaub, die Verletzungen von Händen und Augen durch Böllerexplosionen sowie die Auswirkungen des Lärms auf Tiere.

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Privates Feuerwerk, zentrales Feuerwerk oder doch wieder gar nicht?

In Europa untersagten in den vergangenen Jahren einige Großstädte private Feuerwerke, ansonsten ist es weitgehend erlaubt. Der Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, (GdP), würde zumindest städtisches Feuerwerk hinnehmen: «Das hohe Verletzungsrisiko sowie unkalkulierbare Brandgefahren für jedermann sind gute Gründe genug, um Feuerwerk nur an bestimmten Orten in den Kommunen zuzulassen.» Es gehe auch um die Sicherheit von Polizisten und Feuerwehrleuten in dieser Nacht.

Das plant die Stadt München

Die Stadt München gibt auf Nachfrage an, dass man sich bald mit diesem Thema befassen will. Aktuell hab man zu diesem Thema noch keine Gespräche geführt. Man «fahre auf Sicht» und entscheide dann, sagt ein Sprecher. In München gab es bereits 2019 eine feuerwerksfreie Zonen in der Stadt. 

Auch andere bayerische Städte haben bisher noch kein generelles Böllerverbot ausgesprochen.