Coronavirus in Deutschland
Reisewarnung wurde verlängert – was das für Urlauber bedeutet
Stand 29.04.20 - 11:53 Uhr
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Strandurlaub auf Mallorca oder Wandern in Österreich: Bisher dämpft die Bundesregierung alle Hoffnungen, dass solche Sommerurlaubspläne verwirklicht werden können. Viele haben sich damit bereits abgefunden - und unterstützen den harten Kurs sogar.
Urlaub am Strand oder in den Bergen – die Bundesregierung will ihre Reisewarnung mindestens bis Mitte Juni verlängern. Foto: picture alliance / dpa
Urlaub an Pfingsten stornieren
Berlin (dpa) – Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert.
- Anzeige -Diesem Beschlussvorschlag des Auswärtige Amt hat das Bundeskabinett angenommen. Die Verlängerung wurde heute, 29. April, vom Kabinett verkündet und gilt mindestens bis zum 14. Juni. Kurz danach beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien.
Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen.
Weltweite Reisewarnung für Touristen
Seit Mitte März gilt in Deutschland eine weltweite Reisewarnung für Touristen. Fast jeder zweite Deutsche lehnt nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov eine Öffnung der Grenzen für den Sommerurlaub im europäischen Ausland ab.
[MD_Portal_Script ScriptID="9217250" location="leftALone"]Urlaub an Pfingsten fällt aus
Das Papier aus dem Auswärtigen Amt lässt wohl offen, ob Urlaubsreisen während der Sommerferien möglich sein werden, die in manchen Bundesländern schon Ende Juni beginnen. Wer allerdings über Pfingsten Ende Mai eine Auslandsreise gebucht habe, könne diese jetzt stornieren und sich auf die Reisewarnung berufen.
Reisewarnung soll weitere Ausbreitung des Virus verhindern
Die Reisewarnung werde damit begründet, dass in den nächsten Wochen keine normalen Reisen ins Ausland möglich seien, hieß es. Dem Ministerium zufolge sei weiterhin mit drastischen Einschränkungen im internationalen Luftverkehr und weltweiten Einreisesperren oder Quarantäneregelungen zu rechnen. Mit der Reisewarnung wolle man zudem die weitere Ausbreitung des Virus minimieren und vermeiden, dass deutsche Urlauber erneut massenhaft im Ausland stranden.
- Anzeige -Nach einer YouGov-Umfrage sind 48 Prozent dafür, die wegen der Corona-Pandemie erlassene Ausreisesperre für Touristen auch im Sommer aufrecht zu erhalten. 20 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern. Nur 13 Prozent plädieren dafür, schon im Sommer den Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union wieder vollständig zu erlauben.
Grenzen sind offen für Berufspendler
Die Grenzen zu den Nachbarländern dürfen derzeit abgesehen vom Warenverkehr nur noch von Berufspendlern oder Menschen mit einem anderen dringenden Grund passiert werden. Außenminister Heiko Maas (SPD) hat mehrfach deutlich gemacht, dass sich bisher keine Änderung dieser Situation abzeichnet: «Eine normale Urlaubssaison mit vollen Strandbars und vollen Berghütten wird es diesen Sommer nicht geben können.» Auch im Inland sind derzeit noch keine Urlaubsreisen möglich, die Hotels sind geschlossen.
- Anzeige -Sommerurlaub trotz Corona?
Fast ein Drittel der Deutschen (31 Prozent) haben ihre Urlaubspläne für den Sommer laut Umfrage bereits über den Haufen geworfen. 22 Prozent haben von einer Auslandsreise Abstand genommen, 9 Prozent wollen auf einen ursprünglich geplanten Urlaub im Inland verzichten. Nur 18 Prozent sind bei ihren Reiseplänen geblieben. 45 Prozent sagen, sie hätten vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland noch gar keine Reisepläne gehabt.
42 Prozent der Befragten wollen nach jetzigem Stand angesichts der Corona-Krise gar keinen Urlaub mehr machen. 16 Prozent sind trotz der derzeitigen Reisebeschränkungen entschlossen, ins Ausland zu reisen. 13 Prozent planen einen Urlaub in Deutschland. 23 Prozent haben sich noch nicht entschieden, sechs Prozent machten keine Angaben.
In normalen Zeiten machen die Deutschen viel lieber Urlaub im Ausland als zu Hause in Deutschland. 2019 gingen nach einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen von den 70,8 Millionen Urlaubsreisen der Deutschen 74 Prozent ins Ausland.
- Anzeige -Reiseverkehr zwischen Deutschland und Österreich?
Die Bundesregierung strebt bei den Grenzöffnungen eine enge europäische Abstimmung an. Die österreichische Regierung hat aber auch Vereinbarungen zwischen einzelnen Ländern ins Gespräch gebracht, um etwa den Reiseverkehr zwischen Deutschland und Österreich zu ermöglichen.
In Österreich sollen die Hotels bereits Ende Mai wieder öffnen. Das Alpenland zählt neben Spanien, Italien, der Türkei und Griechenland zu den fünf beliebtesten Reisezielen der Deutschen.
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