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M├╝nchen: Pendler stehen wieder mehr im Stau – bis zu 3 Tage

Aktualisiert 07.12.2021 - 08:47 Uhr

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2020 hatte Corona den Verkehr einbrechen lassen. Pendler sparten viel Zeit auf dem Weg zur Arbeit. Doch in diesem Jahr ist die Verschnaufpause bereits wieder vorbei, wie eine Analyse zeigt.

M├╝nchen: Pendler stehen wieder mehr im Stau – bis zu 3 Tage

Berufsverkehr auf dem Mittleren Ring in M├╝nchen. Foto: Sven Hoppe/dpa

M├╝nchen erneut Stau-Stadt Nummer eins

M├╝nchen (dpa) – Die Corona-Verschnaufpause f├╝r Pendler ist vorbei. Wer mit dem Auto zur Arbeit f├Ąhrt, verliert wieder deutlich mehr Zeit im Stau.

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Eine Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix ergab in den untersuchten deutschen St├Ądten hochgerechnet 40 Stunden Zeitverlust f├╝r typische Auto-Pendler im Jahr 2021. Das sind 14 Stunden mehr als 2020, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vergangenes Jahr hatte Corona die Pendlerstr├Âme ausgebremst, jetzt hat der Verkehr wieder zugenommen und der Zeitverlust ist wieder fast so hoch wie vor der Pandemie. 2019 waren es im Schnitt 46 Stunden.

Mit Abstand am schlimmsten trifft es die autofahrenden Pendler in M├╝nchen: Im Schnitt 79 Stunden verloren sie aufs Jahr hochgerechnet durch Staus auf dem Weg zur Arbeit – mehr als drei Tage. Allerdings sind das immer noch sieben Stunden weniger als vor Corona. Auf Platz zwei folgt Berlin mit 65 Stunden. Hier fehlt nur eine Stunde zum Vorkrisenstau.

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In Europas Metropolen steht man noch ├Âfter

Ab dem von Hamburg mit 47 Stunden belegten Platz drei werden die Abst├Ąnde dann allerdings deutlich geringer. Auf den R├Ąngen vier bis zehn folgen Potsdam (46 Stunden), Pforzheim (44), D├╝sseldorf (43), K├Âln (42) sowie N├╝rnberg, Dresden und M├╝nster mit je 41 Stunden Zeitverlust.

Einige St├Ądte weisen dabei massive Anstiege auch zur Vor-Corona-Zeit auf. In Potsdam und Dresden betr├Ągt er fast ein Drittel – laut Inrix geht das Plus in beiden St├Ądten wohl unter anderem auf gr├Â├čere Baustellen zur├╝ck.

Im internationalen Vergleich kommen die deutschen Autofahrer damit allerdings noch recht glimpflich davon: F├╝r die Stauhauptstadt London errechnete Inrix einen Zeitverlust von 148 Stunden – mehr als sechs Tage. Dahinter folgen Paris mit 140 und Br├╝ssel mit 134 Stunden. Insbesondere in Europa haben sich die Staus der Studie zufolge wieder versch├Ąrft. In den USA sei der Verkehr dagegen im Vergleich zu 2019 deutlich fl├╝ssiger geblieben.

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Kritik an Stau-Rankings aus der Wissenschaft

Inrix verkauft Verkehrsanalysen und Dienstleistungen f├╝r vernetzte Autos an Verwaltungen und Unternehmen. Je gr├Â├čer die Stauprobleme erscheinen, desto besser sind seine Gesch├Ąftsaussichten. Das Unternehmen ist nicht das einzige, das Studien zum Thema ver├Âffentlicht. So hat der ADAC zuletzt bereits in seiner Sommer-Stauanalyse f├╝r den Verkehr auf Autobahnen einen massiven Anstieg der Staus festgestellt. Eine Jahresbilanz des Verkehrsclubs f├╝r 2021 liegt noch nicht vor – ebenso beim Karten-Spezialisten TomTom, der in der Vergangenheit h├Ąufiger abweichende Rankings ver├Âffentlichte.

Verkehrsexperten sehen solche Rankings mit gemischten Gef├╝hlen: Justin Geistefeldt, Professor f├╝r Verkehrswesen an der Ruhr-Universit├Ąt Bochum, findet die g├Ąngigen Stau-Rankings grunds├Ątzlich ┬źein St├╝ck weit problematisch┬╗, weil sie Besonderheiten der einzelnen St├Ądte nicht ausreichend ber├╝cksichtigten. ┬źDie Topographie, die Verkehrsnetzstruktur und vor allem die Pendlerverflechtungen der betrachteten St├Ądte sind nur bedingt vergleichbar┬╗, sagt er. Dennoch lieferten die Studien gewisse Hinweise. ┬źEs gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Staugeschehen zu bewerten.┬╗

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