Ermittlungen laufen
Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Ermittlungen gegen drei Bahnmitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung
Stand 07.06.22 - 14:06 Uhr
0
Fünf Menschen sterben, weil ein Regionalzug bei Garmisch-Partenkirchen entgleist. Bei der Suche nach den Ursachen konzentrieren sich die Experten auf mögliche technische Defekte.
Der letzte umgestürzte Waggon wurde am Montag von Kränen geborgen (dpa).
Wie konnte es zu dem Unglück kommen?
Die Staatsanwaltschaft München II hat nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen ein Ermittlungsverfahren gegen drei Personen wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung eingeleitet.
- Anzeige -Bei den Beschuldigten handele es sich um Mitarbeiter der Deutschen Bahn, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Deutsche Bahn teilte mit, sich wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht äußern zu können. «Selbstverständlich setzen wir alles daran, die ermittelnden Behörden bei der Aufklärung der Unfallursache zu unterstützen», sagte ein Bahnsprecher am Dienstag.
Bei den Ermittlungen zur Ursache des tödlichen Zugunglücks von Garmisch-Partenkirchen rücken jetzt Schienen und Fahrgestelle ins Zentrum der Ermittlungen.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Unfallursache werde «mit dem Schwerpunkt in Richtung technische Defekte gesucht». Fahrgestelle von Waggons seien sichergestellt worden, «und es wird im Moment auch überlegt, inwieweit einzelne Schienen oder Schwellen sichergestellt werden müssen. Auf jeden Fall werden die im Moment peinlichst genau untersucht und vermessen», sagte er.
- Anzeige -Sanierungsarbeiten waren geplant
Nach einem Bericht der Zeitung «Die Welt» plante die Deutsche Bahn auf der Unglücksstrecke in Kürze Sanierungsarbeiten an den Gleisen. Demnach sollten vom 25. Juni bis 9. Juli zwischen Oberau und Garmisch-Partenkirchen eine nächtliche Gleislageberichtigung und Schienenerneuerungen stattfinden. Die Deutsche Bahn habe auf Fragen der «Welt» dazu mitgeteilt, aufgrund der laufenden Ermittlungen könne sie sich hierzu derzeit nicht äußern.
Die Ermittlungen zur Unfallursache führt eine Soko «Zug» unter Leitung der Staatsanwaltschaft München II. Auch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ist beteiligt. Ein Fehler des Fahrpersonals ist laut Herrmann im Moment nicht ersichtlich. Aber es werde immer noch in alle Richtungen ermittelt.
- Anzeige -Fünf Tote und 40 Verletzte
Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am Freitagmittag kurz nach der Abfahrt plötzlich entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region kamen zu Tode, 40 Menschen wurden verletzt. Unter den getöteten Frauen sind auch zwei Mütter aus der Ukraine, die mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet waren. Eine Frau schwebte am Montag noch in Lebensgefahr. Mehrere Verletzte seien auch noch im Krankenhaus, aber «über den Berg», sagte Herrmann.
Der letzte umgestürzte Waggon wurde am Montag von Kränen geborgen und für den Abtransport zerlegt. Am Montagabend standen nur noch die Lok und zumindest ein Waggon auf dem Bahndamm. Die Straßenkräne waren weg, das Technische Hilfswerk war abgerückt, Kehrmaschinen säuberten die Bundesstraße. Allerdings waren die Leitplanken und die Höhenkontrolle vor der Tunneleinfahrt Farchant noch nicht wieder montiert.
Wann die Bahnstrecke wieder freigegeben wird, ist derzeit völlig offen. Hier stehen die Ermittlungsarbeiten im Vordergrund, danach kann mit der Instandsetzung begonnen werden. Ersatzbusse seien im Einsatz, aber von nicht zwingend erforderlichen Zugfahrten im Bereich Garmisch-Partenkirchen – Murnau werde abgeraten, teilte die DB mit.
Die Kirchen hatten am Montagabend ein ökumenisches Gebet in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen abgehalten. Annähernd hundert Menschen nahmen daran teil.
Bleib immer bestens informiert! Mit unserem kostenlosen 95.5 Charivari-Newsletter verpasst du keine Highlights mehr. Von Top-Konzerten über exklusive Gewinnspiele bis hin zu Einblicken in Larissa Lannert live - wir liefern dir wöchentlich alles Wichtige direkt in dein Postfach.
Mehr Beiträge und Themen
Oberbürgermeister Reiter hebt Tempo 30 an der Landshuter Allee auf. Stickstoffdioxid-Werte sinken, Tempo 50 sorgt für besseren Verkehrsfluss.
S-Bahn-Fahrgäste aufgepasst: Im Januar und Februar 2026 kommt es wegen Bauarbeiten zu massiven Sperrungen auf der Stammstrecke – wir zeigen, wann was fährt.
MünchenBudget 2026: Stimme jetzt über Vorschläge ab und gestalte München aktiv mit. 1 Million Euro stehen für innovative Bürgerideen bereit!
Etwa 350 Haushalte in München-Trudering ohne Internet und Telefon. Reparaturen laufen auf Hochtouren. Erfahre mehr über den aktuellen Stand.
Die Landshuter Allee-Brücke in München wird saniert. Erfahre alles über Verkehrsänderungen und Bauzeiten.
Der Föhringer Ring wird wegen Rodungen gesperrt. Umleitungen führen über Ismaning und Garching. Erfahre mehr über die Verkehrsänderungen im Januar.
Erlebe den Schäfflertanz 2026 in München! Entdecke die Tradition, Termine und Highlights dieses einzigartigen Brauchtums.
Weihnachten ist längst vorbei und der Christbaum hat ausgedient. Aber wohin mit den abgeschmückten Tannen, Fichten oder Kiefern? Die Sammelstellen in München im Überblick.
Alle Jahre wieder: vor dem Weihnachtsfest werden massenhaft Geschenke gekauft, die nach dem Fest dann alle wieder umgetauscht werden. Was du dabei beachten musst, erfährst du hier.
Entdecke zauberhafte Winterziele in und um München: Vom glitzernden Spitzingsee bis hin zum Schlosskanal Nymphenburg. Lass dich inspirieren und plane deinen perfekten Ausflug in die winterliche Natur!
DESK
Es hat ein Ende mit der Gerüchteküche und Spekulationen: Mit den Tokio-Hotel-Stars wagt das ZDF einen Generationenwechsel. Das Experiment ist als einmaliges Event geplant.
Zwei bis zu 155 Meter hohe Türme sollen Münchens Skyline verändern – trotz Protesten. Die Gegner setzten ihre Hoffnung zuletzt auf ein Gerichtsverfahren. Warum sie scheiterten.
Der Ratskeller in München ist Geschichte – doch bevor das traditionsreiche Lokal endgültig schließt, wird ausgeräumt: Beim großen Flohmarkt ab 20. Januar kannst du dir Möbel, Geschirr und echte Stücke Münchner Geschichte sichern.
Der Tierpark Hellabrunn bekommt Zuwachs aus China. Zwei Riesen-Pandas kommen im Rahmen der Panda-Diplomatie nach München.
Für die Wiesn 2026 wird ab sofort wieder das offizielle Oktoberfest-Plakat gesucht. Alle Infos zum Wettbewerb gibt's hier.
Entdecke das neue "MU"-Kfz-Kennzeichen für das Münchner Umland. Reserviere deins ab 19. Januar 2026 und erfahre alles zur Umstellung!
Erfahre, wie du dich der Sammelklage gegen Meta anschließen kannst und welche Erfolgsaussichten bestehen. Schütze deine Daten!
