Polizeigewerkschaften: Stimmung wird aggressiver
Aggressive Stimmung gegen die Polizei
Stand 23.10.20 - 15:17 Uhr
0
Randale, Pöbeleien und mitunter auch heftige Gewaltausbrüche: Seit April gilt vielerorts die Maskenpflicht. Doch nicht jeder will sie im Alltag akzeptieren. Laut Polizeigewerkschaften beginnt die Akzeptanz der Corona-Regeln zu schwinden.
Foto: Axel Heimken/dpa
Die Corona-Regeln sind schwer durchzusetzen
Berlin (dpa) – Auseinandersetzungen über die Einhaltung der Corona-Regeln eskalieren nach Angaben der Polizeigewerkschaften immer häufiger.
- Anzeige -Es wird immer schwieriger die Corona-Regeln durchzusetzen
«Nach wie vor gibt es immer noch eine hohe Akzeptanz für die Corona-Regeln, aber wir spüren auch, dass die Stimmung beginnt, aggressiver zu werden – zum Beispiel wenn wir als Polizei die Maßnahmen durchsetzen wollen», sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. «Da kommt es dann zu Widerstand. Das fängt an mit Beleidigungen, dann wird gepöbelt, gespuckt, angehustet. Das alles erleben unsere Kolleginnen und Kollegen in dieser Pandemie.»
- Anzeige -Polizistin beschweren sich über immer weniger Akzeptanz
Die Einsätze gingen nicht nur von sogenannten Maskenverweigerern aus. Auch Bürger, die geschützt werden wollen, hätten zuletzt ihre Schutzrechte stärker und zum Teil auch aggressiver eingefordert und zum Beispiel Maskenverweigerer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. «Daher kommt es nun insgesamt mehr zu solchen Einsätzen», sagte Radek – mit Zahlen belegen ließe sich dieser Trend aber nicht.
Auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, weist darauf hin, dass es für solche Übergriffe keine Statistiken gebe. «Aber es gibt immer mehr Berichte aus der Belegschaft der Polizei, dass die Akzeptanz der Corona-Regeln insgesamt abgenommen hat und zunehmend offen und aggressiv gegen Einsatzkräfte vorgegangen wird, die die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren und durchsetzen sollen», sagte Wendt.
- Anzeige -Die neuen Corona-Regeln sorgen für Aufregen
Vor allem die Maskenpflicht und das Abstandsgebot sorgen laut den Polizeigewerkschaften immer wieder für Streit. Die Maskenpflicht wurde im April von den ersten Ländern im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel eingeführt. Zuletzt wurde sie zum Teil auch auf andere öffentliche Bereiche mit Menschenansammlungen ausgeweitet.
Wie aus Meldungen der Landespolizeien hervorgeht, kam es zuletzt nahezu täglich zu Auseinandersetzungen wegen Corona-Regeln. In einem Supermarkt im sächsischen Zwickau schlug ein Mann kürzlich mit einer Axt um sich, als er an die Maskenpflicht erinnert wurde. In Mülheim in NRW erfasste eine 66-Jährige nach einem Supermarkt-Einkauf mit ihrem Auto einen 55-Jährigen und verletzte ihn leicht. Dieser hatte die Frau zuvor zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und zum Abstandhalten aufgefordert. Im bayrischen Kaufbeuren wurden fünf Polizisten bei einer Kontrolle in einer Bar leicht verletzt. Und auch im Bahnverkehr, wo die Maskenpflicht gilt, eskalierten Kontrollen.
- Anzeige -Ist der Corona-Flickenteppich Grund für solche Eskalationen?
DPolG-Chef Wendt sieht einen Grund dafür in unklaren Regelungen. Die Akzeptanz politischer Entscheidungen nehme rapide ab, weil es der Politik nicht gelinge, die Sinnhaftigkeiten getroffener Entscheidungen zu erläutern, sagte Wendt auch mit Blick auf die Beherbergungsverbote. Aus Sicht von Radek sind es hingegen weniger die widersprüchlichen Regelungen, die für Streit sorgen. «Viele Menschen fühlen sich von den Regeln einfach genervt. Wenn dann noch Alkohol dazukommt oder gruppendynamische Prozesse damit verbunden werden, kann das zu weiteren Eskalationen beitragen», sagte der GdP-Vize.
- Anzeige -Die Deutsche Polizei ist mit der Situation überbelastet
Für die Polizei sei die Durchsetzung der Corona-Regeln in doppelter Hinsicht eine zusätzliche Belastung. Zum einen erhöhe die Gefahr von Ansteckungen das ohnehin schon vorhandene Berufsrisiko. Zum anderen steige auch die Arbeitsbelastung, wenn die Polizei bei der Durchsetzung des Gesundheitsschutzes von den Ordnungsämtern vermehrt um Amtshilfe gebeten werde. «Die Kräfte, die dann für den Gesundheitsschutz eingesetzt werden, die fehlen dann an einer anderen Stelle», sagte Radek. Auch Wendt sieht diese Belastung: «Aber im Moment gibt es keine Alternativen zu den polizeilichen Kontrollen, wenn Deutschland auch weiterhin gut durch die Krise kommen will.»
Bleib immer bestens informiert!
Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Deutschland verliert 1:2 gegen Ecuador. Trotz Sané-Tor reicht es nicht zum Sieg. Die DFB-Elf bleibt aber Gruppensieger.
Alles steht - nichts fährt mehr... Was hinter dem bundesweiten Zugausfall steckt und wann er wieder starten soll, lest ihr hier
Großstörung im Stromnetz in der Ludwigsvorstadt: Auch Ampeln können betroffen sein
Undav rettet Deutschland: Das DFB-Team dreht das WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste spät mit 2:1.
Was genau passiert ist, ob es Verletzte gibt, und auf welche Einschränkungen im Verkehr ihr euch einstellen müsst, lest ihr hier...
Das Tollwood Sommerfestival startet am 19. Juni 2026. Hier findet ihr alle Infos zu Programm, Bands, Highlights und Besuchertipps
Im Streit um die Vergabe zweier großer Festzelte auf der Wiesn ist eine wichtige Entscheidung gefallen...
Nach dem Busunglück bei Hebertshausen helfen Spendenaktionen den betroffenen Familien.
Literweise Bier auf der Straße: Ein Getränkelaster sorgt am Altstadtring für Verkehrsbehinderungen
DESK
BladeNight in München fällt heute aus. Grund sind nasse Straßen und das Risiko von Gewittern.
Waldbrand bei Übersee: 5,5 Hektar betroffen, 200 Kräfte im Einsatz, A8 gesperrt.
Tollwood schützt euch vor Hitze: mit Schatten, Wasser, Sprühnebel und Kühl-Oase im Olympiapark Süd.
Autourlaub 2026: Diese Maut- und Vignettenregeln gelten in Europas beliebtesten Reiseländern.
Hitze setzt Straßen zu. Blow-ups, Schlaglöcher und Spurrinnen werden jetzt zur Gefahr.
DB erlaubt wegen extremer Hitze die kostenlose Stornierung vieler Fernverkehrs-Tickets.
Die Dschungelwelt im Tierpark Hellabrunn ist wieder offen. Euch erwarten freie Tiere und Tropenflair.










