Erinnerung an Ukraine Krieg
München Wittelsbacherplatz: Zerbombte Sessel der Stadiontribüne von Charkiw
Stand 17.06.24 - 14:55 Uhr
Der russische Angriffskrieg ist auch bei Ukraines EM-Fußballern allgegenwärtig. Vor dem Auftakt in München stellt der Verband Teile des zerbombten Stadions von Charkiw aus. Eine Stürmer-Ikone mahnt.
© Foto: 95.5 Charivari
Schewtschenko vor kriegszerstörter Tribüne: «Wir leben noch»

«Zeigen, dass wir noch leben»
Nach Angaben des ukrainischen Verbandes wurden insgesamt rund 500 Sporteinrichtungen in dem seit mehr als zwei Jahren währenden russischen Angriffskrieg zerstört. «Auch wenn Fußballplätze oder Tribünen den russischen Granaten nicht standhalten können, werden wir nie aufhören, für unser Land zu kämpfen und der Welt über diesen unbarmherzigen Krieg zu berichten», sagte Schewtschenko, einst Stürmerstar von Dynamo Kiew, AC Mailand und FC Chelsea sowie später Nationaltrainer. «Wir sind auch hier, um zu zeigen, dass wir noch leben.»
Mehrere Hundert Menschen und Dutzende Reporter sowie Kamerateams waren zu der Kundgebung gekommen. Vor und nach dem Auftritt von Schewtschenko als Stargast wurden unter anderem Lieder und Tänze aufgeführt. Redner skandierten ukrainische Schlachtrufe; zwischendurch wurden auch ganz konkret schwere Waffen für das angegriffene Land gefordert. Unter den Leuten auf dem Platz waren viele Ukrainer, teils mit Fahnen, Trikots oder blau-gelben Blumenkränzen im Haar.
Kundgebung in anderen deutschen Städten
Schewtschenko äußerte zum Abschluss, dass er sich ein positives Abschneiden seiner Auswahl bei der Europameisterschaft in Deutschland wünsche – auch als Mutmacher für die Menschen daheim. Nach dem Auftaktspiel gegen Rumänien stehen für das Team noch Duelle gegen die Slowakei in Düsseldorf und gegen das Topteam von Belgien in Stuttgart an. Dann soll auch in jenen Städten die zerstörte Tribüne von Charkiw als Mahnmal aufgebaut werden.
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