Coronavirus in Deutschland
Corona-Massentests auch in Deutschland? Bund äußert sich zur Strategie
Stand 04.12.20 - 14:56 Uhr
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Welcher Weg ist im Kampf gegen das Coronavorus der richtige? Während die Regierung in Wien nun für freiwillige Massentests wirbt, setzt die Bundesregierung auf eine andere Strategie. Bei weiter steigenden Infektionszahlen ist auch ein weiterer Corona-Gipfel noch dieses Jahr denkbar.
Am Morgen von österreichischen Corona-Massentests stehen Menschen mit Abstand zueinander vor einer Teststation im Veranstaltungshaus Cubus im Bundesland Vorarlberg vor dem Eingang in einer Schlange an. Foto: Dietmar Stiplovsek/APA/dpa
Sind Corona-Massentests sinnvoll?
Berlin (dpa) – Während Österreich zur Eindämmung der Corona-Pandemie jetzt auch auf Massentests setzt, geht Deutschland einen anderen Weg. Bund und Länder stützten sich bei ihrer Test-Strategie auf eine sehr ausdifferenzierte Empfehlung des RKI, so ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.
- Anzeige -Gezielt testen statt Massentests
Diese sehe vor, dass man gezielt teste und nicht in der Fläche. Virologen und andere Experten hätten der Bundesregierung versichert, dass Massentests wenig Aussagekraft hätten. Es sei besser, «immer dort hinzugehen, wo Infektionsfälle auftreten», sagte der Sprecher am Freitag in Berlin.
Unterstützung erhielt die Bundesregierung für ihren Kurs von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. «Massentests sind Strohfeuer», sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch. Für den Infektionsschutz der Bevölkerung seien sie unbrauchbar, gleichzeitig werde für diesen politischen Aktionismus «viel Geld verbrannt».
- Anzeige -Österreich will 150.000 Corona-Tests am Tag
In der Hauptstadt Wien und einigen anderen Regionen Österreichs haben am Freitag freiwillige Massentests begonnen. Die Kapazität liegt in Wien bei bis zu 150.000 Tests pro Tag.
Ziel der österreichischen Regierung ist es, durch die vielen Tests besonders auch symptomfreie Infizierten zu entdecken, um so Infektionsketten zu durchbrechen. Massentests gab es zuvor bereits in anderen Staaten wie der Slowakei oder Regionen.
- Anzeige -Wann treffen sich Bund und Länder zum nächsten Corona-Gipfel?
Für den Fall weiter steigender Infektionszahlen ist ein weiterer Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten in diesem Jahr nicht ganz ausgeschlossen.
Regierungssprecher Steffen Seibert verwies am Freitag auf die Vereinbarung, dass eigentlich erst am 4. Januar über das weitere Vorgehen beraten werden soll. Er betonte allerdings auch: «Ganz grundsätzlich ist es natürlich immer möglich, dass auch kurzfristig Bund-Länder-Konferenzen einberufen werden.»
- Anzeige -Weihnachten und Silvester sind Herausforderung
Gleichzeitig rief Seibert dazu auf, verantwortungsvoll mit den beschlossenen Lockerungen zu Weihnachten umzugehen. Die vereinbarten Sonderregeln für die Feiertage seien keine Aufforderung, diese Möglichkeiten komplett auszuschöpfen.
Jeder müsse sich überlegen: «Wie verhindern wir, dass aus einem Familienfest, aus einem Weihnachtsfest eine Infektionsquelle wird?» Über Weihnachten werden die Kontaktbeschränkungen in den meisten Bundesländern aufgeweicht: Bei Familienfeiern dürfen dann bis zu zehn Menschen plus Kinder bis 14 Jahren zusammenkommen.
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