Corona-Impfung
Johnson & Johnson-Impfstoff kann in Europa eingesetzt werden
Stand 21.04.21 - 11:41 Uhr
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Wie sicher ist der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson und wann kommt dieser nach Europa? NNun legen die Experten der EU-Arzneimittelbehörde ihr Gutachten vor.
Foto: Johnson & Johnson/AP/dpa
Zulassung durch Europäische Arnzneimittelbehörde
Amsterdam/Berlin (dpa) – Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat nach einer Überprüfung grünes Licht für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson gegeben. Nach Fällen von Thrombosen in den USA ging der Impfstoff-Hersteller Johnson & Johnson auf Nummer sicher und empfahl zunächst einen Impfstopp.
- Anzeige -Der Impfstoff von Johnson & Johnson könne zwar tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA mit. Die Behörde hält aber daran fest, dass die Vorzüge, Covid-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als Risiken von Nebenwirkungen.
Impfstoff soll auch in Deutschland eingesetzt werden
Johnson & Johnson teilte daraufhin mit, dass die Markteinführung seines Impfstoffes in Europa fortgesetzt werde. Das Präparat soll auch in Deutschland eingesetzt werden und die Impfungen beschleunigen – inzwischen ist ein Fünftel der Bundesbürger mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft.
Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Im Unterschied zu anderen Impfstoffen ist nur eine einzige Dosis nötig. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen begrüßte die Freigabe durch die EMA. «Das ist eine gute Nachricht für die Impfkampagnen in der ganzen EU», schrieb sie auf Twitter.
- Anzeige -Ähnliche Nebenwirkungen wie bei Astrazeneca
Wie die EMA mitteilte, soll die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen nun als seltene Nebenwirkung registriert werden. In den meisten Fällen ging es nach Angaben der Experten um Frauen unter 60 Jahre. Die Thrombosen vorwiegend in den Hirnvenen waren innerhalb von drei Wochen nach der Impfung aufgetreten.
«Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen, die unsere Produkte benutzen, ist unsere höchste Priorität», sagte Paul Stoffels, Chef-Wissenschaftler bei Johnson & Johnson. Die Lieferungen in die EU sowie nach Norwegen und Island würden wieder gestartet. Der Beipackzettel des Impfstoffs werde aktualisiert, zudem sollten auch die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtungen, wo der Wirkstoff verwendet werde, speziell informiert werden.
Es war bereits das zweite Mal, dass die EMA einen Corona-Impfstoff nach der Zulassung erneut prüfte. Auch beim Wirkstoff von Astrazeneca hatte es Hirnvenenthrombosen gegeben, vor allem bei jüngeren Frauen. Die Fälle seien bei beiden Impfstoffen sehr ähnlich, stellten die Experten fest. Auch bei Astrazeneca hatte die EMA an ihrer Bewertung festgehalten, dass der Impfstoff sicher sei. Blutgerinnsel waren bei etwa einer Person von 100.000 aufgetreten. In Deutschland soll Astrazeneca in der Regel nur noch ab 60 Jahren eingesetzt werden.
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