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S-Bahn München

Zusammenstoß zweier S-Bahnen im Landkreis München: Was wir bisher wissen

Aktualisiert 15.02.2022 - 07:59 Uhr

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Wieder prallen auf einer eingleisigen Bahnstrecke zwei Züge gegeneinander: Bei der Kollision in Schäftlarn bei München stirbt ein Fahrgast. Es gibt etliche Verletzte. Unklar ist: Warum stießen die Bahnen zusammen?

Zusammenstoß zweier S-Bahnen im Landkreis München: Was wir bisher wissen
Rettungswagen stehen nahe der Unfallstelle – vor Ort sich zahlreiche Einsatzkräfte. Foto: Matthias Balk/dpa

Nach tödlichem S-Bahnunfall etliche Fragen offen

Schäftlarn (dpa) – Am Tag nach dem schweren S-Bahnunfall südlich von München sind noch viele Fragen ungeklärt. Im Fokus dürfte die Ursachenforschung stehen. Wie konnte es zu dem Unglück kommen, bei dem ein Fahrgast starb und 18 Menschen verletzt wurden? 

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Zwei S-Bahnen waren am Montagnachmittag nahe dem Bahnhof Schäftlarn auf einer eingleisigen Strecke kollidiert. Binnen kürzester Zeit lief ein Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.

24-jähriger Fahrgast stirbt bei S-Bahn Unglück

Bei dem Toten handelte es sich um einen 24-jährigen Fahrgast, teilte Polizeisprecher Andreas Franken am späten Abend mit. 18 Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwer. Unter den Schwerverletzten befanden sich auch die beiden Lokführer. Die 13 weiteren erlitten mittelschwere Verletzungen. Zudem seien 25 Personen ambulant versorgt worden.

Insgesamt wurden vor Ort rund 80 Personen durch die Einsatzkräfte betreut. Im Zusammenhang mit den Einsatz- und Rettungsarbeiten waren zudem mehrere Hubschrauber eingesetzt.

Insgesamt hatten sich 95 Menschen in den Zügen befunden. Einige konnten sich selbst aus den Waggons befreien, anderen halfen die Retter heraus.

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Die Feuerwehr München ist mit mehreren Einsatzkräften vor Ort. Foto: Matthias Balk/dpa

Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Die Gleise liegen erhöht auf einem Bahndamm, was die Rettungsarbeiten und die Bergung der verkeilten Züge erschwerte. Bis in die Nacht hinein waren die Einsatzkräfte vor Ort. Insgesamt waren etwa 680 Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk beteiligt. Die Staatsanwaltschaft München I leitet laut Polizeisprecher die Ermittlungen zur Unfallursache. Gutachter sollen ihre Arbeit unterstützen.

Die Deutsche Bahn (DB) als Betreiber der S-Bahn drückte am Montag ihr Bedauern aus und richtete eine Telefonhotline ein (0800 3 111 111).

S-Bahn Strecke weiterhin gesperrt

Am Dienstag steht nun die Bergung der Fahrzeuge im Fokus. Das Technische Hilfswerk sei die ganze Nacht vor Ort gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehreinsatzzentrale im Landkreis München. Im Laufe des Tages werde weiter an der Bergung gearbeitet, sagte ein Bahnsprecher in München. Die Strecke sei weiterhin gesperrt. Ein Ersatzverkehr sei eingerichtet.

Söder: «Wir trauern mit den Angehörigen»

«Das sind schreckliche Nachrichten», schrieb Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Twitter. «Wir trauern mit den Angehörigen und wünschen allen Verletzten des S-Bahn-Unglücks schnelle Genesung.» Und er lobte: «Danke an all die Rettungskräfte für ihren schnellen Einsatz.»

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Unfall ruft schlimme Erinnerungen wach

Der Unfall ruft schlimme Erinnerungen wach. Erst Anfang August waren in Tschechien ein deutscher und ein tschechischer Zug auf eingleisiger Strecke zusammengestoßen. Drei Menschen starben, zehn wurden schwer oder lebensgefährlich verletzt. Rund zwei Wochen später ein Beinahe-Unfall nicht weit vom jetzigen Unfallort: Nach Medienberichten waren bei Icking zwei S-Bahnen aufeinander zugefahren, die Zugführer konnten aber noch rechtzeitig abbremsen.

Und dann das Zugunglück von Bad Aibling, am 9. Februar 2016. Zwölf Menschen kamen ums Leben, 89 wurden verletzt. Aufgrund menschlichen Versagens waren zwei Züge der Bayerischen Oberlandbahn ineinander geprallt. Ein Fahrdienstleiter hatte mit dem Handy gespielt und hatte davon abgelenkt falsche Signale gesetzt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt und kam nach zwei Drittel der Zeit frei.


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