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Coronavirus in Deutschland

RKI: Kein Ende der Epidemie in Sicht

Aktualisiert 22.04.2020 - 13:48 Uhr

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Mehr Gesch├Ąfte und Einrichtungen als bisher d├╝rfen nach wochenlangen Schlie├čungen in der Corona-Krise wieder ├Âffnen. Ein Grund f├╝r die R├╝ckkehr zum Alltag, wie man ihn kannte, ist das aber nicht, mahnt das Robert Koch-Institut.

RKI: Kein Ende der Epidemie in Sicht

Lars Schaade spricht im fast leeren H├Ârsaal des Robert Koch-Instituts in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool/dpa

Aktuelle Zahlen aus Deutschland

Berlin (dpa) – Trotz der ersten Lockerungen in der Corona-Pandemie betont das Robert Koch-Institut (RKI) den Ernst der Lage. ┬źDas Virus ist nicht weg┬╗, sagte RKI-Vizepr├Ąsident Lars Schaade am Dienstag in Berlin. ┬źEs ist kein Ende der Epidemie in Sicht.

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Die Fallzahlen k├Ânnen wieder steigen.┬╗ Die Situation sei immer noch ernst, auch wenn in Deutschland bei der Bek├Ąmpfung einiges erreicht worden sei.

┬źDie Fallzahlen m├╝ssen auf einem Level bleiben, mit dem das Gesundheitssystem umgehen kann┬╗, betonte Schaade. Am besten sei es, sie so weit wie m├Âglich zu dr├╝cken. ┬źWenn die Fallzahlen in die H├Âhe schie├čen, kann das Gesundheitssystem immer noch sehr schnell ├╝berlastet werden. Dann k├Ânnen Patienten nicht mehr bestm├Âglich versorgt werden.┬╗ Die Folgen w├Ąren dann gravierend f├╝r alle Menschen in Deutschland, nicht nur zum Beispiel f├╝r ├ärzte und Covid-19-Patienten. Dieses Szenario gelte es weiterhin zu verhindern.

Ma├čnahmen m├╝ssen weiter eingehalten werden

Schaade rief die Menschen dazu auf, weiter den Empfehlungen zu folgen: Etwa m├Âglichst viel zu Hause zu bleiben, Abstand von mindestens 1,5 Metern zu halten, viel die H├Ąnde zu waschen, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten und zus├Ątzlich, etwa in Gesch├Ąften oder im ├Âffentlichen Nahverkehr, eine Maske ├╝ber Mund und Nase zu tragen. Eine Maske allein sei kein sicherer Schutz, vor allem nicht f├╝r den Tr├Ąger selbst, betonte Schaade. Textilbarrieren vor Mund und Nase sollen vor allem verhindern, dass man andere ansteckt, sollte man selbst infiziert sein.

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Keine Entwarnung bis zum Impfstoff

Bis ein Impfstoff verf├╝gbar sei, gelte es, sich so zu verhalten, dass Infektionen vermieden werden, betonte Schaade. Selbst wenn Deutschland keine F├Ąlle mehr h├Ątte, bleibe die Gefahr einer Wieder-Einschleppung. Die Ma├čnahmen auf gesellschaftlicher Ebene k├Ânnten immer weiter zur├╝ckgenommen oder ausgesetzt werden, wenn es irgendwann keine F├Ąlle und keine lokale Virusvermehrung mehr gebe. Eine Bereitschaft zum Wieder-Hochfahren sei jedoch n├Âtig, wenn es wieder zu Ausbr├╝chen kommen k├Ânnte. ┬źDas werden wir ganz sicher eigentlich nur verhindern k├Ânnen, wenn wir einen Impfstoff haben.┬╗

Die t├Ąglichen Anstiege der Fallzahlen sind laut Schaade inzwischen deutlich geringer als noch in der Vorwoche. F├╝r die vergangenen Tage k├Ânnten aber noch F├Ąlle nachgemeldet werden. Der Anteil der gestorbenen Infizierten stieg weiter auf nun 3,2 Prozent.

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Reproduktionszahl wieder angestiegen

Die Reproduktionszahl habe am Montag bei etwa 0,9 gelegen: Das bedeutet dass im Mittel beinahe jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt. Wie bei Fallzahlen gebe es auch hier gro├če regionale Unterschiede. Die Reproduktionszahl lag in den vergangenen Tagen auch schon einmal etwas niedriger als 0,9. Allerdings unterliegt diese gesch├Ątzt Zahl laut RKI auch einer gewissen Unsicherheit.

Beide Werte sollen nach dem ┬źganz vern├╝nftigen┬╗ Kompromiss von Bund und L├Ąndern in einem ┬źsicheren Bereich┬╗ bleiben, so Schaade. Die Reproduktionszahl lasse sich aber schwer steuern, schilderte er. ┬źEine Wegnahme von Ma├čnahmen kann eben auch leicht zu einem ├ťberschie├čen der Reproduktionszahl f├╝hren.┬╗ Beim Gegensteuern k├Ânne es dann wieder mehrere Wochen dauern, bis man den Effekt bemerke.

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Keine vorschnellen Lockerungen

Bei einer vorschnellen R├╝cknahme aller oder eines gro├čen Teils kontaktbeschr├Ąnkender Ma├čnahmen bestehe die grunds├Ątzliche Gefahr einer zweiten Welle, sagte Schaade. Je weniger der Mensch das Virus durch das Verhalten daran hindere, von Mensch zu Mensch zu springen, desto eher verbreite es sich wieder. Die Reproduktionszahl steige dann wieder auf Werte zwischen zwei und drei. ┬źWenn wir alle weiter jetzt so tun, als ob das Problem ├╝berwunden w├Ąre, werden wir wieder einen Ausbruch haben. Das ist ziemlich sicher.┬╗

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Alle k├Ânnten dazu beitragen, die Kurve flach zu halten, betonte Schaade. Er wisse, wie schwer es falle, sich an die Empfehlungen zu halten, und wie schwierig die Situation f├╝r manche Menschen sei: ┬źAber es gibt keine andere M├Âglichkeit┬╗, betonte Schaade. Gegen das neue Coronavirus und die Krankheit Covid-19 gibt es bisher weder einen vorbeugenden Impfstoff noch spezifische Medikamente.

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